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Burgau braucht dringend ein Park-Konzept

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Kommentar Von Christian Kirstges
06.11.2019

Der Stadtrat hat ein Parkdeck an Mühl- und Stadtstraße in Burgau abgelehnt. Das ist richtig so. Doch man muss sich endlich Gedanken machen, wie man das Parken organisiert.

Nach langem hin und her steht nun fest: Ein Parkdeck an der Stadt- und Mühlstraße in Burgau wird es zumindest vorerst nicht geben. Das ist eine Enttäuschung gerade für die Einzelhändler, die sich wiederholt für das Projekt ausgesprochen und Druck gemacht hatten. Doch es ist gut, dass sich die Kommunalpolitiker hier von Sachargumenten haben leiten lassen – ganz im Gegensatz zum Mehrheits-Votum für die Entwicklung des früheren Gärtner-Areals.

Um die mögliche Ansiedlung der Drogerie Müller nicht zu gefährden, soll dort auf einen Bebauungsplan verzichtet werden – und dabei wird so getan, als könne man sich das aussuchen. Dabei betont das Landratsamt, dass es auf einem solchen Gelände einen solchen Plan braucht – also haben sich auch Burgauer Stadträte daran zu halten. Nicht zum ersten Mal macht man sich die Welt, wie sie einem gefällt, und pocht ansonsten bei Bürgern auf das Einhalten von Vorschriften. Von Glaubwürdigkeit und Erpressbarkeit war im Rat die Rede. So verspielt man das eine und bereitet dem anderen den Weg.

Alle Interessen in Burgau könnten unter einen Hut gebracht werden

In Sachen Parkdeck kommt eine Verkehrsuntersuchung jedenfalls zum Ergebnis, dass es nicht gebraucht wird, sondern es andere Möglichkeiten gibt, in der Innenstadt für freie Stellflächen zu sorgen. Auch wenn mancher beim Thema Parkraumüberwachung an Knöllchen denkt und die Rolle einer Einkaufsstadt konterkariert sieht, so gilt wie in vielen Bereichen: Halten sich alle an die Regeln, hat niemand etwas zu befürchten. Anders sähe es aus, würde das Gutachten empfehlen, Parkgebühren einzuführen. Das würde den Wettbewerb zwischen Zentrum und grüner Wiese verzerren, doch davon ist hier nun einmal keine Rede.

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Kritisch zu sehen ist, dass die Untersuchung nur einen Tag lief. Und dass Anwohner sowie Beschäftigte im Stadtkern irgendwo parken müssen, steht auch fest. Deshalb wäre – wie im Gutachten empfohlen – ein Gesamtkonzept nötig, auch um unterschiedliche Parkzeiten zu vereinheitlichen. Es böte die Chance, die Interessen aller unter einen Hut zu bringen. Wenn künftig an mehreren Stellen wie der Stadtstraße, dem ehemaligen Zimmermann- und dem früheren Gärtnerareal eingekauft wird, könnte auch über ein Leitsystem nachgedacht werden. Doch egal, was kommt: Auch dabei müssen sich die Politiker von Sachargumenten leiten lassen.

Lesen Sie dazu auch den Bericht zur Entscheidung des Stadtrats:

Stadtrat lehnt Parkdeck in Burgaus Innenstadt ab

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