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Einweihung

30.06.2014

Damit Senioren länger daheim wohnen können

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Freuen sich über die neue Einrichtung zur Entlastung pflegender Familienangehöriger: Die 84-jährige Maria Vetter und ihre Tochter Margit Ruf.

Die Ökumenische Sozialstation Günzburg, die ins Zentrum umgezogen ist, hat jetzt auch eine Tagespflege mit 18 Plätzen. Bei der Eröffnung ist die Freude über dieses neue Angebot spürbar

Maria Vetter fühlt sich wohl dort. Die 84-Jährige ist eine der ersten Seniorinnen, die in der neuen Tagespflege der Ökumenischen Sozialstation betreut wird. Und ihre berufstätige Tochter Margit Ruf freut sich, dass es in Günzburg endlich diese Einrichtung gibt: „Das ist eine wohltuende Hilfe bei meiner Pflegearbeit.“ Bisher war ihre Mutter in einer Tagespflege in Niederstotzingen untergebracht, weil es eine solche Einrichtung in Günzburg nicht gab. Die neue Sozialstation mit Tagespflege wurde nun am Freitag bei einem Festakt offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Bei strahlendem Sonnenschein gaben die beiden Pfarrer Stefan Berlin und Peter Seidl der Tagespflege den kirchlichen Segen. Bei der Einrichtung handele es sich um einen Ort der Liebe, hieß es in der Predigt, an dem die Mitmenschlichkeit erfahrbar gemacht werden soll. Angesichts einer alternden Bevölkerung wurde die Bedeutung als wichtiger Bestandteil im pflegerischen Betreuungsangebot von den Festrednern immer wieder herausgestellt. Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig sagte, es gehe nicht allein darum, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern wie diese Jahre mit Leben erfüllt werden können. Allein in Günzburg werde bis 2023 der Anteil der Menschen über 65 Jahre 25 Prozent betragen. Dank der nun angebotenen teilstationären Betreuungsform könnten viele Senioren länger zu Hause bleiben. Die Stadt habe mit einem Zuschuss von 80000 Euro Kapital bestens angelegt. Das neue Sozialzentrum mitten in der Stadt „hat Vorbildfunktion weit über Günzburg hinaus“, betonte der Oberbürgermeister.

Die Sozialstation zähle zu den größten Dienstleistern im nördlichen Landkreis, sagte Monika Wiesmüller-Schwab als Stellvertreterin von Landrat Hubert Hafner. Mit den 18 Plätzen der Tagespflege werde das Angebot der Sozialstation in idealer Weise ergänzt, so Wiesmüller-Schwab. Der Landkreis hat den Aufbau der Tagespflege mit 50000 Euro unterstützt. Viele pflegende Angehörige kümmerten sich aufopferungsvoll um ihre Familienmitglieder, trauten sich aber nicht, Hilfe von außen anzunehmen, sagte Dr. Hans Reichhart. Dazu sei nun diese Einrichtung auch unter Tags eine vorübergehende Ergänzung der häuslichen Pflege, meinte der Jettinger Landtagsabgeordnete: „Die Tagespflege ermöglicht es Angehörigen eine Auszeit zu nehmen um ihren Akku wieder aufzuladen.“

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Sozialstation-Geschäftsführer Jürgen Riederle habe mit dieser Einrichtung die Zeichen der Zeit erkannt, sagte Gertrud Egger vom Caritasverband der Diözese Augsburg vor circa 140 Festgästen. In Günzburg sei ein Zentrum für Pflege entstanden, auf das die Kreisstadt stolz sein könne. Die Sozialstation, so Egger, sei ein Zeichen für die Wertschätzung der Schwächsten in der Gesellschaft. Für Heiterkeit unter den Gästen sorgte Architekt Martin Brenner, der es als „glorreiche Idee“ bezeichnete, angesichts der sommerlichen Temperaturen mit einem Schokoschlüssel aufzuwarten. Ziel bei der Gestaltung des anspruchsvollen Tagespflegebereichs sei es gewesen, dass die Räume dem häuslichen Bereich nahe kommen und nicht klinisch wirken sollten. Geschäftsführer Jürgen Riederle ging auf die Entstehung des neuen Sozialzentrums in der Sackgasse Auf der Bleiche ein. Wegen der räumlichen Enge der früheren Unterbringung in der Zankerstraße an der St. Martin-Kirche wurde 2013 die Gelegenheit und das Gebäude eines früheren Ingenieurbüros gekauft. Nach umfangreichen Umbauarbeiten erfolgte im Januar 2014 der Umzug. Wichtig für den Geschäftsführer sei, dass die Tagespflege zentral in der Kernstadt habe angesiedelt werden können, sodass „hier das neue soziale Zentrum der Stadt entstanden ist“.

Erich Häuser, Aufsichtsratsvorsitzender der Ökumenischen Sozialstation, lobte die tüchtigen Mitarbeiter. Er hob hervor, dass Geschäftsführer Riederle in den vergangenen Jahren eine Organisation mit mehr als 100 Mitarbeitern aufgebaut habe. Nach dem offiziellen Festakt, der von einem Querflötentrio der städtischen Musikschule umrahmt wurde, informierten sich die Gäste bei einem Rundgang über die Einrichtung.

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