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Corona

18.12.2020

Das Günzburger Impfzentrum steht bereit

Das Günzburger Impfzentrum ist im Verwaltungsgebäude der Firma Peri bei Günzburg-Deffingen eingerichtet worden. Während eines Pressetermins simulierten Klinikvorstand Volker Rehbein und Mitarbeiterin Sabrina Bek ein Corona-Beratungsgespräch.
Bild: Kaiser

Plus Der Landrat und der Kreisklinikvorstand stellen das Impfzentrum am Rande Günzburgs vor. Losgehen soll es schon am 27. Dezember, aber zunächst für spezielle Gruppen. So läuft es ab.

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, jetzt fehlt nur noch der Impfstoff. Der soll nach momentanem Stand am 27. Dezember bundesweit verteilt sein. Das ist ein Sonntag, ein eigentlich arbeitsfreier Tag. „Trotzdem werden wir an diesem Tag mit den Corona-Impfungen bei uns beginnen“, erklärten Landrat Hans Reichhart und Klinikvorstand Volker Rehbein gestern bei einem Vor-Ort-Termin. Der fand im Günzburger Impfzentrum statt, das im Verwaltungsgebäude der Firma Peri im Gewerbegebiet Deffingen-Ost untergebracht ist. Das zweite Impfzentrum im Landkreis ist in einem Saal des St.-Michael-Heims in Krumbach eingerichtet worden.

Bevor in den beiden Impfzentren geimpft wird, werden noch wenige Wochen vergehen. „Vermutlich Mitte, Ende Januar“, erklärte Volker Rehbein, der als koordinierender Arzt die Fäden in der Hand hält. Vorab sollen die Bewohnerinnen und Bewohner der Altenheime sowie die (älteren) Beschäftigten der beiden Kreiskliniken – die besonders gefährdeten Risikogruppen – gegen Corona geimpft werden. Rehbein: „Das brennt uns unter den Nägeln.“

Ausreichend Platz für die Privatspähre

Das Impfzentrum im Erdgeschoss des Peri-Gebäudes – versehen mit einem großen Parkplatz und einem Halt des Flexibusses – bietet ausreichend Platz, um für die Sicherheit und die Privatsphäre der sogenannten Impflinge sorgen zu können.

Im Eingangsbereich stehen Security-Kräfte, anschließend geht es zur Anmeldung. Danach werden die Impfwilligen in einen von derzeit zwei Räumen geführt, in denen ein Arzt ein ausführliches Beratungsgespräch führt. Geht das einvernehmlich zu Ende, folgen zwei Räume, in denen getrennt geimpft wird. „Wir können die beiden Impfstraßen bei Bedarf auch auf vier erhöhen“, erläuterten der Landrat und der Klinikvorstand. Immerhin sind, genügend Impfstoff vorausgesetzt, künftig rund 2400 Impfungen pro Woche eingeplant. Die Impfungen nehmen Ärzte und medizinisches Fachpersonal des Medizinischen Versorgungszentrums der beiden Kreiskliniken sowie Ärzte des Gesundheitsamtes und niedergelassene Ärzte vor. Weiteres medizinisches Fachpersonal sei extern erfolgreich angeworben worden.

"Alles ist freiwillig"

Die Verantwortlichen legen höchsten Wert auf die Feststellung, dass es keinen Impfzwang geben werde. „Alles ist freiwillig“. Entsprechend penibel gingen die Beratungsgespräche vonstatten, an deren Ende eine schriftliche Einwilligung der Impfbereiten stehe. Die sei so verfasst, dass sie auch einer rechtlichen Prüfung standhalte. Volker Rehbein: „Wir werden da kein Risiko eingehen.“

Bis die breite Öffentlichkeit geimpft werden kann, werden noch Wochen bis in den Januar hinein vergehen. Bis dahin sollen in einem bayernweiten Internetportal, das derzeit noch im Aufbau ist, rechtzeitig ein Impf- und ein Aufklärungsbogen zu finden sein. Für den Impfbogen sind einige Fragen zu beantworten. Mit dem derart ausgefüllten Formular erhalten Impfwillige eine Benachrichtigung, wann sie im Impfzentrum vorsprechen können. Die Adresse des Internetportals wird der Landkreis rechtzeitig mitteilen. Wer nicht übers Internet gehen kann oder will, kann sich bei einem ebenfalls noch zu nennenden Callcenter informieren. Damit kriminelle Impfstoff-Diebe erst gar nicht auf dumme Gedanken kommen, steht der weltweit begehrte Impfschutz auch im Landkreis unter Polizeischutz. Entsprechend werde die Verteilung der Impfdosen gesichert, betonte der Landrat. „Wir haben dahingehend Gespräche mit der Polizei geführt.“

Diese Massenimpfung ist "Neuland"

Alles in allem, so Hans Reichhart, Volker Rehbein und Klinikmanager Hermann Keller, sei die angestrebte Massenimpfung gegen Corona unter den gegebenen Umständen „Neuland“. Es ist schon einige Jahrzehnte her, dass Reihenimpfungen gegen Pocken durchgeführt wurden: Mit einem Messerchen waren seinerzeit zwei kleine Schnitte in einen Oberarm geritzt worden, die „Narben“ können Ältere bis heute vorweisen. Diese Impfungen waren von Erfolg gekrönt. Volker Rehbein: „Die Pocken sind inzwischen ausgestorben.“ Die Hoffnung sei, dass das auch bei Corona gelinge. Mindestens 60 Prozent der Bundesbürger sollten sich gegen das neuartige Virus impfen lassen, appellierten der Landrat und der Klinikvorstand an die Landkreisbürger, zu gegebener Zeit in einem der Impfzentren vorzusprechen. „Zum Wohle aller.“

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