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20.07.2010

"Das ist sehr, sehr eng"

Kötz-Großkötz Der wohl interessanteste Punkt stand gar nicht auf der Tagesordnung im Kötzer Bauausschuss, sondern wurde erst kurzfristig eingefügt: die Bauvoranfrage für eine bislang unbebaute knapp 6000 Quadratmeter große Fläche südlich der Langen Gasse und östlich des Bachwiesenwegs in Großkötz. Ein solches Vorhaben sei "grundsätzlich begrüßenswert", sagte Bürgermeister Ernst Walter, der aber gleichzeitig auf eine Reihe offener Fragen hinwies.

Das Thema hatte die Gemeinde Kötz offenbar schon vor einiger Zeit beschäftigt. Die Kommune hatte, so berichtete Walter, im vergangenen Jahr mit dem Landratsamt über die Bebaubarkeit der bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche beraten.

Die Freifläche, die sich in privater Hand befindet, sei als Baulücke anzusehen, habe das Landratsamt festgestellt, gegen eine aufgelockerte Bebauung sei nichts einzuwenden. Das beurteilt auch die Kommune so: "Gegen eine aufgelockerte Bebauung haben wir hier eindeutig nichts", versicherte der Kötzer Bürgermeister in der Bauausschusssitzung am Donnerstag, allerdings sei einiges zu bedenken.

So sah das Landratsamt für die Verkehrserschließung zwei Möglichkeiten: die Lange Gasse von Norden her oder aber den Bachwiesenweg von Westen her.

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Sollte Letzterer als Erschließungsstraße fungieren, müsste er allerdings, das machte der Bürgermeister deutlich, ausgebaut werden. Das heißt: Alle Anlieger des Bauchwiesenwegs würden mit 90 Prozent an den Ausbaukosten beteiligt.

Dort liegt kein Kanal

Die Brücke über den Kötzbach am Bachwiesenweg hat die Gemeinde erst vor Kurzem für etwa 150 000 Euro erneuern müssen und sich dabei bewusst gegen den Ausbau des Bachwiesenwegs entschieden. Das bedeutet unter anderem: Im Bachwiesenweg liegt kein Kanal.

Sollte die Freifläche bebaut und über diesen Weg entwässert werden, müsste der Kanal entweder mit einem größeren Umweg um die Kötzbachbrücke durch private Flächen verlegt oder aber der Kötzbach unterdükert werden. Bei einer Entwässerung über die Lange Gasse müsste das Abwasser aufgrund der Hanglage bergauf transportiert werden, was Hebeanlagen für die Neubauten erfordert.

Als unproblematisch bezeichnete Walter hingegen die Erschließung mit Straße und Frischwasser. Er schlug vor, die Bauvoranfrage im Grundsatz positiv zu beantworten, aber darauf hinzuweisen, dass es ohne Bauleitplanung nicht geht.

Das heißt: Die Planerin soll einen Bebauungsplan erarbeiten. Auch der Flächennutzungsplan der Gemeinde Kötz müsste geändert werden.

Laut Bauvoranfrage soll das knapp 6000 Quadratmeter große Areal mit drei Doppelhäusern entlang des Bachwiesenwegs und sechs Einfamilienhäusern bebaut werden. "Eine aufgelockerte Bebauung haben wir hier eindeutig nicht", sagte der Bürgermeister, und die Mitglieder des Bauausschusses pflichteten ihm bei. "Das ist sehr, sehr eng", gab auch Gemeinderat Reinhard Uhl zu bedenken.

Die Bauvoranfrage wurde aber mit dem Hinweis auf die erforderliche Bauleitplanung einstimmig positiv beschieden.

Die Diskussion ist geschlossen.

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