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Jubiläum

16.07.2019

Das Erfolgsrezept für eine 65 Jahre währende Ehe

Philomena und Rudolf Schlecker in Ichenhausen feiern heute ein beachtliches Jubiläum: das Fest der Eisernen Hochzeit für 65 Ehejahre.
Bild: Wolfgang Kahler

Philomena und Rudolf Schlecker aus Ichenhausen feiern Eiserne Hochzeit

Das Ende des Zweiten Weltkrieges haben beide noch in Erinnerung: Es war schrecklich, beschreiben Philomena und Rudolf Schlecker diese Zeit. Wenige Jahre später lernten sie sich in Ichenhausen kennen, beim Jahrmarkt. Bald darauf folgte die Hochzeit. Und heute blickt das Paar auf eine 65 Jahre dauernde Ehezeit zurück.

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Rudolf Schlecker, Jahrgang 1929, aus Hausen, war in den letzten Kriegstagen als gerade 16-Jähriger noch zum Volkssturm eingezogen worden und sollte Günzburg vor den heranrückenden Amerikanern verteidigen, flüchtete aber rechtzeitig zu Fuß nach Hause. Da hatte er schon eine Ausbildung zum Hufschmied begonnen, die er 1947 mit der Gesellenprüfung abschloss. Als er Anfang der 50er Jahre einen Jahrmarkt in Ichenhausen besuchte, fiel ihm die 21-jährige Philomena Kempfle auf, Tochter eines Landwirts in der Heinrich-Sinz-Straße. Der junge Schmied ergriff die Gelegenheit beim Schopf, und rasch funkte es bei den beiden. Eineinhalb Jahre später folgte vor 65 Jahren erst die standesamtliche Trauung, einen Tag später die kirchliche Hochzeit. Die Braut trug bei diesem Ehrentag nicht etwa ein weißes Kleid, sondern schwarz, denn der Vater von Rudolf Schlecker war kurze Zeit vorher gestorben.

Die ersten Ehejahre waren eine durchaus entbehrungsreiche Zeit, denn Philomena musste wegen der Erkrankung ihres Vaters bald die eigene Landwirtschaft umtreiben, während der Mann zunächst in Lautrach bei Leutkirch in einer Schmiede schaffte. Danach folgten 21 Jahre in der Betriebsschlosserei des Leipheimer Fliegerhorstes, wo er zum Stahlschmied befördert wurde. In seiner Freizeit war er aber nicht untätig: Er beschlug in Ichenhausen zahllose Hufe von Reitpferden als Nebenbeschäftigung. Aber nicht nur das: Er engagierte sich ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr und ist bis heute mit großer Freude „Goißlschnalzer“ mit der Peitsche bei öffentlichen Auftritten. Für die Volkshochschule gab er außerdem Kurse im Sensendengeln beispielsweise im Bächinger Mooseum und im Krumbacher Kreislehrgarten. Noch jede Woche pflegt er beim Schafkopfen mit drei Mitspielern die Geselligkeit. Ehefrau Philomena hat in früheren Jahren im Landfrauenchor gesungen, ist inzwischen durch eine Gehbehinderung aber eingeschränkt beweglich.

Beide haben in den vielen Ehejahren einige Reisen unternommen, zumeist ins Allgäu, aber einmal waren sie sogar auf Mallorca. Im Abstand von fast regelmäßig fünf Jahren hat das Jubelpaar drei Töchter, Marie-Luise, Stephanie und Reinhilde bekommen, von denen mittlerweile sechs Enkelkinder und drei Urenkel stammen. Anlässlich der Goldenen Hochzeit vor 15 Jahren haben die Enkel und Töchter den Eltern ein eigenes musikalisches Ständchen gespielt, denn einiger Nachwuchs war zeitweise in der Stadtkapelle aktiv. Das Erfolgsrezept des eisernen Hochzeitspaares für diese lange Ehezeit bringt Rudolf Schlecker auf einen schlichten Nenner: „Ich bin streng erzogen worden – und habe immer nachgegeben.“ (wk)

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