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Günzburg

08.11.2019

Das sind die zwei neuen Träger des Ehrenrings von Günzburg

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig (Mitte) hat Ehrenringe der Stadt Günzburg an zwei langjährige Stadträte für ihr ehrenamtliches Wirken in der Kommunalpolitik verliehen: Zweiter Bürgermeister Anton Gollmitzer (rechts) und Günter Treutlein haben in mehr als vier Jahrzehnten viel Lebenszeit für die Gesellschaft investiert, sagte das Stadtoberhaupt im Rahmen eines Festempfangs im Forum am Hofgarten.
Bild: Bernhard Weizenegger

Bürgermeister Anton Gollmitzer und Stadtrat Günther Treutlein sind seit mehr als 40 Jahren in der Günzburger Kommunalpolitik aktiv. Jetzt gehören sie zum exklusiven Club der Ehrenringträger

Die Stunden, die diese beiden in Sitzungen verbracht haben, sind ungezählt, diejenigen, die sie in ihrer Funktion als Vertreter der Günzburger Bürgerschaft auf zahlreichen Terminen und Veranstaltungen, mit Aktenstudium und Vorbereitungen verbracht haben, auch. Fest steht aber die große Zahl der Jahre, die Bürgermeister Anton Gollmitzer und Stadtrat Günter Treutlein im Dienste der Kommunalpolitik gelebt haben: 41 sind es beim CSU-Politiker Treutlein, 47 bei Freie-Wähler-Mann Gollmitzer. Die beiden Stadtratskollegen eint seit dieser Woche eine hohe Auszeichnung: Sie sind jetzt Träger des Ehrenrings der Stadt Günzburg. Insgesamt sieben Menschen ist diese Ehre bislang zuteil geworden.

Das ist der neue Ehrenring der Stadt Günzburg.
Bild: Bernhard Weizenegger

Außergewöhnliche Persönlichkeiten

Zur Verleihung der Auszeichnung war nicht nur die Amtschefs aus dem Rathaus sowie der aktuelle Stadtrat praktisch vollzählig angetreten – „und die, die nicht da sind, konnten wirklich nicht kommen“, betonte Oberbürgermeister Gerhard Jauernig bei der Feierstunde im Forum am Hofgarten. Auch Familie sowie ehemalige Weggefährten der beiden Geehrten waren da – Peter Lang, Hans Lautenbacher, Wolfgang Hackel und Hans Briegel feierten mit. Ein Beleg dafür, dass die beiden zu Ehrenden nach den Worten des Oberbürgermeisters „sowohl in ihren Leistungen als auch ihren Persönlichkeiten alles andere als gewöhnlich sind“. Die Leistung der beiden jahrzehntelangen Stadtratsmitglieder zeichne sich durch Konstanz, Pflichtbewusstsein, Beharrlichkeit und ein hohes Maß an persönlicher Überzeugung aus.

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig verleiht Ehrenringe der Stadt Günzburg an zwei langjährige Stadträte für ihr ehrenamtliches Wirken in der Kommunalpolitik.
Bild: Bernhard Weizenegger

Das Gedächtnis des Stadtrats

Der 8. Mai 1978 war der Tag, an dem Günter Treutlein in den Günzburger Stadtrat einzog – eine spannende Zeit, wie Jauernig in seiner Laudatio sagte. Unmittelbar nach den Eingemeindungen von Deffingen, Denzingen, Leinheim, Reisensburg, Riedhausen und Wasserburg sei es um die Entwicklung hin zu dem engen Miteinander bei gleichzeitiger Bewahrung der eigenen Identität der Stadtteile gegangen. „Auch daran hast du maßgeblich mitgewirkt.“ Insgesamt sieben Mal wurde Treutlein seit dieser ersten Wahl wieder in den Günzburger Stadtrat gewählt, wo er als sprichwörtliches Gedächtnis des Gremiums gilt: Seit seiner ersten Sitzung hat der CSU-Politiker begonnen, alle Unterlagen in Ordnern abzulegen. Er hoffe, dass diese mittlerweile auf etwa 100 Ordner angewachsene Sammlung einmal den Weg in das Stadtarchiv finden werde, so der Oberbürgermeister.

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Stadtrat Günter Treutlein ist der siebte Träger eines Ehrenrings der Kreisstadt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Der "Bombentoni" von Günzburg

Für Anton Gollmitzer begann die Zeit in der Kommunalpolitik bereits 1972 als Gemeinderat in der damals noch selbstständigen Gemeinde Deffingen, ab 1978 saß er für seinen Heimatort als Ortssprecher im Günzburger Stadtrat. Seit 1990 ist Gollmitzer gewähltes Mitglied des Günzburger Stadtrats – und vor 17 Jahren übernahm er das Amt des Zweiten Bürgermeisters als Stellvertreter des damals neu gewählten OB Jauernig. Und als solcher eine sichere Bank.

Nicht nur dafür, praktisch keinen Termin abzusagen, sondern auch für den trockenen Humor, den er dabei an den Tag legt. Jauernig: „Ich erinnere dabei nur an die spontane Anti-Atomkraft-Demonstration auf dem Marktplatz nach dem Unglück in Fukushima, auf die du mit dem ebenso trockenen wie treffsicheren Ausspruch „Erst nachdenken, dann abschalten“ reagiert hast.“ Sein besonnenes Agieren bei einem Bombenfund in der Stadt, der sich während eines Urlaubs des OB ereignete, habe ihm bei der Polizei den Spitznamen „Bombentoni“ eingebracht. Dass die Gemeindegebietsreform in Günzburg zu einem solch positiven Miteinander geführt habe, sei unter anderem Gollmitzers Verdienst. Als Deffinger mit Leib und Seele sei sein Stellvertreter nicht umsonst als „heimlicher Bürgermeister von Deffingen“ bekannt, sagte Jauernig.

Zweiter Bürgermeister Anton Gollmitzer hat in mehr als vier Jahrzehnten viel Lebenszeit für die Gesellschaft investiert. Nun ist er einer von sieben Trägern eines Ehrenrings der Kreisstadt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die ganze Kraft für die Bürger der Stadt

Die beiden Geehrten freuten sich sichtlich über die Auszeichnung, die ihre Stadtratskollegen im April dieses Jahres beschlossen hatten. Und sie zeigten mit ihren Dankesworten, dass sie nach 41 beziehungsweise 47 Jahren noch lange nicht daran denken, ihren Einsatz für die Stadt zu verringern. „Mein Wunsch für die Zukunft ist, gesund zu bleiben, um noch einige Zeit der Politik nachspringen zu können, wie es meine Enkel immer gesagt haben, wenn nach dem Opa gefragt wurde“, so Anton Gollmitzer. Diese Ehrung sei für ihn Ansporn für die Zukunft, seine ganze Kraft für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und ihrer Ortsteile einzusetzen.

Das beste Klima aller Zeiten

Günther Treutlein betonte neben den vielen Projekten, die ihm in den vergangenen vier Jahrzehnten am Herzen gelegen haben, das Miteinander innerhalb des Gremiums. Eines seiner Ziele sei es gewesen, Arbeitsweise und Stil in der Gremiumsarbeit zu optimieren, samt Verbesserung des Klimas, wie das OB Jauernig durch die Art seiner Führung erreiche. „Noch nie war die Zusammenarbeit, auch bei natürlicherweise unterschiedlichen Auffassungen, so gut wie heute.“ Diese parteiübergreifende Einigkeit zeigte sich auch bei der anschließenden Gemeinsamen Feier – die Geehrten feierten mit ihren Kollegen, Familie und Gästen bei einem feinen Menü.

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