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Jettingen-Scheppach

15.03.2020

CSU stellt nicht mehr den Bürgermeister in Jettingen-Scheppach

Christoph Böhm (links) wird neuer Bürgermeister in Jettingen-Scheppach. Er hat sich gegen Michael Fritz (rechts) durchgesetzt. In der Mitte: der bisherige Bürgermeister Hans Reichhart.
Bild: Walter Kaiser

Plus Christoph Böhm (Freie Wähler) wird Nachfolger von Hans Reichhart. CSU-Herausforderer Michael Fritz ist tief enttäuscht.

Für die CSU in Jettingen-Scheppach war der Sonntag ein denkwürdiger Tag – im negativen Sinne. Denn erstmals seit Bestehen der Marktgemeinde, seit 50 Jahren, stellen die Christsozialen nicht mehr den Bürgermeister. Mit 64,7 Prozent der Stimmen ist Christoph Böhm von den Freien Wählern zum neuen Gemeindeoberhaupt und damit zum Nachfolger von Hans Reichhart (CSU) gewählt worden. Die Wahlbeteiligung lag bei 63 Prozent.

In einer ersten Stellungnahme zeigte sich der 53-jährige Ingenieur ebenso überrascht wie erfreut. „Mit diesem klaren Wahlergebnis habe ich nicht gerechnet.“ Umgekehrt saß die Enttäuschung beim CSU-Kandidaten Michael Fritz erkennbar tief. Während des Wahlkampfs habe er eigentlich andere Eindrücke gewonnen, kommentierte der 35-jährige Unterknöringer den klaren Wahlausgang zu Gunsten von Böhm.

Michael Fritz war in Jettingen-Scheppach ein unbeschriebenes Blatt

Möglicherweise hat das den Unterschied ausgemacht. Christoph Böhm ist in Jettingen-Scheppach geboren, seit zwölf Jahren ist er Mitglied des Gemeinderates. „Das war sicher ein Einheimischen-Bonus“, erklärte Böhm zumindest einen Teil seines Erfolgs. Michael Fritz dagegen lebt in Unterknöringen, er ist zwar Stadtrat in Burgau – in der Marktgemeinde Jettingen-Scheppach dürfte er für viele aber ein eher unbeschriebenes Blatt gewesen sein. Da half es offenbar auch nicht, dass Fritz nicht nur von der CSU, sondern auch von den Jungbürgern als Kandidat nominiert worden war.

CSU stellt nicht mehr den Bürgermeister in Jettingen-Scheppach

Derzeit stellen CSU und Jungbürger 14 von 20 Mitgliedern des Gemeinderates in Jettingen-Scheppach. Möglich, dass die Kräfteverhältnisse im künftigen Rat ähnlich liegen werden. Böhm müsste in diesem Falle gegen eine Mehrheit amtieren, die nicht die seine ist. Wichtiger sei, zum Wohle der Bürger zusammenzuarbeiten, erklärte Böhm. Zudem werde der Gemeinderat mit dem mutmaßlichen Einzug der Grünen „bunter“ als bislang. Er wolle sich ganz auf seine künftige Arbeit als Bürgermeister konzentrieren, sagte Böhm. Zugleich räumte er ein, froh zu sein, „dass die Wahlkampfzeit nun vorbei ist“.

Amtsinhaber Hans Reichhart gratuliert Christoph Böhm zum Sieg

Für Michael Fritz ist die kommunalpolitische Arbeit zumindest für die kommenden sechs Jahre vorbei. Er hat nicht mehr für den Burgauer Stadtrat kandidiert, als Unterknöringer konnte er nicht bei der Gemeinderatswahl in Jettingen-Scheppach antreten. Fritz: „Ich mache mal eine Pause.“

Der CSU-Ortsvorsitzende und bisherige Zweite Bürgermeister Hermann Högel nannte den Ausgang der Wahl „erstaunlich“. Eigentlich hätte man nach der erfolgreichen Arbeit der CSU-Bürgermeister mit einem anderen Ergebnis rechnen können. Wie Högel verfolgte auch der noch bis Ende April amtierende Bürgermeister Hans Reichhart den Wahlausgang im Rathaus. Er beglückwünschte Böhm zu seinem Sieg und wünschte ihm eine glückliche Hand zum Wohle der Gemeinde.

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