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Günzburg

21.05.2019

Damit Extremismus keine Chance hat

In sehr persönlichen Worten wandte sich Karl Freller, Vizepräsident des Landtags und Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, gegen rechtes und extremistisches Gedankengut.
Bild: Kaiser

Sechs Wochen lang war die Wanderausstellung „Vergissmeinnicht“ im Günzburger Heimatmuseum zu sehen. Die Resonanz war groß.

Museumsleiter Raphael Gerhardt zog ein „äußerst positives Fazit“. Sechs Wochen war die Wanderausstellung „Vergissmeinnicht“ zu sehen. Die Resonanz beim Publikum war groß. Besonders erfreulich aber sei, dass viele Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren Lehrkräften den Weg ins Günzburger Heimatmuseum gefunden hatten, wie zum Abschluss der Ausstellung am Sonntagnachmittag auch Bürgermeisterin Ruth Niemetz betonte. „Vergissmeinnicht“ schildert das Schicksal von 22 jüdischen Kindern während der Nazi-Diktatur. An jene Zeit des Unrechts zu erinnern, sei und bleibe eine wichtige Aufgabe, erklärte Karl Freller, der Vizepräsident des Bayerischen Landtags, in sehr persönlichen Worten.

Der CSU-Politiker ist auch Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten. Sie hat sich nicht zuletzt die Erinnerung an das Leiden der Menschen in den Konzentrationslagern Dachau und Flossenbürg sowie in deren mehr als 200 Außenlagern in Bayern zur Aufgabe gemacht hat. Das hat offenbar ausgereicht, Freller und seine Frau auf die Todeslisten des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) um Beate Zschäpe zu setzen. Der Rechtsextremismus ist nah und bedrohlich.

Anschauliche Aufklärungsarbeit geleistet

Freller erinnerte an Max Mannheimer. Bei Schulbesuchen habe der Überlebende des Holocaust immer betont: „Ihr seid nicht schuld.“ Aber jeder trage ein Stück Verantwortung dafür, dass Extremismus, Rassismus und Antisemitismus nicht mehr das Denken bestimmen dürften. Umso dankbarer sei er, dass Stadt und Historischer Verein Günzburg mit der Ausstellung „Vergissmeinnicht“ anschauliche Aufklärungs- und Erinnerungsarbeit geleistet hätten. „Um für die Menschen erfahrbar zu machen, dass nicht mehr geschehen darf, was geschehen ist.“ Vor diesem Hintergrund könne er „jeder Gemeinde und jeder Firma nur raten, ihre Geschichte aufzuarbeiten“, sagte Freller.

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Die Stiftung Bayerische Gedenkstätten sei bemüht, die Schrecken der Konzentrationslager mit den noch wenigen Überlebenden wissenschaftlich weiter aufzuarbeiten – als Mahnung für heutige und kommende Generationen. Wichtige Quellen seien auch die Kinder und Enkel derer, die in den Konzentrationslagern gelitten oder den Tod gefunden haben. Sie seien zwar nicht unmittelbar betroffen gewesen, trotzdem aber Opfer.

Jüdisches Leben gehört seit 1700 Jahren zu Deutschland

Denn aufgrund ihrer tragischen Familiengeschichte seien viele traumatisiert, hob Freller hervor. Und er fügte an: „Das jüdische Leben gehört seit mindestens 1700 Jahren zu Deutschland und zu Europa. Wir werden das jüdische Leben in Bayern schützen.“ Erschreckend sei, dass dazu häufig genug die Polizei vonnöten sei.

Der Politiker schlug abschließend den Bogen zur AfD. In Teilen der Partei gebe es ein „extremes Denken“, was auch im Landtag sichtbar sei. Freller appellierte an die zahlreichen Besucher der Finissage, bei der Europawahl nicht den Rechtspopulisten die Stimme zu geben, sondern eine demokratische Partei zu wählen. Der Vizepräsident des Landtags: „Wir brauchen Europa als Sicherung des Friedens und der Demokratie.“

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