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Fußball-Landesliga

01.11.2019

Der Angriff als Problemzone des SC Ichenhausen

Beinahe schon ein gewohntes Bild beim SC Ichenhausen: Kilian Kustermann liegt nach einer vergebenen Chance enttäuscht auf dem Rasen. Er selbst kann den Königsblauen im anstehenden Auswärtsspiel beim Schlusslicht nicht helfen: Kustermann sah in Geretsried die Rote Karte und ist für zwei Partien gesperrt.
Bild: Ernst Mayer

Der Landesligist SC Ichenhausen bewegt sich auf einem schmalen Grat zwischen Zuversicht und Verzweiflung. Endet die Talfahrt in Kaufbeuren? Ein wichtiger Mann für die Offensive fehlt allerdings.

Es war ein Saisonauftakt nach Maß. 3:0 schlug der Fußball-Landesligist SC Ichenhausen die SpVgg Kaufbeuren und Super-Optimisten im Lager der Königsblauen fragten in der Juli-Hitze gleich mal, ob man den dritten Platz aus der Vorsaison diesmal vielleicht noch toppen könnte. Eine Woche später, nach einem weiteren 3:0 gegen Egg/Günz, war das Wort Klassenerhalt selbst für halbwegs realistisch orientierte Zeitgenossen im Umfeld des SCI bereits aus dem Fußball-Lexikon gestrichen.

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Das Team balanciert am Rande des Abgrunds

15 Spiele und ebenso viele Punkte später balancieren die Ichenhauser hart am Rande des Abgrunds. Ganze 20 Treffer gelangen ihnen im weiteren Verlauf der ersten Halbserie und damit ist schon fast alles gesagt, was den Absturz bewirkte. Allen im Lager der Königsblauen ist klar, dass sich auf dem Platz etwas ändern muss. Am besten wäre es, wenn es schnell ginge. Die ideale Gelegenheit bietet sich an diesem Samstag zum Auftakt der Rückrunde. Ab 14 Uhr steigt das Spiel beim Nach-wie-vor-Schlusslicht in Kaufbeuren.

Dass die Elf von Trainer Oliver Unsöld nach einem Erfolgserlebnis lechzt wie ein Verdurstender nach Wasser, ist unübersehbar. Es ist ja auch höchst deprimierend, meistens ordentlich zu spielen und dann regelmäßig als Verlierer vom Platz zu gehen. Sportleiter Rudi Schiller sagt: „Wenn wir nur ein Viertel unserer Chancen verwerten, stehen wir in der Tabelle nicht da, wo wir jetzt stehen.“ Das mag sein, beantwortet aber die Kardinalfrage nach dem Warum nicht.

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Helfen könnte einer, der regelmäßig trifft. Einer wie Srdan Ivkovic, der im Trikot des TuS Geretsried aufläuft und am vergangenen Samstag im Alleingang für das 2:0 seiner Mannschaft im Duell mit Ichenhausen sorgte. Ichenhausens Abteilungsleiter Henning Tatje sagt zu diesem Thema: „Wir schauen nach einem Knipser und überlegen, ob es einen gibt, der uns stärker machen kann. Aber ich sehe jetzt keine totale Notwendigkeit.“ Dem Sinn nach ähnlich äußert sich Schiller: „Klar ist das ein Ausnahme-Stürmer, der könnte auch in der Regionalliga spielen. Aber den haben wir halt nicht. Punkt. Aus.“

Einig sind sich beide Funktionäre auch im Lösungsansatz. Schiller verwendet die Formel „weiter arbeiten, nicht aufgeben und irgendwann wird das Glück zurückkommen“, Tatje die Worte „Die Basis ist da, wir kommen gut vors Tor, die Truppe ist intakt“.

Rudi Schiller warnt die Spieler vor Übermut

Klar ist beiden auch: Was der SC Ichenhausen auf seiner Suche nach dem Torerfolg am wenigsten brauchen kann, ist Übermut. Dass die Sache in Kaufbeuren ein Selbstläufer und danach quasi von allein alles wieder gut wird, daran glaubt Schiller keineswegs. Ihm sei ein wenig „unwohl“ bei der Vorstellung, die Mannschaft könnte mit der Einstellung „Die hauen wir weg“ zum bereits abgeschlagenen Laternenträger fahren. „Wenn wir das machen, dann haben wir schon verloren“, betont der Sportleiter und fügt an: „Ohne Engagement und Zweikampfverhalten holst du auch dort gar nichts.“

Zwei-Spiele-Sperre okay, aber...

Unterdessen wurde der Offensivspieler Kilian Kustermann nach seiner Roten Karte wegen beleidigender Wortwahl für zwei Spiele gesperrt. Rudi Schiller bemerkt im Rückblick auf die Geschehnisse in Geretsried: „Ja, Kustermann hat was gesagt. Aber nachdem ihn der Gegenspieler dreimal in die Achillessehne getreten und ihn mehrfach beleidigt hatte, kann ich das nachvollziehen. Das war unterste Schublade.“ In diesem Zusammenhang äußerte der SCI-Topfunktionär scharfe Kritik an der Tagesform von Schiedsrichter Andreas Egner. „Was der gepfiffen hat, war Wahnsinn – es hat aber nichts damit zu tun, dass wir unsere Tore nicht machen und ist deshalb kein Alibi.“

Neben Kustermann fehlen beim SCI bereits seit geraumer Zeit und noch bis Jahresende Marco Schlittmeier sowie Julian Riederle. Alle anderen Königsblauen sind fit.

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