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Theater

20.12.2016

Das Leiden der Männer

Herbert (Thomas Gwaltsleiter, Zweiter von links) hat Flugangst, stört aber immer wieder die Meditationsübungen des Flughafenpsychologen. Szenenfoto der Glöttwenger Holzwinkelbühne mit (von links) Daniela Hagenbusch, Sarah Baumeister und Florian Forst.
Foto: Gah

Auf der Holzwinkelbühne Glöttweng haben die Hauptfiguren eine Menge zu ertragen. Es geht dabei auch um eine List.

Männer, die viel auszuhalten haben, zeigt die Glöttwenger Holzwinkelbühne in allen drei Stücken ihres diesjährigen Theaterabends.

Da ist zum Beispiel Hugo in dem Einakter „Ein unvergesslicher Besuch“. Der ist der Ehemann von Erika, die sich nach fünfzehn Jahren bei ihrer alten Schulfreundin Helma zum Kaffee angemeldet hat. Diese hält Hugo aber für einen Dackel und weist ihren Mann Gerd (Markus Babel) an, sich entsprechend um den vermeintlich tierischen Gast zu kümmern. Da Gerd Erika nicht leiden kann, serviert er Hugo gern Wasser aus der Schüssel, Hundefutter und Leckerlis, stets mit dem betulichen Zusatz „…hat die Helma gsagt“. Jürgen Steinle in der Rolle des Hugo verzieht beim Genuss dieses speziellen Menüs immer mehr das Gesicht.

Doch damit nicht genug. Helmas Tochter Stefanie schickt Hugo auch noch zum Arbeiten in den Keller, da sie ihn mit einem Handwerker verwechselt. Erika ergeht es nicht besser, da Helmas Vater sie mit der neuen Putzfrau aus Polen verwechselt. Herrlich, wie Achim Steinle als Opa durch seinen gebückten Gang mit dem Hintern die Tür zumachen kann. Daniela Hohenögger als Helma fährt ordentlich der Schreck in die Glieder, als ihre Familie ihr erzählt, Erika sei „eingegangen“. Es starb jedoch nicht die Freundin, sondern das gleichnamige Kraut auf der Fensterbank.

Der zweite Mann, der viel Leid auf sich nimmt, ist Herbert (Thomas Gwaltsleiter) in der zweiaktigen Komödie „Auf nach Honolulu“. Der hat eine solche Angst vor dem Fliegen, dass ihm noch nicht einmal das Wort „Flug“ über die Lippen kommt. Doch seine Frau Maria hat darauf bestanden, dass jetzt endlich die Hochzeitsreise nach Hawaii nachgeholt wird. So sitzt er widerwillig in der Abflughalle.

Flucht vor den nervigen Nachbarn

Herberts einziger Grund, die Reise anzutreten, ist die Flucht vor den nervigen Nachbarn. Doch dann tauchen der prahlerische Hermann Josef (Florian Forst) und die oberflächliche Jeanette (schön lispelnd und herrlich blöd: Sarah Baumeister) überraschend in der Wartehalle auf. Doch das ist nicht Herberts einziges Problem: Die Polizei konfisziert seine Bierdosen und seine Konserven mit deutscher Nahrung. Mit den Meditationsübungen des Flughafenpsychologen (selbst verrückt: Steffen Stöckle) kann er ebenfalls nichts anfangen.

Der dritte Mann, der bei den Glöttwengern zu leiden hat, ist die Titelfigur im Einakter „Witwer in Not“. Dieser hört auf den Namen Gustl und wird gespielt von Thomas Käufler. Rosi, die tyrannische Frau seines Freundes Fritz, möchte ihn mit ihrer ebenfalls tyrannischen Schwester verheiraten. Um dem auszukommen, fragt er seinen Freund, den Briefträger Bertl, um eine List.

Dieser rät ihm, sich als Frau zu verkleiden und sich beim Besuch der beiden Schwestern als seine eigene Verlobte auszugeben. Zunächst ist Gustl skeptisch, dann aber findet er viel Vergnügen an der Frauenrolle und erzählt den Schwestern so viel von seinen Eskapaden, dass diese das Feld räumen. Anja Oberschmid und Stephanie Fritz bilden ein kongenial resolutes Gespann, dem es im Verlauf der Szene mehr und mehr die Sprache verschlägt.

Weitere Aufführungen Zu sehen ist die Aufführung noch am 27., 28. und 30. Dezember, sowie am 4., 5., 7. 13. und 14. Januar jeweils 19.30 Uhr im Gasthaus Fink. Außerdem am 8. Januar ab 18 Uhr. Es gibt noch Restkarten unter Telefon 08222/5676 (ab 19 Uhr).

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