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28.07.2010

Burgau erinnert an die Opfer der Nazi-Herrschaft

Burgau Mit einem schlicht gehaltenen Mahnmal will die Stadt Burgau der Menschen gedenken, die im KZ-Außenlager gelitten haben oder ums Leben gekommen sind. Mit der Inschrift, die der Stadtrat bei seiner Sitzung am Dienstagabend festgelegt hat, wird aber auch aller Opfer der Nazi-Herrschaft gedacht.

Gegen das Mahnmal, das an einem kleinen Waldstück bei der Mindelbrücke aufgestellt werden soll, votierte Stadtrat Wendelin Offenwanger ( Freie Wähler).

Zu Beginn der Beratung betonten Bürgermeister Konrad Barm und der evangelische Pfarrer Dr. Martin Diederich, dass es bei dem Mahnmal nicht um das Thema " Burgau und das Dritte Reich" gehe. Auch nicht darum, das Leid von Menschen gegeneinander aufzuwiegen.

Kontakt mit einer Überlebenden

Burgau erinnert an die Opfer der Nazi-Herrschaft

Es gehe darum, "an die Vernichtung von Juden durch Arbeit" im KZ-Außenlager Burgau "mahnend zu erinnern", betonte der evangelische Geistliche. Dies sei vor allem mit Blick auf die Jugend von Bedeutung. Man sei mit einer Überlebenden des KZ-Außenlagers in Kontakt, die zur Einweihung des Mahnmals aus den USA anreisen würde, erklärte Pfarrer Dr. Diederich.

Zwei Standorte für das Mahnmal standen im Stadtrat noch in der engeren Wahl. Mit 12:5 Stimmen wurde schließlich beschlossen, die Gedenkstätte beim kleinen Waldstück an der Mindelbrücke zu errichten. Dieser Standort liege zentral, sei gut einsehbar und strahle trotzdem die Würde und Ruhe aus, die dem Mahnmal angemessen sei, erklärte CWG-Rat Ralf Stambusch. Stadtrat Jürgen Pauer (Freie Wähler) hatte sich dagegen für den Standort an der Troppauer Straße ausgesprochen.

Länger dauerte die Diskussion über die Inschrift, die an einem schlichten Gedenkstein als Zentrum des Mahnmals angebracht werden soll. Nach den Vorberatungen im Kulturausschuss und am "Runden Tisch zum Umgang mit dem KZ-Außenlager Burgau" standen noch drei Varianten (siehe Info-Kasten unten) zur Auswahl. Quer durch die Fraktionen fanden sich Befürworter für alle drei Varianten.

Letztlich entschied sich die Mehrheit mit 10:7 Stimmen für folgende Inschrift: "Wenn ich daran denke, erschrecke ich, und mein Zittern ergreift meinen Leib (Hiob 21.6.). Zum Gedenken an die Verfolgten der NS-Herrschaft! Ihr Leiden und Sterben sei uns Mahnung zu Toleranz und Menschlichkeit! Dieser Stein erinnert an diejenigen, die im Burgauer KZ-Außenlager gelitten haben". Die Namen der 18 Menschen, die im KZ-Außenlager starben, werden auf der Inschrift nicht genannt. Ihre Namen sollen im Museum veröffentlich werden. Die genaue Gestaltung des Mahnmals wird noch erarbeitet, im Zentrum steht ein schlichter Gedenkstein.

Stadtrat Wendelin Offenwanger (Freie Wähler) votierte gegen das Vorhaben. "Ich brauche gar keine Inschrift", erklärte er bei den Abstimmungen über deren Text. Dagegen betonte SPD-Stadtrat Dieter Kircher, dass sich Burgau seiner "Vergangenheit endlich stellt, steht uns gut an."

Bürgermeister Konrad Barm sagte abschließend, das Mahnmal sei "keine Schuldzuweisung", aber die wichtige Erinnerung an eine geschichtliche Tatsache. Es sei bedeutend, diese Erinnerung als Mahnung an die Jugend weiterzugeben. Der Bürgermeister dankte den Mitgliedern des "Runden Tisches" und allen anderen Beteiligten für ihr Engagement und ihre Arbeit im Sinne der Gedenkstätte.

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