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15.01.2010

Dem Solarpark in Winterbach steht nichts mehr entgegen

Winterbach Einmal üben, nichts zu sagen, konnte nach eigenen Worten Winterbachs Bürgermeister Karl Oberschmid in der jüngsten Gemeinderatssitzung am Donnerstag: Dort wurde nämlich über sein eigenes Bauvorhaben, einen Solarpark, beraten - und er musste schweigen.

Oberschmid bewirtschaftet den Eisingerhof, einen Aussiedlerhof zwischen Winterbach und Waldkirch. Einen Komposthof und eine Biomassefirma betreibt er dort bereits, jetzt will er zusätzlich als Geschäftsführer einer GmbH & Co. KG einen Solarpark betreiben. Der Architekt Peter Weigelt erläuterte den Plan. Da für die Gemeinde Winterbach kein Flächennutzungsplan vorliegt, musste zur Begründung des Standorts eine Raumanalyse durchgeführt werden.

"Der Eisingerhof ist der ideale Standort", so Weigelt. Der Aussiedlerhof dockt an kein Wohngebiet an, und gilt wegen der intensiven landwirtschaftlichen Bewirtschaftung selbst nicht als Wohngebiet. Ferner würde die Anlage durch Bepflanzung in angrenzenden Gebieten verdeckt, sodass sie von Waldkirch und Rechbergreuthen aus nicht einsehbar wäre. Auch der Naturpark Augsburgs Westliche Wälder erhob keine Einwände. Für die Tierwelt sei die Anlage nicht schädlich, außerdem befindet sich am geplanten Standort der Anlage kein wertvoller Boden. Die Fläche der geplanten Anlage ist relativ klein. Sie soll zwei Hektar, also 20 000 Quadratmeter groß werden.

Andere Anlagen im Landkreis kämen laut Weigelt auf mehr als fünf Hektar. Zudem sollen Ausgleichsflächen in einer Größe von 7000 m² geschaffen werden, durch Eingrünung rund um die Anlage und eine zusätzliche Grünfläche an der Grenze zur Gemeinde Glött, zur Aufwertung des Waldrands. Ein möglicher alternativer Standort wäre laut Weigelt nur beim Sägewerk in Rechbergreuthen. Dies dürfte allerdings schwer durchzusetzen sein, da Rechbergreuthen ein denkmalgeschütztes Dorf ist.

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Juristisch beraten lassen

Gemeinderätin Sigrid Mandl gab zu bedenken, dass eine Empfehlung des Regionalverbandes Donau-Iller vorliegt, die sich gegen das Aufstellen von Solaranlagen auf freiem Feld ausspricht. Weigelt hatte sich in dieser Angelegenheit juristisch beraten lassen. Der Sinn dieser Empfehlung sei, dass die Landschaft nicht zersiedelt werde, was durch die Lage des Eisingerhofs ja gewährleistet sei. Gemeinderat Reinhard Schieferle erkundigte sich nach den Gefahren für Autofahrer durch Spiegelungen. Architekt Weigelt erläuterte, dass die Betreiber eine Prüfung des Materials veranlasst hätten. Die Module seien absolut blendfrei. Also wurde das Vorhaben gebilligt, allerdings mit zwei Gegenstimmen.

Im Anschluss wurde ein Vertrag beschlossen, der die Pflichten der Betreibergesellschaft gegenüber der Gemeinde regelt. Die Betreiber zahlen die Kosten für eventuellen weiteren Grunderwerb und weitere Erlaubnisse. Ebenso haften die Betreiber für die Verkehrssicherheit, auch schon während der Bauarbeiten.

Die Laufzeit ist bis 2041 festgesetzt, die Gemeinde hat eine Option auf Verlängerung. Frank Rupprecht von der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Haldenwang hält die lange Laufzeit für notwendig, damit sich die Anlage rechnet. Ferner sind die Betreiber bei Aufgabe des Betriebs zum Rückbau der Anlage verpflichtet.

Auf eine Bankbürgschaft in Höhe der Rückbaukosten hat die Gemeinde vorerst verzichtet. Nach Berechnungen der Betreiber würde der Schrottwert der Anlage die Abbaukosten bei Weitem überschreiten. Sollte es allerdings zu einer Rechtsnachfolge oder einem Geschäftsführerwechsel kommen, müssten die neuen Betreiber diese Bürgschaft hinterlegen.

Die Bauarbeiten sollen so schnell wie möglich beginnen. Zum 1. Juli 2010 soll die Anlage ans Netz gehen, mit einer Anlagenleistung von 1150 KWp und einem Jahresenergieertrag von 1 150 000 KWh.

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