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Soziales

22.05.2019

Der Kontakt mit den Eltern ist wichtig

Warum die Johanniter schon vor dem Start des neuen Hortes das intensive Gespräch suchen

Ab dem kommenden Schuljahr sollen Hort und Mittagsbetreuung für die Kötzer Grundschüler in der Trägerschaft der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) sein. Vorerst 20 Hortplätze soll es geben, geplant sind letztendlich 30. Bis zur Fertigstellung des Neubaus am Großkötzer Schlossplatz werden die Hortkinder vorläufig im ehemaligen Sitzungssaal der Kötzer Günzhalle betreut.

Etwa zehn Familien hätten bisher Interesse an einem Hortplatz bekundet, sagt Michael Schmidt, der beim Regionalverband der JUH den Bereich Kinder, Jugend und Familie leitet, „Tendenz steigend“. Man habe schon Gespräche mit Vereinen geführt, die während der Hortzeiten eine Hälfte der Günzhalle nutzen, sagt Schmidt und verwendet das Wort „Netzwerkarbeit“, denn eventuell könnten Hortkinder von diesen Vereinsaktivitäten profitieren.

Dies sagt der Bereichsleiter auch mit Blick auf Vorbehalte, die Eltern bei einer Info-Veranstaltung im März geäußert hatten. Kinder könnten, wenn sie den Hort besuchen, kulturelle und sportliche Angebote aus Zeitgründen nicht mehr nutzen, hatten manche Eltern befürchtet. Das sieht Michael Schmidt nicht so. „Wir verstehen uns als Dienstleister“, betont er und verweist nicht zum ersten Mal darauf, dass dem Hort – im Gegensatz zur Mittagsbetreuung – ein ausgefeiltes pädagogisches Konzept zugrunde liegt und die Kinder von Fachleuten betreut werden.

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Eine Erzieherin oder einen Erzieher für den Kötzer Hort suchen die Johanniter derzeit, gebraucht werden laut Schmidt außerdem zwei Kinderpfleger. Er ist zuversichtlich, trotz des angespannten Marktes gutes Personal für die neue Einrichtung zu finden und begründet dies mit einer „breit gefächerten“ und „antizyklischen“ Personalakquise“. Außerdem biete die JUH einen fairen Tarifvertrag und sei nicht durch das Kirchenrecht eingeschränkt.

Bei der Mittagsbetreuung haben die Kinder Vorrang, die schon jetzt die Mittagsbetreuung besuchen, weshalb für das neue Schuljahr nach derzeitigem Stand von insgesamt 15 Plätzen fünf frei werden. Weil es in Kötz mehr Interessenten als freie Mittagsbetreuungsplätze gibt, hatte Bürgermeister Ernst Walter in der Gemeinderatssitzung kürzlich davon gesprochen, dass die JUH diese freien Plätze nach sozialen Kriterien vergeben werde.

Michael Schmidt präzisiert das. Die Johanniter-Unfall-Hilfe habe alle betreffenden Familien angeschrieben und um eine Begründung gebeten, warum es die Mittagsbetreuung und nicht der Hort sein soll. „Wir sind im Austausch mit den Eltern“, sagt Schmidt und versichert, dass man soziale, persönliche oder medizinische Gründe berücksichtigen werde. Die Begründung von manchen Familien, dass die für den Hort geltende Mindestbuchungszeit von 15,5 Stunden pro Woche nicht ins Familienleben passe, ist für Schmidt aber weniger stichhaltig – „so hart das klingt“, sagt er. Die JUH suche auch hier das Gespräch mit den Eltern.

In der Gemeinderatssitzung Anfang Mai hatte der Kötzer Gemeinderat die von den Johannitern vorgeschlagenen Elternbeiträge für die Mittagsbetreuung und den Kinderhort beschlossen (GZ berichtete). Auf die Frage von Gemeinderätin Yvonne Hartmann, wie sich die Mindestbuchungszeit von 15,5 Stunden wöchentlich mit einer Buchungszeit von zwei Stunden täglich in Einklang bringen lasse, hatte Bürgermeister Walter geantwortet, dass dies für die Kinder gelte, die zuerst in die Mittagsbetreuung und danach in den Hort gehen.

Diese Möglichkeit sehen die Johanniter als Träger beider Angebote aber nicht vor. Vielmehr habe man die Kategorien mit zwei und drei Buchungsstunden täglich für Dritt-und Viertklässler eingerichtet, die bis 13 Uhr Unterricht haben und anschließend in den Hort gehen. Wie der Kötzer Bürgermeister im Gemeinderat sagte, soll der Hort montags bis freitags von 11.20 bis maximal 16 Uhr geöffnet sein.

Die Mindestbuchungszeit von 15,5 Wochenstunden ist nicht verhandelbar, weil für den Hort gesetzliche Vorgaben gelten. Das hatte Johanniter-Regionalvorstand Michael Rettenmaier schon beim Info-Abend im März deutlich gemacht, und auch Fachbereichsleiter Michael Schmidt hat im Gespräch mit der Günzburger Zeitung jetzt noch einmal darauf hingewiesen. Das Missverständnis im Gemeinderat findet er verständlich. Kleinere Kommunen kämen mit dem Bayerischen Kinderbildungs und -betreuungsgesetz BayKiBiG ganz schnell an ihre Grenzen, sagt Schmidt „weil es eine sehr umfangreiche Materie ist.“

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