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Pandemie

18.10.2020

Corona: Landkreis nähert sich der kritischen Zahl 50

Der Landkreis Günzburg hat am Sonntag die kritische Marke von 35 Neuinfektionen pro 100000 Einwohner überschritten. Sollte sich bis zum 26. Oktober an dem Wert nichts geändert haben, treten die Vorgaben entsprechend der Ampelstufe gelb oder rot in Kraft.
Bild: imago images/Christian Ohde

Plus Nach einem sprunghaften Anstieg von Neuinfektionen gelten ab sofort neue Regeln. Zehn Klassen der Krumbacher Realschule mussten in Quarantäne geschickt werden.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen hat im Landkreis Günzburg am Sonntag die Schwelle von 35 pro 100000 Einwohner in sieben Tagen übertroffen. Sie liegt aktuell bei 47,2. Damit nähert sich die Region sogar der nächsten kritischen Marke von 50. Das Landratsamt reagierte gestern mit einer Allgemeinverfügung, die ab sofort gilt. Schüler und deren Eltern wurden noch am Sonntag über die Schulen informiert. Bekannt wurde am Sonntag zudem, dass zehn Klassen einer weiterführenden Schule im südlichen Landkreis Günzburg in Quarantäne gehen mussten. Laut Informationen unserer Zeitung handelt es sich um die Krumbacher Realschule. Auch an einer Schule im mittleren Landkreis gab es zwei weitere positive Fälle.

Die Zahl der Corona-Infektionen im Landkreis war in den vergangenen Tagen sprunghaft gestiegen. Das Gesundheitsamt meldete über das Wochenende nun 18 neue Covid-19-Fälle. Die Allgemeinverfügung des Landkreises tritt deshalb ab Montag für alle Schulen im Landkreis Günzburg in Kraft. Sie wird bis zum 26. Oktober gelten, heißt es in einer Pressemitteilung.

Sollte sich die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Günzburg nach diesem Zeitraum noch immer über einem Schwellenwert von 35 beziehungsweise 50 pro 100000 Einwohnern bewegen, treten die in der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung geregelten Vorgaben entsprechend der Ampelstufe „gelb“ beziehungsweise „rot“ in Kraft.

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Corona-Neuinfektionen: Neue Regeln durch Allgemeinverfügung

Dem Landratsamt sei bewusst, dass die Regelungen, die mit der Allgemeinverfügung gelten, Einschränkungen für die Menschen im Landkreis nach sich ziehen, teilte Pressesprecherin Jenny Schack mit. Diese Regelungen dienten dazu, das Ausbruchsgeschehen in den Griff zu bekommen. Landrat Hans Reichhart betonte: „Ich bitte sie alle inständig, sich an diese Maßnahmen zu halten. Das Corona-Virus ist nach wie vor ansteckend und keine Sache, die man auf die leichte Schulter nehmen kann. Vielen Dank für ihr Verständnis – auch wenn es schwerfällt und Treffen im großen Freundeskreis derzeit nicht mehr möglich sind.“

Wie das Landratsamt weiter mitteilt, mussten zehn Klassen einer weiterführenden Schule im südlichen Landkreis Günzburg in Quarantäne gehen. Laut Informationen unserer Zeitung handelt es sich um eine fünfte, zwei achte sowie alle neunten und zehnten Klassen der Krumbacher Realschule. Das Landratsamt informierte über die Schule alle Schüler und deren Eltern über die Quarantäneanordnung. Die einzelnen Details werde das Landratsamt am Montag mit den Familien besprechen, teilte Sprecherin Schack mit.

Etwa 250 Schüler der Krumbacher Realschule in Quarantäne

Grund für die Quarantäne von etwa 250 Schülern ist der positive Corona-Test einer Lehrkraft, die mit allen Klassen Kontakt hatte. Auch an einer Schule im mittleren Landkreis wurden am Sonntagnachmittag zwei Schüler positiv getestet. Zehn Lehrer sowie drei Klassen seien davon betroffen und mussten ebenfalls in Quarantäne, so die Sprecherin weiter.

Seit Samstag gelten bayernweit einheitliche Regelungen bei Überschreiten der Inzidenzwerte von 35 und 50 pro 100000 Einwohnern. Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege hat die Änderung der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung am Samstag veröffentlicht, an diese Änderungen muss sich auch der Landkreis Günzburg halten.

Auch Grundschulkinder sollten Mund-Nasen-Bedeckung tragen

Mit der Allgemeinverfügung ergeht zugleich die Bitte an die Grundschulkinder im Landkreis, dass auch sie im Unterricht eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Dies werde über die Schulen auch an die Eltern kommuniziert, heißt es in der Mitteilung. Beim derzeitigen Infektionsgeschehen an hiesigen Schulen ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung laut Landratsamt dringend angeraten. Das Tragen der Maske habe im Verlauf den Vorteil, dass Kinder, die Kontakt zu Corona-positiv getesteten Mitschülern hatten, eine Woche statt 14 Tage in Quarantäne müssen, so Sprecherin Schack.

Aktuell gibt es 68 aktive positive Fälle im Landkreis, 451 Personen gelten seit Ausbruch der Pandemie in der Region als geheilt. In Quarantäne befinden sich momentan 597 Menschen, das sind 41 mehr als am Freitag. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg von 30,79 auf nun 47,2. Laut Landratsamt liegt der Wert damit im aktuellen bayerischen Durchschnitt.

Am Landratsamt wird damit gerechnet, dass die nächste kritische Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100000 Einwohner in den nächsten Tagen gerissen wird. „Wir gehen davon aus, dass wir die Zahl demnächst knacken könnten“, teilte Jenny Schack am Sonntag mit. Angesichts von 250 Schülern, die in Quarantäne seien, seien weitere positive Fälle zu erwarten. Man sei auf diesen Fall vorbereitet.

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