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Burgau

27.11.2019

Das Schlosscafé in Unterknöringen ist nun auch ein Restaurant

Carina Gah bietet mit Constantin Dascalita (links) und Francesco Mascarin jetzt warme Küche im Schloss Unterknöringen.
Foto: Bernhard Weizenegger

Carina’s Urschlössle weitet das Angebot aus. Das hat auch mit einer besonderen Beziehung zu tun, die mit der Arbeit begann und zur großen Liebe wurde.

Sich irgendwann in Vollzeit um ihren eigenen Betrieb zu kümmern, war Carina Gahs Ziel. Als sie am 1. Mai 2017 im Unterknöringer Schloss ihr Café eröffnete, war das aber keineswegs abzusehen. Damals waren auch keine warmen Gerichte geplant; Kuchen, Torten und kalte Brotzeiten sollten erst einmal genügen. Doch inzwischen, etwas mehr als zwei Jahre später, hat sich in Carinas’s Urschlössle ziemlich viel verändert. Und das hängt mit Constantin Dascalita zusammen.

Mitte März vergangenen Jahres suchte er dort Arbeit, zwei Monate später begann der heute 32-Jährige damit. Inzwischen haben Carina Gah und er eine fünf Monate alte Tochter, nächstes oder übernächstes Jahr soll Hochzeit gefeiert werden – und seit kurzem gibt es eine Speisekarte, die aus traditionellen deutschen und italienischen warmen Speisen besteht. Wie sie erzählen, komme diese Mischung, die es so in der Region kaum gebe, gut an. So könnten zum Beispiel die Kinder Pizza essen und sich die Eltern die deutsche Küche schmecken lassen. Für die nächsten Monate gebe es schon viele Reservierungen, gerade auch für Feiern. 19 Jahre arbeitete Constantin Dascalita in verschiedenen Restaurants in Italien. Inzwischen hat er seinen guten Freund und Pizzabäcker, den 37-jährigen Francesco Mascarin, bei dem er gelernt hatte, in das Urschlössle im Burgauer Stadtteil geholt.

Für Kuchen und Torten kommen sogar die Günzburger

Es ist also ein kleines Team, das sich um die Gäste kümmert. Und dazu gehört auch weiter Elisabeth Gah, die Mutter der Gründerin dieser Gastronomie. Sie ist nach wie vor für die Kuchen und Torten zuständig, für die sogar Günzburger extra zu ihnen kämen, wie sie stolz erzählt. Vor allem die Weiterempfehlung durch zufriedene Gäste ist für den Betrieb wichtig, in Burgau selbst gebe es aber noch einige, die bislang nicht bei ihnen waren.

Weihnachtlich gedeckt ist der Gastraum im Schloss, das 2017 aus einem jahrelangen Dornröschenschlaf, einem Leerstand, geweckt wurde.
Foto: Bernhard Weizenegger

Um mehr von sich reden zu machen, soll neben der bestehenden Facebookseite unter anderem auch eine Homepage erstellt werden. Doch der bisherige Bekanntheitsgrad habe gereicht, um für einen sehr guten Biergartensommer zu sorgen, und auch sonst sind Carina und Elisabeth Gah zufrieden, wie sich das Urschlössle entwickelt hat.

Gerade nach einem Fernsehbeitrag im Sommer seien sie dem Betrieb im Biergarten kaum noch Herr geworden, für Kaffee und Kuchen gebe es sogar Stammgäste. Auf Aushilfen wollen sie aber weiter verzichten, denn Personal – und vor allem zuverlässiges – in der Branche zu finden, sei sehr schwierig. Wichtig ist ihnen auch, dass die Qualität stimmt. So ist die Speisekarte überschaubar, aber das sei für die Gäste auch das Zeichen, dass keine Fertigprodukte auf den Teller kommen. Saisonalität und Regionalität seien selbstverständlich. Auf Wunsch gibt es zudem glutenfreien Kuchen, und wenn die Backwaren ausgehen, kann man etwa selbst gemachte Apfelküchle mit Vanilleeis ordern.

Der Park mit dem Biergarten ist der große Pluspunkt

Der große Pluspunkt, das sagen die 27-jährige Carina und die 56-jährige Elisabeth Gah selbst, ist der schöne Schlosspark. Einen Biergarten, der so schön gelegen ist, gebe es in der Region kaum. Zwar müssen jetzt ein paar abgestorbene Bäume gefällt und andere gestutzt werden, aber für Ersatz werde gesorgt. Ständiger Begleiter ist zwar das Rauschen der nahen Autobahn, „aber ich sage den Gästen immer, sie sollen einfach die Augen zumachen und sich vorstellen, dass es Meeresrauschen ist“, erzählt Elisabeth Gah.

Der schöne Park mit seinem Biergartenbetrieb im Sommer zieht viele Gäste zum Schloss im Burgauer Stadtteil Unterknöringen.
Foto: Bernhard Weizenegger

Für ihre Tochter hat sich hier der Traum von der eigenen Gastronomie erfüllt, Carina und Constantin gründeten dafür sogar eine GbR. Und wie die ehemalige Büroangestellte sagt, ist sie glücklich, jetzt einen unbefristeten Pachtvertrag zu haben. Das war ein weiterer Grund, den Betrieb auszuweiten. Gerne würde sie weitere Teile des Schlosses, das seit mehr als 260 Jahren im Besitz der Familie von Freyberg-Eisenberg ist, nutzen. Vor allem ein Festsaal wäre wichtig. Aber wer weiß, wie es kommt. 2017 hätte sie auch nicht erwartet, dass sich alles so schnell so gut entwickelt.

Öffnungszeiten Von Mittwoch bis Samstag ist ab 18 Uhr geöffnet, sonntags ab 11.30 Uhr. Für das Mittagessen am Sonntag sollte man reservieren. Ab dem Sommer kommt wieder der Biergarten dazu – dann mit warmen Speisen.

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