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Verkehrspolitik

21.06.2020

Deisenhofer sorgt sich um die Zug-Zukunft im Landkreis Günzburg

Züge der Firma Go-Ahead könnten ab Dezember 2022 im Landkreis Günzburg unterwegs sein. Das Foto entstand auf der Filstal-Strecke in Baden-Württemberg.
Bild: Sebastian Gollnow, dpa

Bald sollen Züge von Go-Ahead durch Schwaben rauschen. Der neue Betreiber hatte andernorts schon Probleme. Was die Grünen vom Verkehrsministerium wissen wollen.

Ab Dezember 2021 wird die in Augsburg ansässige Bayern-Tochter des britischen Bahnunternehmens Go-Ahead die Bahnstrecke München Memmingen Lindau übernehmen. Ein Jahr später sollen die Züge dieses Betreibers unter anderem den bisherigen Fugger-Express der Deutschen Bahn auf der Linie Ulm–Augsburg–München ablösen und somit auch durch den Landkreis Günzburg rauschen. Die Vertragslaufzeit beträgt jeweils zwölf Jahre. Allein: In der Vergangenheit gab es fast immer und überall erhebliche Probleme, wenn ein regionales Zugnetz in neue Hände überging. Den Schaden hatten die Fahrgäste. Und der Name Go-Ahead tauchte in derartigen Fällen schon mehrfach auf.

Verspätungen und ausgefallene Züge

Genau hier setzen nun die Grünen im Bayerischen Landtag an. Sie sehen den geplanten Betreiberwechsel auf vielen wichtigen Bahnstrecken in Schwaben mit sehr großer Sorge. In einer Anfrage an die Staatsregierung erinnert ihr Mobilitätssprecher Markus Büchler nun daran, dass es „in Teilen Frankens und Baden-Württembergs in Zusammenhang mit einem Umstieg auf Go-Ahead wiederholt zu Verspätungen, Zugausfällen und Störungen im Betriebsablauf gekommen“ ist. Die Probleme auf der Frankenbahn zwischen Stuttgart und Würzburg waren tatsächlich derart massiv, dass die Betreiberfirma vor einigen Tagen den bisherigen Deutschland-Geschäftsführer Stefan Krispin auswechselte.

Büchler befürchtet, das Dilemma könnte sich in Bayerisch-Schwaben wiederholen. Sein Fraktionskollege Max Deisenhofer formuliert flankierend: „Im Hinblick auf die überfällige Verkehrswende und den Klimaschutz muss der Bahnbetrieb unabhängig vom Betreiber zu jedem Zeitpunkt pünktlich und komfortabel erfolgen. Es ist Aufgabe des Freistaats, für einen reibungslosen Betrieb mit attraktiven Zügen und Takten zu sorgen und diesen deutlich auszubauen.“

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Bayern ist "aufmerksamer als üblich"

Das bayerische Verkehrsministerium teilt diese Einschätzungen dem Inhalt nach. Aufgrund der Erfahrungen mit den von Go-Ahead bedienten Strecken in Baden-Württemberg beobachte die zuständige Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) „die Situation aufmerksamer als bei anderen Betriebs-Aufnahmen üblich“, heißt es in der Antwort. Konkret sei Go-Ahead schriftlich aufgefordert worden, „den gesamten Sachstand darzustellen. Dies betrifft insbesondere die Thematiken Werkstatt-Neubau sowie Personal-Aufbau“.

Der gebürtige Krumbacher Deisenhofer sagt dazu, ein Betreiberwechsel sei „nicht per se schlecht. Es muss halt gewährleistet sein, dass die Züge auch fahren. Mir ist jeder Betreiber recht, der dafür sorgt, dass die Züge sauber und pünktlich sind“.

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