1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Das müssen Sie zum Günzburger Triathlon wissen

Günzburg

25.05.2019

Das müssen Sie zum Günzburger Triathlon wissen

Copy%20of%20ema351.tif
2 Bilder
Jubel beim Zieleinlauf: Das Wichtigste am Triathlon sei nicht das Gewinnen, sondern selbst gesteckte Ziele zu erreichen, sagt Carsten Einfeld.
Bild: Ernst Mayer (Archivfoto)

Plus Was der Günzburger Vereinschef Carsten Einfeld über die Faszination einer Randsportart sagt und warum es im Auwald keine Titelkämpfe geben wird.

Früher spielten Sie Handball. Wann und warum sind Sie zum Triathlon gekommen, Herr Einfeld?

Einfeld: Ich mache das seit ungefähr 1990. Ich habe einfach eine Sportart gesucht, in der ich meine selbst gesteckten Ziele erreichen kann. Es ist auch ein guter Gesundheitssport, als Breitensport ideal – wenn man es vernünftig macht.

Sie sprechen von persönlichen Zielen: Ist darin die Quintessenz dieses Sports zu sehen? Ist das gemeint, wenn Sportler entkräftet und dennoch strahlend ins Ziel laufen?

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Einfeld: Das Wichtigste am Triathlon ist, dass man selbst gesteckte Ziele verfolgt. Man fängt einfach an und sieht zu, was man mit Training, Arbeit, Engagement erreichen kann. Zwischen einem Hobby-Triathlon und der Langdistanz kann jeder sein Ziel verfolgen. Da geht’s gar nicht ums Gewinnen, sondern darum, die eigenen Ziele zu erreichen.

Damit sind Sie im Lauf der Jahre ja ganz schön weit gekommen. Erzählen Sie doch mal.

Einfeld: Ich habe insgesamt zehn Ironman gemacht – in Frankfurt, Florida, Schweden zum Beispiel. Nur für Hawaii hat’s nie ganz gelangt. Vergangenes Jahr war ich in meiner Altersklasse bayerischer Vizemeister auf der Mitteldistanz.

Um so gut zu werden – wie viel und welches Training ist da nötig?

Einfeld: Man muss das immer vereinbaren mit Job und Familie, aber zehn bis 15 Stunden die Woche sollten es schon sein. Die Trainingsinhalte sind ganz gemischt. Es zählt ja zu jenen Dingen, die Triathlon interessant machen, dass man drei Disziplinen hat. Im Winter geht man vielleicht eher ins Hallenbad, im Sommer mehr aufs Rad. Aber im Großen und Ganzen muss man alle Disziplinen trainieren.

Welches ist Ihre Beste?

Einfeld: Eher weniger das Laufen, die anderen beiden sind in etwa ausgeglichen.

Viele Triathleten, vor allem Neulinge, bezeichnen das Schwimmen als Angstdisziplin. Sie nicht?

Einfeld: Ich denke, da ist eine gewisse Berührungsangst vorhanden, weil viele zum Triathlon kommen, die früher nie geschwommen sind. Wenn es an die großen Teilnehmerfelder geht und alle gleichzeitig im wasser starten – da ist schon einiges los, davor haben viele Respekt. Aber bei unserem Günzburger Triathlon findet das ja im Schwimmbad statt und ist somit deutlich einfacher. Auch die Strecken sind kürzer.

Arzt, Sportler und Funktionär: Carsten Einfeld ist seit fast 20 Jahren Triathlet und seit einigen Monaten Vorsitzender des Günzburger Vereins.
Bild: Bernhard Weizenegger

Vor gut zehn Jahren kamen Sie nach Günzburg, übernahmen den Posten des Oberarztes für Anästhesie am Kreiskrankenhaus. Damals traten Sie auch in den Triathlonverein ein. Seit Anfang Februar sind Sie dort Vorsitzender. Was trieb Sie an, diesen Job zu übernehmen?

Einfeld: Mein Vorgänger Thomas Gatterer konnte das aus beruflichen Gründen nicht mehr mache. Ich kenne die Strukturen, die Personen im Verein und dachte, vielleicht kann ich etwas zurückgeben, wovon ich all die Jahre profitiert habe.

Und wie läuft das bisher?

Einfeld: So richtig schwierig war’s bislang nicht. Der Verein ist gut aufgestellt, der Übergang funktionierte problemlos.

Wie viele Mitglieder hat der Verein eigentlich?

Einfeld: So Plus/Minus 100. Das bleibt relativ konstant.

An diesem Sonntag, 26. Mai, findet zum fünften Mal der Günzburger Cross-Triathlon statt. Bleibt es dabei, dass die Vereinsmitglieder nicht am Wettkampf vor der eigenen Haustür teilnehmen dürfen?

Einfeld: Wir haben von Anfang an gesagt, dass Vereinsmitglieder nicht mitmachen dürfen. Ich selbst war auch immer als Helfer eingebunden. Als Chef werde ich jetzt mehr oder weniger über dem Ganzen stehen und als Einsatz-Reserve einspringen, wie man früher bei der Bundeswehr gesagt hätte.

Wie viele Helfer haben Sie am Sonntag insgesamt zur Verfügung?

Einfeld: Angeführt von Cheforganisator Josef Meier, Carina Saiko, Thomas Gatterer und Martin Müller haben wir erneut an die 80 Helfer akquiriert. Das ist in jedem Jahr eine stolze Zahl. Und das ist auch nicht selbstverständlich.

Seit drei Jahren gibt es im Rahmen der Günzburger Veranstaltung einen Kinder- und Jugendtriathlon. Wie bringt man eigentlich Triathlon zu den Kindern?

Einfeld: Das ist gar nicht so schwer. Die machen einfach mit, häufig mit den Eltern. Und dann muss man nur noch den Spaß wecken, ohne Leistungsdruck. Kinder sind da unkompliziert. Es ist toll zu sehen, wie die das machen, wie sie Freude daran haben.

Wie’s scheint, ist der einst als Versuch eingeführte Wettkampf inzwischen voll etabliert.

Einfeld: Unser Triathlon ist auch immer frühzeitig ausgebucht. Wir reden also auch diesmal von 200 Einzelstartern und ein paar Mannschaften, zusammen mit den Teilnehmern am Kinder- und Jugendtriathlon von 300 bis 350 Teilnehmern.

GZ_Triathlon (25).JPG
227 Bilder
Tausende Besucher beim Günzburger Triathlon
Bild: Peter Wieser, Susanne Sienel

Wo kann, wo soll es noch hingehen mit der Veranstaltung? Soll sie wachsen – oder bleiben, wie sie ist?

Einfeld: Von Anfang an wollten wir zu Beginn der Saison eine Familienveranstaltung machen. Natürlich haben wir immer ein paar gute Leute aus der Region da, aber es ist nie unser Ziel, eine Spitzensport-Veranstaltung daraus zu machen. Die Distanzen werden also nicht länger werden und auch die Teilnehmerzahl wird sich nicht erhöhen.

Gar keine Ambitionen, vielleicht einmal Titelkämpfe auszurichten?

Einfeld: Wir hatten schon Anfragen, ob wir eine bayerische Meisterschaft machen wollen. Wir haben auch darüber nachgedacht, uns aber bewusst dagegen entscheiden. Weil es einfach den Charakter unserer Veranstaltung verändern würde.

Und wenn sich, schlicht formuliert, potente Geldgeber finden ließen?

Einfeld: Selbst unser Familien-Triathlon ist ja nur mit Hilfe von Sponsoren zu machen. Wir sind auch höchst dankbar, dass wir in Sachen Unterstützer so gut aufgestellt sind. Mit Startgeldern allein wäre das nicht zu stemmen – außer, wir würden sie derart erhöhen, dass es den familiären Charakter wieder sprengen würde. Nein: Wenn alle so weiter machen wie bisher, lässt sich das im jetzigen Umfang auch weiter gut etablieren.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Parkplatz%20Einweihung%20Kissendorf%20.tif
Kissendorf

Gewitterregen und Weihwasser für den neuen Parkplatz

ad__pluspaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live, aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Plus+ Paket ansehen