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04.05.2020

Burgaus ehemaliger Kulturreferent sieht noch "Luft nach oben"

Die Kapuzinerhalle in Burgau ist zu einem der Hotspots für die Kultur in Burgau geworden - und auch zur Heimstatt des Starkbierfests der Günzburger Zeitung, bei dem den Politikern verbal kräftig eingeschenkt wird.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archivbild)

Was sich in den vergangenen Jahren in der Stadt kulturell prima entwickelt hat. Und für welche Bereiche Jürgen Pauer mahnend den Zeigefinger hebt.

Jürgen Pauer war viele Jahre Kulturreferent des Burgauer Stadtrates. Er gehört zu jenen, die bei der Wahl nicht mehr angetreten waren. Der Freie Wähler hielt bei der jüngsten Sitzung des Stadtrats seinen letzten Kulturbericht. Sein Fazit in Kürze: Kulturell sei in Burgau über die Jahre viel erreicht worden, in manchen Bereichen gebe es aber noch immer Luft nach oben. Die Kultur weiter zu fördern, sei eine zentrale Aufgabe der neuen Stadtspitze und des neuen Stadtrats.

Kultur sei kein Luxus, betonte Pauer, sondern eine Pflichtaufgabe staatlicher und kommunaler Institutionen – sei es bei Museen, Ausstellungen oder der Förderung musikalischer und historischer Vereine. Teil der Kultur seien auch die zahlreichen Burgauer Feste, der Kultursommer oder die Städtepartnerschaften. Bei der Förderung der Kultur werde von „Subventionen“ geredet, erklärte Pauer. Als gehe es quasi um Almosen.

Viel genutzte Kapuzinerhalle

Etwa beim Straßenbau sei dagegen von „Investitionen“ die Rede. Das eine aber sei so wichtig wie das andere. In Burgau sei kulturell in den zurückliegenden Jahren viel erreicht worden. Aus der ehemaligen TSV-Halle sei aber nur dank des Engagements eines Fördervereins die inzwischen viel genutzte Kapuzinerhalle geworden, merkte Pauer kritisch an. Gelungen sei die Sanierung des Schlosses; bei Öffnungszeiten, Veranstaltungen und gastronomischen Angeboten gebe es aber noch Luft nach oben.

Ein Fortschritt sei die Schaffung eines städtischen Kulturamtes gewesen. Fachpersonal müsste nach Pauers Überzeugung auch beim Stadtarchiv eingestellt werden. Die weitere wissenschaftliche Aufarbeitung „der reichen Geschichte Burgaus“ mache dies notwendig.

Historischer Verein hat nichts mit Heimattümelei zu tun

Ähnlich wichtig wie das Kulturamt und das Stadtarchiv sei der Historische Verein, der wissenschaftlichen Ansprüchen und nicht der „Heimattümelei“ diene. Auf einem guten Weg seien die Musikvereine in der Stadt. Sie hätten immer wieder „strukturelle Probleme“ gehabt, durch die Mitgliedschaft Burgaus im Musikzentrum Mindeltal werde sich dies zum Besseren wenden.

Pauer würdigte das vielfältige und hohe bürgerschaftliche Engagement bei historischen Festen und anderen Gelegenheiten – etwa bei den Städtepartnerschaften, den Auftritten des Kammerchors, den Ausstellungen des Krippenvereins oder der Galerie Groß. Ein „wichtiger Standortfaktor“ sei auch die Neue Bühne Burgau.

Vom Zugang zur Kultur

Nachholbedarf gebe es bei der Kunst im öffentlichen Raum. Der neue Stadtrat sei gefordert, in dieser Hinsicht an weiteren Konzepten mitzuwirken.

Das Fazit des scheidenden Kulturreferenten: Kultur kostet Geld. Nicht zuletzt, weil der Zugang zu ihr auch Menschen mit kleinem Geldbeutel ermöglicht werden müsse.

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