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Burtenbach

19.05.2019

Den Schertlinpark richtig kennenlernen

Sie haben sich für die Realisierung des Baumheilpfades eingesetzt (von links): Ottmar Frimmel, Bernd Kurus-Nägele, Verena Weitmann, Otto Zech, Roland Kempfle, André Heichel und Hans Zech.
Bild: Gertrud Adlassnig

In Burtenbach ist ein Baumheilpfad entstanden. Er informiert über Flora und Fauna.

Um eine Attraktion reicher ist der Burtenbacher Schertlinpark. In einer informellen Begehung hat die Gruppe der Initiatoren und Ausführenden des Baumheilpfades ihr Werk begutachtet. Der Schertlinpark, sagte Bernd Kurus-Nägele, Kreisgeschäftsführer des Bundes Naturschutz, habe nach massiven Entstehungsproblemen – der Park war nach langer Diskussion einem geplanten Baugebiet abgerungen worden – eine sehr gute Entwicklung genommen.

Daran hätten verschiedenste Stellen und Organisationen mitgewirkt. Der nun realisierte Pfad sei in der Form einzigartig im Kreis. Bürgermeister Roland Kempfle hofft, damit Kinder, Jugendliche und Erwachsene auch aus der weiteren Umgebung anzulocken.

Ein perfektes Ziel für Wandertage und Unterricht vor Ort

Für Ottmar Frimmel von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt ist der Rundweg mit 18 Baumhinweistafeln ein perfektes Ziel für Wandertage und Unterricht vor Ort. Die von André Heichel konzipierten Tafeln stehen vor besonders schönen Baumexemplaren. „Wir waren bei einem Sondierungsgang durch den Park wirklich überrascht, wie groß die Artenvielfalt hier ist. Wir mussten uns auf die wichtigsten beschränken.“

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Die von Otto Zech gestalteten Tafeln zeigen typische Merkmale der Baumart und geben Hinweise auf die Nutzung der Bäume einst und jetzt – nicht als Holz, sondern als Teile des Baumes, die nachwachsen. Das eröffnet dem Spaziergänger neue Sichtweisen auf die Baumarten. „Etwa die Tatsache, dass in unserer Region vor der Nutzung von Stroh für Matratzen das Laub der Buchen in Säcke gestopft wurde, ist weithin unbekannt,“ weist Heichel auf das entsprechende Infoschild hin. Neben den Baumplaketten gibt es im Schertlinpark 13 große, bunte Infotafeln. Zwei sind den Laub- und Nadelbäumen, elf den im Park lebenden Tieren gewidmet.

Kinder sollen das Wesentliche schnell erkennen können

Die vom Bund Naturschutz konzipierten, grafisch gestalteten Tafeln geben Auskunft über Fledermäuse, Vögel, Igel, Schnecken und andere Parkbewohner. Die Tafeln wurden so gestaltet, dass Kinder schnell das Wesentliche erkennen können. Ein „Blitzlicht“ fasst das wichtigste zusammen, tiefer gehende Informationen sind stichwortartig aufgelistet. Dabei hat sich der Bund Naturschutz auf interessante, gut darstellbare Tierarten konzentriert, die im Park zu den Leitgruppen gehören.

„Die Artenvielfalt hier ist enorm“, weiß auch Otto Zech, der als Vertreter des Bund Naturschutz zu den aktiven Bewahrern des Schertlinparks gehört. Verschiedene Fledermausarten, unterschiedlichste Singvögel, darunter auch viele selten gewordene Arten, haben hier einen geschützten Lebensraum. Es gelte, ihn zu erhalten, aber auch, ihn in seiner Einzigartigkeit einem größeren Kreis bekannt zu machen.

Die erste große Chance zum Kennenlernen ist am 2. Juni

Bürgermeister Kempfle zeigte sich stolz: Der Schertlinpark könne beinahe als Arboretum bezeichnet werden. Er dankte allen, die sich für das Projekt eingesetzt haben. Dem Landschaftspflegeverband, dessen Geschäftsführerin Verena Weitmann, die die richtigen Förderanträge an die richtigen Ämter leitete und so einen Zuschuss von 70 Prozent vom Freistaat ermöglichte; Ottmar Frimmel vom Landkreis, über den 15 Prozent der Kosten getragen werden; den Mitgliedern des Obst- und Gartenbauvereins und dem Bund Naturschutz. Die Aufstellung der Tafeln, die von der Gemeinde finanziert wurden, erfolgte so, dass ein gemütlicher Rundgang zu allem Tafeln des Parks führt. „Das kann ein wunderbarer Sonntagsspaziergang für die Familie sein. Und auf der Schertlinwiese lässt sich zum Abschluss Picknick machen.“

Nun hoffen die Initiatoren, dass das neue Angebot des Baumheilpfades auch Besucher anlockt. Die erste große Chance biete sich schon in Kürze. Am 2. Juni lockt der Kräutertag wieder Tausende von Interessenten auf die Schertlinwiese. Eine gute Gelegenheit, einen Abstecher von der Ausstellung in den Park zu machen und die Tafeln zu studieren.

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