Newsticker
Bundes-Notbremse: Ausgangsbeschränkungen fallen weniger streng aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Das große Fest zum 100. Geburtstag von Helena Gay aus Burgau wird nachgeholt

Burgau

30.11.2020

Das große Fest zum 100. Geburtstag von Helena Gay aus Burgau wird nachgeholt

Lesen und Rätseln hält sie fit: Helena Gay aus Burgau hat ihren 100. Geburtstag gefeiert.
Foto: Peter Wieser

Helena Gay aus Burgau hat ihren 100. Geburtstag in kleinem Rahmen gefeiert.

Was sind denn das für Zeiten? Da wird man 100 Jahre alt und dann kann nicht einmal groß gefeiert werden: „30 bis 40 Personen wären es schon gewesen, in der Linde in Oberknöringen“, verrät Helena Gay. Ihren 100. Geburtstag am Freitag feierte die Burgauerin somit im Kleinen und die Besuche kamen eben etappenweise. Aber sie versichert: „In jedem Fall wird das nachgeholt, wenn es wieder geht.“

Helena Gay hat schon recht, es war eine andere Zeit, in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, in denen sie aufwuchs. „Ich war das neunte von zehn Kindern, wir hatten eine kleine Landwirtschaft in der Burgauer Mühlstraße, man ist alles zu Fuß gegangen und hat viel gesünder gelebt“, sagt sie und erzählt davon, wie sie die Kühe gehütet habe und überall mitgeholfen habe.

In all den Jahrzehnten hat Helena Gay vieles erlebt: Als der Zweite Weltkrieg begann, war sie 19 Jahre alt. Eine Zeit lang habe sie bei einer ihrer Schwestern in München gelebt, auch bei einem ihrer Brüder in Obernburg in Unterfranken. Sogar im Main sei sie geschwommen, lacht sie. Ihr erster Mann Josef kehrte aus dem Krieg nicht mehr zurück, nur wenige Jahre nach der Hochzeit wurde sie Witwe.

1951 heiratet Helena Gay ein zweites Mal

1951 heiratete Helena Gay ein weiteres Mal, ihren Mann Hermann, und sechs Jahre später entstand das Haus in der Hans-Sachs-Straße, in dem sie seit fast 70 Jahren lebt. Helena Gay zog vier Söhne auf, inzwischen zählen fünf Enkel und fünf Urenkel zur Familie. „Ich habe 41 Jahre gearbeitet“, fährt sie fort, erzählt von der Bandweberei Leuze und von der Firma Kinzel, wo sie lange Zeit beschäftigt war.

Sie engagierte sich auch in der Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt Burgau, bediente dort und backte viele Jahre lang Kuchen. Bis vor einigen Jahren ging sie sogar noch regelmäßig zum Einkaufen. Helena Gay hat immer gerne dekoriert und verziert: „In der Schule habe ich im Handarbeiten immer einen Einser gehabt, und die anderen haben bei mir abgeschaut.“, sagt sie und schmunzelt.

Helena Gays Lieblingsbeschäftigungen sind Lesen und Kreuzworträtsel

Viel Lesen und viel Rätseln, hauptsächlich Kreuzworträtsel, das seien ihre Lieblingsbeschäftigungen. Aber das Zeitunglesen, das gehe halt nur in Raten. „Sonst tun mir die Augen weh“, sagt sie. „Wenn der Leib so wäre, wie der Kopf, dann wär’s schon recht.“ Trotzdem: Wenn das Wetter gut ist, dann ist Helena Gay regelmäßig mit ihrem „Wägale“, ihrem Rollator, im Garten oder läuft die Straße auf und ab. Das sei sehr wichtig in dem Alter, betont sie. Auf die Frage, wie man sich denn mit 100 so fühle, lacht die Jubilarin erneut. „Halt a bissle älter.“

Und wenn man sich richtig verhalte und gesund lebe, ohne Rauchen und ohne Alkohol, dann werde man auch so alt. Gut, zwischendurch im Sommer ein Radler, das dürfe man natürlich nicht mitzählen.

Zwei Dinge fügt Helena Gay hinzu und diese bedeuten ihr sehr viel: „Ich hatte das Glück, ein gutes Elternhaus zu haben, wo man mir das Rüstzeug für mein Leben mitgegeben hat. Und Dank der Ärzte in der Günzburger Klinik, die im vergangenen Jahr alles für mich getan haben, durfte ich jetzt meinen 100. Geburtstag erleben.“

Lesen Sie auch:

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren