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Landkreis Günzburg

10.09.2018

Burgau ist auf dem Weg zu 10000 Einwohnern

In Burgau tut sich einiges. Wenn das ehemalige Zimmermann-Areal (Mitte) bebaut ist, wird sich das Gesicht der Stadt stark wandeln. Und mit 10000 Einwohnern wird sich auch einiges verändern.
Bild: Ulrich Wagner

Die Stadt wird wohl bald diese Schwelle überschreiten. Was das für die Kommune bedeutet, was vorbereitet werden muss und welche Schwierigkeit entstehen könnte.

Am Montag vor einer Woche hatte Burgau 9967 Einwohner. Womöglich wird bereits Ende des Monats oder Anfang des nächsten der 10000. Einwohner begrüßt werden können. Im Schnitt wächst die Stadt derzeit um 20 Menschen pro Monat, im August waren es gar 30. Bürgermeister Konrad Barm sagt, dass diese Entwicklung vor etwa einem Jahr spürbar begonnen habe. Zum einen werde sie durch mehr Geburten, zum anderen durch Saisonarbeiter und Asylbewerber begünstigt, wobei es von letzteren gerade einmal 60 in der Stadt gebe. In erster Linie aber liege es daran, dass Gemeinden an Autobahnen und Bahnlinien für alle interessanter werden, die in Großstädten arbeiten – sich dort aber keine Wohnung oder ein Haus mehr leisten können beziehungsweise wollen.

Vielleicht dauert es auch noch ein wenig länger bis zum 10000. Einwohner, da bald wieder das neue Semester an den Universitäten startet und so mancher, der mit dem Studieren beginnt, sich dann ummeldet. Regelmäßig werden jetzt die aktuellen Zahlen vom Einwohnermeldeamt an die Stadtspitze weitergegeben, schließlich soll demjenigen, der die Grenze vom vier- zum fünfstelligen Bereich „knackt“, ein kleines Geschenk gemacht werden. Um was es sich handelt, kann der Bürgermeister noch nicht sagen. Es komme schließlich darauf an, ob es ein Baby oder ein Erwachsener ist.

Burgau ist die drittgrößte Kommune im Landkreis Günzburg

Für eine Gemeinde sei das jedenfalls „ein Sprung“, und ein „anderes Gefühl“. Eine fünfstellige Einwohnerzahl im Landkreis Günzburg haben bislang nur die Kreisstadt selbst mit knapp 20300 und Krumbach mit gut 13000 zum Stichtag 30. Juni vergangenen Jahres. Burgau ist auch bislang schon die drittgrößte Kommune im Landkreis. Die Entwicklung der Stadt sei sehr positiv, sagt Barm, zumal die Einwohnerzahl in den vergangenen Jahren auch schon mal einen leichten Knick bekam.

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Von mehr Bürgern profitiere das Gewerbe – aber es bringe auch neue Aufgaben. So müssten mittel- bis langfristig neue Wohn- und Gewerbegebiete geplant werden, wobei sich Burgau flächenmäßig schwertue. Auch die Zahl der Plätze in der Kinderbetreuung – alleine hier sollen es in den nächsten Jahren gut 100 mehr werden – und in den Schulen müssen angepasst werden, und natürlich die Infrastruktur.

Es wird nicht automatisch mehr Mitarbeiter für die Verwaltung geben

Barm hatte die Hoffnung, dass mit der neuen Stufe automatisch auch mehr Personal für die Stadtverwaltung vom Freistaat bewilligt wird. Dem sei aber nicht so. Doch man wolle den Rat überzeugen, dass mit mehr Bürgern auch mehr Aufgaben auf die Verwaltung zukommen und somit zumindest ein paar weitere Mitarbeiter nötig seien – und eine adäquate Bezahlung. Sollte es mehr Personal geben, stelle sich wiederum die Frage, in welchen Räumen es untergebracht werden kann. Im Rathaus geht es schon jetzt eng zu.

Der Bürgermeister wird übrigens durch die neue Einwohnerzahl bei der Bezahlung hochgestuft. Bislang ist er bei A16 in der letzten Stufe eingruppiert, was nach dem Tarifrechner für den Öffentlichen Dienst derzeit ein monatliches Grundbruttogehalt von 7082,21 Euro bedeutet. Hinzu kommt eine Jahressonderzahlung von 4603,38 Euro. Weitere mögliche Zuschläge sind nicht berücksichtigt. Künftig ist der Bürgermeister in der Gruppe B2 eingestuft. Das monatliche Bruttogrundgehalt liegt bei 7384,97 Euro, die Sonderzahlung bei 4800,17 Euro. „Wichtiger wäre mir, dass wir mehr Mitarbeiter hätten.“

Mehr Geld für den Bürgermeister und mehr Sitze im Stadtrat

Während die Anpassung etwa der Infrastruktur oder der Kinderbetreuung Zeit braucht, wird sich bis auf die Besoldung des Bürgermeisters erst einmal nur eines ändern: die Zahl der Sitze im Stadtrat. Entscheidend ist aber der 31. März kommenden Jahres als Stichtag: Dann muss die Einwohnerzahl bei mindestens 10000 liegen, damit die Zahl im August vom Statistischen Landesamt offiziell verkündet werden und Einfluss bei den Kommunalwahlen haben kann. „Die vier Sitze mehr bringen wir noch unter“, sagt Barm, das sei bereits getestet worden. Es würden dann 24 Ratsmitglieder sein. Die Frage wäre, ob die Amtsleiter des Rathauses künftig noch Platz am Ratstisch haben werden, wenn mehr Ortssprecher dazu kommen sollten. Vielleicht wird es künftig auch einen eigenen Protokollführer geben.

Während der laufenden Amtszeit gibt es bei der Zahl der Ratsmitglieder keine Auswirkungen, erklärt auch ein Sprecher des Landesinnenministeriums. Es würde keine Neu- oder Ergänzungswahlen geben. Als Stichtag für die Besoldung des Bürgermeisters, der in Kommunen ab 10000 Einwohnern verpflichtend hauptamtlich sein muss, was Barm bereits ist, zählt der 30. Juni des Vorjahrs. Die Zahl muss auch vom Statistischen Landesamt festgestellt werden. Der Bürgermeister muss also noch etwas länger bei A16 bleiben.

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