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Amtsgericht Günzburg

17.01.2020

Der Faschings-Wiederholungstäter von Balzhausen

An Fasching fließt oft viel Alkohol. Das geht nicht immer gut.
Foto: Bernhard Weizenegger

2017 hat ein Mann in Balzhausen bei einem Ball für Ärger gesorgt. Er wurde verurteilt – und tauchte 2019 wieder auf. Am Ende hatte er 4,5 Promille intus.

Von einem Déjà-vu hat Richterin Daniela König in ihrer Urteilsbegründung am Ende einer zweieinhalbstündigen Verhandlung am Amtsgericht Günzburg gesprochen. Denn: Der 28-jährige Angeklagte hatte sich schon im Fasching 2017 alkoholisiert gegen Polizisten gewehrt und einen davon verletzt. Dafür war er verurteilt worden. Das hat ihn aber nicht davon abgehalten, das zwei Jahre später wieder zu machen. Was genau war passiert?

Am Abend des 10. Februar vergangenen Jahres besuchte der zur Tatzeit 27-Jährige in angetrunkenem Zustand den Balzhauser Faschingsball. Weil er sich gegenüber Gästen aggressiv verhielt, verwies ihn die Security des Zeltes. Draußen pöbelte er weiter, sodass ein Platzverweis erfolgte, dem der Angeklagte nicht nachkam. Daraufhin wählte er den Notruf und behauptete, die Sicherheitsleute hätten ihn verletzt. Als vier Beamte der Polizei Krumbach eintrafen, stellte sich die Behauptung aber als falsch heraus.

Der Angeklagte äußerte Suizidgedanken

Die Beamten nahmen den alkoholisierten 27-Jährigen mit und legten ihm Handschellen an, wogegen er sich wehrte. Im Polizeiauto musste er fixiert werden, da er immer wieder den Gurt löste. Weil er Suizidgedanken äußerte, sollte er mit einem Krankenwagen ins Bezirkskrankenhaus Günzburg gefahren werden. Dafür wurde er auf einer Liege fixiert, wogegen er sich wehrte und dabei die Hand eines Polizisten einklemmte, der dadurch eine Prellung und Schürfwunden erlitt.

Genau dasselbe Szenario – sogar der verletzte Polizist, der als Zeuge auftrat, war der gleiche gewesen – hatte sich schon im Fasching 2017 ereignet, wofür der Angeklagte im Februar 2018 zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden war, die zur Tatzeit im vergangenen Jahr noch lief.

Ein Atemalkoholtest ergab knapp 4,5 Promille

Ein Atemalkoholtest im BKH ergab dann einen Wert von knapp 4,5 Promille. Sein Anwalt Horst Ohnesorge nannte dies eine „gewaltige Alkoholisierung“, bei der er schon bewusstlos oder tot wäre. Da sein Mandant aber ein Alkoholproblem gehabt habe, habe dieser nur gewankt und sei ansonsten ansprechbar gewesen. An den Tatabend konnte sich der 28-Jährige jedoch kaum erinnern. Seit Juni sei er aber trocken und diesen Monat beendete er auch eine viermonatige Therapie.

Trotz der positiven Prognose führte Richterin König an, dass der Angeklagte bereits siebenfach vorbestraft sei, unter anderem wegen Diebstahls und Beleidigung. Darauf verwies auch Staatsanwalt Hans-Peter Dischinger in seinem Plädoyer. Doch hob er auch positiv hervor, dass sich der 28-Jährige bei den Polizisten entschuldigt habe und die Tat nicht abstreite. Letztlich blieb zu klären, ob es noch einmal zu einer Bewährungs- oder doch schon zu einer Gefängnisstrafe kommt.

Der 28-Jährige soll sich künftig von Faschingsveranstaltungen fernhalten

König hielt sich in ihrem Urteil an den Vorschlag des Staatsanwalts: ein Jahr Freiheitsstrafe, die für einen Zeitraum von fünf Jahren zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem muss der 28-Jährige 1000 Euro Schmerzensgeld an den verletzten Polizisten zahlen und 2000 Euro an den Caritasverband Günzburg.

Auch monatliche Alkohol- und Drogenscreenings sowie eine Nachsorgetherapie legte die Richterin fest. Zudem habe er sich von allen Faschingsveranstaltungen fernzuhalten. Das Urteil ist rechtskräftig.

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