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Wettenhausen

27.05.2017

Der Kindergarten bleibt im Kloster

Der im historischen Gebäude des Klosters Wettenhausen untergebrachte Kneipp-Kindergarten wird für knapp 1,5 Millionen Euro aufwendig saniert und auf drei Gruppen erweitert. Das hat der Kammeltaler Gemeinderat beschlossen.
Bild: Wolfgang Kahler (Archiv)

Das historische Gebäude wird für fast 1,5 Millionen Euro saniert. Künftig soll es drei Gruppen geben. Es gibt aber auch Bedenken.

Von den Zuhörerplätzen kam dezenter Beifall: Der Gemeinderat Kammeltal hatte gerade mehrheitlich einen wegweisenden Beschluss gefasst. Der Wettenhauser Kneipp-Kindergarten wird im historischen Gebäude des Klosters bleiben, für 1,46 Millionen Euro saniert und auf drei Gruppen erweitert. Dieser Beschluss wird zudem als wichtiger Schritt für den Erhalt der Klosteranlage gesehen. „Eine wirtschaftlich vernünftige und politisch kluge Entscheidung“, wie Kammeltals Bürgermeister Matthias Kiermasz gegenüber unserer Zeitung betonte. „Große Freude“ löste der Beschluss auch bei Schwester Amanda Baur, der Priorin des Wettenhauser Klosters, aus, die als Zuhörerin ebenso wie die Kindergärtnerinnen die Sitzung verfolgte. „Damit ist jetzt ein Anfang gemacht“, sagte die Priorin. Gemeinsam mit Hubert Hafner, dem Geschäftsführer der Klosterentwicklungs GmbH, ist sie zuversichtlich, dass noch bis Jahresmitte konkrete Konzepte für die riesige Anlage im Besitz des Ordens der Dominikanerinnen präsentiert werden. „Einige Varianten sind möglich“, meinte die Ordensschwester, und der Kindergartenbeschluss sei nun der optimale Startschuss.

So ganz leicht fiel dieser freilich nicht. Einige Gemeinderatsmitglieder bemängelten erneut, dass von der Klosterentwicklungsgesellschaft bisher zu wenig Konkretes über die Zukunft der Anlage gekommen sei. „Wir wollen wissen, was im Kloster passiert“, sagte Robert Paulheim, seit vergangenem Jahr gebe es nichts Neues. Die Aussage sei klar gewesen, dass die Gemeinde bis Mitte 2017 wissen sollte, wie es weitergeht. Ratskollege Ulrich Rampp ergänzte, dass „wir eigentlich nicht die Ersten sein wollten, die in das Kloster investieren“. Eine derart festgelegte Rangfolge sei nie erfolgt, meinte Bürgermeister Kiermasz. Andere Ratsmitglieder aber befürworteten das Sanierungskonzept. „Wir müssen zu Potte kommen“, sagte Mathias Englet. Mit dem Kindergarten trage die Kommune in viel größerem Umfang zum Erhalt des Klosters bei, als es ein Zuschuss in Höhe von 100000 Euro könne, argumentierte Zweiter Bürgermeister Johann Anwander. Klar gebe es durchaus gute Gründe für einen Neubau, aber er wisse keinen, der die Kostendifferenz von 420000 Euro zum Neubau rechtfertige.

Der bisher zweigruppige Kindergarten in dem 350 Jahre alten Gebäude soll laut Entwurf für drei Gruppen (bis 75 Kinder) umgestaltet und komplett modernisiert werden. Zur Sicherung der Eigentumsrechte erhält die Kommune das Grundstück in Erbpacht mit den nötigen Außenflächen und Zufahrten. Für Sanierung oder Neubau können staatliche Zuschüsse in Höhe von bis zu 50 Prozent der förderfähigen Baukosten fließen, hofft Bürgermeister Kiermasz.

Wohl keine unangenehmen Überraschungen

Da bereits intensive Voruntersuchungen der Klostergebäude erfolgt seien, rechnet er nicht mit unangenehmen Überraschungen bei der Sanierung. Sollte es doch zu unerwarteten Kostensteigerungen kommen, hat die Entwicklungsgesellschaft des Klosters die Deckelung der Kosten zugesagt, wenn sie die Kalkulation eines Neubaus – knapp 1,8 Millionen Euro – übersteigen. Mit einem raschen Beginn der Sanierungsarbeiten ist aber noch nicht zu rechnen. „Der Spatenstich erfolgt nicht übermorgen“, sagte Bürgermeister Kiermasz. Realistisch ist eine Bauzeit von 2018 bis 2020. Während dieser Phase sollen die Kinder im Kloster untergebracht werden. Der Beschluss des Gemeinderats zugunsten des Kloster-Kindergartens fiel mit zwölf gegen fünf Stimmen, bei der ersten Abstimmung 2016 war das Ergebnis mit neun zu acht wesentlich knapper gewesen.

Außerdem ging es bei der Sitzung um den Straßenausbau in Egenhofen. Der vom Gemeinderat beschlossene Ausbau im Kammeltaler Ortsteil wird vom Umfang teilweise verändert und reduziert. Das haben zwei Gesprächsrunden mit umfangreichen Anregungen und Bedenken von Bürgern ergeben. Offen ist aber, ob der neu geplante Gehweg an der Dorfstraße einen Hochbord erhält, wie vom Ingenieurbüro empfohlen und von der Verwaltung bevorzugt, oder ein Tiefbord. Gemeinderatsmitglied Johann Böck beantragte in der Sitzung, dass dieser Punkt erneut diskutiert werden soll, da viele Bürger lieber einen Tiefbord hätten, weil er mit Rollstühlen und Kinderwagen einfacher genutzt werden könne.

Ein „erfreuliches Ergebnis“

Gesprochen wurde zudem über Zahlen, und die sprechen für sich: Das vorläufige Jahresergebnis des Kammeltaler Haushalts zeigt ein „erfreuliches Ergebnis“, wie Bürgermeister Matthias Kiermasz mitteilte. Die Einnahmen sind gegenüber dem ursprünglichen Ansatz gestiegen, sodass dem Vermögenshaushalt zu den geplanten 473000 weitere 207000 Euro zugeführt werden können. Die Rücklage kann sogar 291000 Euro erhalten, bisher waren null Euro vorgesehen.

Die Sanierung des Pfarrhofs Behlingen kommt offenbar nicht richtig in die Gänge. Bisher existiert keine Kostenberechnung für das Gebäude. Dort soll eigentlich ein Gemeindezentrum für alle Ortsteilvereine entstehen. Die Zeit drängt, da der Musikverein derzeit in der maroden alten Schule untergebracht ist. Das Gebäude befindet sich im Besitz der Kirche, deshalb ist die Diözesanbauverwaltung für die Sanierung zuständig, die aber mit Beteiligung der Gemeinde erfolgen soll.

In der Hackschnitzelanlage der Wettenhauser Grundschule kam es kürzlich zu einem Kleinbrand. Drei Ortsteilfeuerwehren waren dort im Einsatz. Die normalerweise automatische Löschung hatte laut Bürgermeister Matthias Kiermasz nicht funktioniert. Da die Brandmeldeanlage aber auslöste, sei kein großer Schaden entstanden.

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