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12.06.2009

Das Wasser kommt jetzt aus Münsterhausen

Münsterhausen-Reichertsried/Häuserhof Das von Efeu umrankte Häuschen im idyllischen Reichertsried liegt etwas versteckt. Wie ein kleines Dornröschenschloss wirkt es. Es ist die Wasserreserve der Münsterhauser Ortsteile Reichertsried und Häuserhof. Bisher waren die beiden Ortsteile durch ihren Wasserbeschaffungsverband in ihrer Wasserversorgung unabhängig. 1940 wurde der Verband gegründet. Nun geht eine Ära zu Ende. Zurzeit werden die beiden Ortsteile an das Wasser- und Kanalnetz von Münsterhausen angeschlossen.

Große Wassernot

Wegen großer Wassernot entschlossen sich um das Jahr 1900 13 Landwirte, in dem kleinen Ort Reichertsried eine gemeinschaftliche Wasserversorgung zu bauen. 1905 wurde ein Brunnen mit circa 60 Metern Tiefe gebaut. 1913 wurde die Wasserreserve errichtet. "Da zu dieser Zeit Reichertsried noch ohne Strom war, wurde das Wasser noch per Handpumpe nach oben befördert", erzählt der Vorsitzende des Wasserbeschaffungsverbandes, Georg Hafner aus Reichertsried. Später kam ein Dieselmotor zum Einsatz. In den Dreißiger Jahren versagte der Brunnen seinen Dienst. Danach wurde Wasser von einer Quelle im Burtenbacher Forst nach Reichertsried geleitet.

In einem Protokollbuch ist festgehalten, dass am 27. Oktober 1940 der Wasserbeschaffungsverband Reichertsried gegründet wurde. 13 Mitglieder waren es damals. Es wurde ein neuer Brunnen im Waldgebiet Vogelburger Berg in Burtenbach gebaut. Für 150 Reichsmark überließ damals der Burtenbacher Baron von Stetten den Platz für den Brunnen. Es wurde ein Pumpenhaus errichtet, da das Wasser nach Reichertsried hochgepumpt werden musste. Ausgelegt war die Anlage für 70 Einwohner, 100 Stück Großvieh und 30 Stück Kleinvieh. Die Gesamtkosten beliefen sich auf circa 22 000 Reichsmark. Zuschüsse gab es vom Reichskulturfonds (11 500 Reichsmark), vom Wasserversorgungsfonds (3000 Reichsmark) und von der Gemeinde Münsterhausen (1000 Reichsmark). Eigenleistungen wurden in Höhe von 3000 Reichsmark erbracht.

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Ab 1944 ließ die Quelle stark nach und lieferte nur noch ein Drittel der Wassermenge. So beschlossen am 28. November 1948 die Mitglieder des Verbandes, den alten Brunnen wieder zu aktivieren. Die Kosten beliefen sich auf 11 000 D-Mark. 1950 schloss sich der Ort Häuserhof dem Wasserbeschaffungsverband an. Zuletzt gehörten dem Verband 25 Mitglieder an.

Aus dem Jahr 1913

Da die ungefähr aus dem Jahr 1913 stammenden Wasserrohre inzwischen stark in die Jahre gekommen sind, stellte sich laut Bürgermeister Robert Hartinger die Frage, das System zu erneuern oder gleich an die Münsterhauser Wasserversorgung und an den Abwasserkanal anzuschließen. Im Gemeinderat wurde im vergangenen Jahr der Anschluss beschlossen. Inzwischen sind die Leitungen zu den Ortsteilen verlegt. Häuserhof wird voraussichtlich schon in den nächsten Tagen angeschlossen. In Reichertsried kann es noch bis zum Ende des Sommers dauern.

17 Häuser, 50 Einwohner

Nach Abschluss der Arbeiten werden die 17 Häuser und ungefähr 50 Einwohner in Reichertsried und sieben Häuser und rund 30 Einwohner in Häuserhof ihr Trinkwasser aus Münsterhausen beziehen.

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