Newsticker
Vizekanzler Scholz rechnet mit Lockdown-Verlängerung um zwei Wochen
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Corona-Testzentren im Kreis Günzburg nehmen Betrieb auf

Günzburg

28.08.2020

Corona-Testzentren im Kreis Günzburg nehmen Betrieb auf

Der Wartebereich sollte für den Corona-Test in den Medizinischen Versorgungszentren in Günzburg und Krumbach ab dem 1. September möglichst unbesetzt bleiben, da die Termine vorher online vergeben worden sind und gewissermaßen im Akkord abgestrichen wird. Sonst wären 250 Tests am Tag gar nicht möglich.
Bild: Till Hofmann (Symbol)

Plus Ab Dienstag können Landkreisbürger überprüfen lassen, ob sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben. Wie das abläuft und warum Lehrer Vorrang haben.

Vom 1. September an können sich in den beiden größten Städten im Landkreis Menschen kostenfrei testen lassen, ob sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben oder nicht. Das hat damit zu tun, dass im Auftrag des Freistaats die Kommunen entsprechende Anlaufpunkte einrichten sollen. Und als praktikabelste Lösung erschienen dem Landratsamt die beiden Kreisklinikstandorte Günzburg und Krumbach. Vereinbart wurde am Donnerstagnachmittag in einem Gespräch, an dem unter anderem Landrat Hans Reichhart und Klinikvorstand Dr. Volker Rehbein teilgenommen haben, dass von Monatsbeginn an 250 Tests pro Tag angeboten werden – etwa zwei Drittel davon in Günzburg.

Nur im Kreis Günzburg zwei Standorte

„Uns war wichtig, dass es nicht nur eine zentrale Anlaufstelle im Landkreis gibt“, sagte Landrat Reichhart gegenüber unserer Zeitung. Auf diese Weise habe die Bevölkerung im Norden und im Süden des Kreisgebietes verhältnismäßig kurze Wege, um sich freiwillig testen zu lassen. Schwabenweit gibt es nach Angaben des Landratsamtes nur im Kreis Günzburg zwei Teststandorte. Sollte das immer noch nicht ausreichen, steht das Testzentrum Leipheim auf dem Gelände des Kreisabfallwirtschaftsbetriebs zur Verfügung.

Einfach so ab Dienstag in den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) erscheinen, die den Kreiskliniken angeschlossen sind, funktioniert jedoch nicht. Ein Abstrich wird in aller Regel nur nach vorheriger Online-Anmeldung gemacht. „Wer diesen Weg nicht einhält, wird wieder nach Hause geschickt“, kündigt die Sprecherin des Landratsamtes, Jenny Schack, an. Klinikvorstand Rehbein ergänzt, dass es keinerlei medizinische Beratung geben wird. „Es geht ausschließlich um den Abstrich.“

So melden Sie sich an:

Labor in Augsburg analysiert Corona-Tests aus Kreis Günzburg

Dafür stehen aus jeweils zwei Personen bestehende mobile Teams parat. Nach der Vorstellung Rehbeins werden drei davon zugleich im Einsatz sein: zwei in Günzburg, eines in Krumbach. Das seien jedenfalls die Planungen. Um ausreichend Personal zur Verfügung zu haben, warb und wirbt das Kreiskrankenhaus per Inserat und auf Facebook um Kräfte auf 450-Euro-Basis.

Das mit den Kreiskliniken kooperierende Labor in Ravensburg wird die Coronatests nicht analysieren. Für diese Dienstleistung wurde das Krankenhaus mit einem Labor in Augsburg handelseinig. Rehbein betont, dass es nicht in der Zuständigkeit der Kreiskliniken liege, falls das Labor seiner Verpflichtung nicht mehr hinterherkommen könne, schnell und zuverlässig Ergebnisse zu liefern. „Wir können im Falle des Falles ja auch keine Quarantäne anordnen.“ Bei Engpässen, versicherte Reichhart, sei es für den Landkreis möglich, sich an das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zu wenden. Im Auftrag des Freistaates gebe es dort noch Reservekapazitäten.

Schulisches Personal hat in den ersten Tagen Vorrang

Aber noch ist nicht klar, wie viele Landkreisbürger überhaupt das Angebot annehmen werden. In den ersten Tagen bis zur Monatsmitte hat schulisches Personal Vorrang, heißt es aus dem Landratsamt. Dann werden vom Hausmeister bis zum Schulrektor alle getestet, die wollen. Schulamtsdirektorin Barbara Käppeler gibt die Zahl potenzieller Testpersonen im Landkreis Günzburg aus diesem Bereich und über alle Schularten hinweg „grob mit 3000“ an.

„Ich habe das Gesundheitsamt um Hilfe gebeten, sonst hätten wir das so nicht hinbekommen, wie es sich das Kultusministerium vorgestellt hat", sagt sie stellvertretende Leiterin des Schulamts Günzburg. Das vorgesehene Zeitfenster für die Pädagogen und Co. liegt zwischen dem 24. August und 18. September. Käppeler hat jetzt von der Gesundheitsbehörde insgesamt neun „Termin-Slots“ an den MVZ in Günzburg und Krumbach bekommen. In diesen Zeiträumen könnten bis zu 680 Personen auf Corona getestet werden.

Bislang haben vor allem niedergelassene Ärzte die Corona-Tests angeboten. Aber eben nicht besonders viele. Im Stadtgebiet von Günzburg ist kein Arzt dazu bereit. Das lag zum Teil an umständlichen Abrechnungsmodalitäten. Der Abstrich an sich ist mit dem geringsten Zeitaufwand verbunden. Alles in allem müsse pro Patient aber mit 20 Minuten gerechnet werden, heißt es aus Ärztekreisen.


Lesen Sie auch:

Reiserückkehrer lassen Corona-Zahlen im Kreis Günzburg steigen

Corona-Großdemo in Günzburg schrumpft gewaltig

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren