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Wechsel

02.05.2020

„Der König ist tot, es lebe der König“

Generationswechsel im Landratsamt: Einen überdimensionierten Schlüssel empfing Hans Reichhart (links) von Hubert Hafner am späten Donnerstagvormittag. Mit dem Teil geht zwar keine Tür auf. Aber eine Funktion erfüllt der so gehaltene Schlüssel auf jeden Fall: Den Abstand in Zeiten der Corona-Pandemie zu wahren.
Bild: Peter Wieser

Hubert Hafners letzte Diensthandlung ist am Donnerstag die Schlüsselübergabe an den neuen Landrat Hans Reichhart gewesen

„Der König ist tot, es lebe der König.“ Ungebrochene Kontinuität sollte mit dieser Formel in der französischen Erbmonarchie ausgedrückt werden. Am Donnerstag hat Hubert Hafner fast in einem Überschwang der Gefühle die Redewendung benutzt. Es war natürlich nicht ernst gemeint. Gleichwohl hat er seinem erklärten Wunschnachfolger Hans Reichhart – wie Hafner selbst ein CSU-Politiker – Schlüssel, eine Fernbedienung zum Öffnen der Tiefgarage und ein Diensthandy (das Reichhart wohl nicht benötigen wird) samt Ladekabel übergeben. Fürs offizielle Foto fielen die beiden Schlüssel etwas größer aus – einer war sogar zum Anbeißen von einer örtlichen Bäckerei gefertigt worden.

„Diese Schlüsselübergabe war auch vor Zwölf, aber eben mittags“, spielte Hafner auf den 30. April 1996 an. Damals übergab Georg Simnacher seinem Nachfolger Hafner, den Simnacher nicht für die Idealbesetzung hielt, den Schlüssel fürs Landratsamt kurz vor der Geisterstunde.

Der Termin diesen Donnerstag fiel herzlicher aus. Ungefähr ein Dutzend Mal haben sich die beiden Politiker zwischen der Wahl am 15. März und der Amtsübernahme am 1. Mai getroffen, damit die Geschäfte kontinuierlich weiterlaufen können – und Reichhart mit genügend Vorahnung im Detail seine Aufgabe nun angeht. Abgesehen von den Mitarbeitern sei Reichhart „der häufigste Besucher“ gewesen.

„Mit ist es wichtig, dass sich der Landkreis gut weiterentwickelt“, sagte Hafner, der am Donnerstagmittag seinen letzten Diensttag beendete. Am Nachmittag wollte er noch zum Blutspenden in Ichenhausen – und abends stand in Jettingen-Scheppach eine CSU-Fraktionsklausursitzung an. Denn Hafner gehört künftig zur 23-köpfigen Kreistagsfraktion der Christsozialen. Ratschläge in der Öffentlichkeit werde er dem neuen Landrat „zu 99,99 Prozent“ nicht erteilen. Aber selbstverständlich seinen Nachfolger „in allen Dingen“ unterstützen, sofern dies gewünscht werde.

Hans Reichhart tritt ungeachtet des Informationsaustauschs in den vergangenen Wochen nicht unbeleckt sein neues Amt an, das er als „Traumberuf“ empfindet. Der 37-Jährige ist kommunalpolitisch verwurzelt, ob im Marktgemeinderat von Jettingen-Scheppach und seit sechs Jahren mit seinem Einzug in den Kreistag als CSU-Fraktionsvorsitzender. Seine partei- und staatspolitischen Aufgaben der Vergangenheit – ob als Landesvorsitzender der Jungen Union, als Landtagsabgeordneter und als Mitglied der Staatsregierung (Finanzstaatssekretär und Bauminister in den beiden Kabinetten Söder) – dürften mit entsprechend aufgebauten Netzwerken kein Nachteil für den Landkreis sein.

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