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Das bittere Gebot der Stunde

Das bittere Gebot der Stunde
Kommentar Von Till Hofmann
22.04.2020

Es gibt wichtigere Dinge als ein Volksfest. Bedauerlich ist die Absage in Günzburg dennoch.

Sicherheit vor Spaß, Vergnügen und bayerischer Tradition: Das ist die Begründung, die Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig für die Absage des Günzburger Volksfestes angeführt hat. Die zehntägige Veranstaltung währender Sommerferien legt 2020 eine Zwangspause ein – Tribut an das Coronavirus.

Die Entscheidung mag schwergefallen sein. Eine knappe Geschichte war’s sicherlich nicht. Wenn es nicht schon so abgegriffen wäre, könnte man von alternativlos sprechen. Die Pflöcke für das Günzburger Aus wurden in Berlin und München eingerammt. Am 21. April haben nach einer Schaltkonferenz von Kanzlerin und Ministerpräsidenten der Bund und die Länder Großveranstaltungen bis 31. August verboten. An diesem Dienstag schließlich verkündeten Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter den Exitus für das größte Volksfest der Welt. Der vorherige Sachstand „Oktoberfest steht auf der Kippe“ diente nur der Vorbereitung auf das Unvermeidliche.

Bei all den Vorzeichen sollte dem Letzten bereits länger klar gewesen sein, dass sich Günzburg dem allen nicht entziehen kann. Gleichwohl: Wenn es sozusagen amtlich ist, entfaltet die geschluckte „bittere Pille“ (Jauernig) erst richtig ihren Geschmack.

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Natürlich verzichten die Menschen in diesen Tagen auf wesentlich wichtigere Dinge als auf ein Volksfest. Doch auch diese Ansammlung von Fahrgeschäften, Losbuden und einem Festzelt gehört zur Lebensqualität, die 2020 an vielen Stellen auf drastische Weise eingeschränkt worden ist.

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