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Gundremmingen

18.01.2015

Der Pfarrer ist jetzt Ehrenbürger

Beim Festgottesdienst anlässlich seines 80. Geburtstags wurde Pfarrer Richard Harlacher am Sonntag die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Gundremmingen verliehen. Auf dem Bild zu sehen sind (von links) Gundremmingens Zweiter Bürgermeister Anton Frei, Landrat Hubert Hafner, Pfarrer Richard Harlacher und Bürgermeister Tobias Bühler.

Gundremmingen vergibt seltene Auszeichnung an Richard Harlacher, der jetzt 80 wurde und dort seit 46 Jahren Seelsorger ist. Der Geehrte ist überrascht und gerührt

 „Kleine Wunder in Pfarrers Garten“, so lautet der Titel eines seiner zahlreichen Bücher. Nicht nur seine Leidenschaft für die Fotografie, sondern auch seine Liebe zur Heimat werden darin deutlich. Am Freitag feierte Pfarrer Richard Harlacher seinen 80. Geburtstag, seit Sonntag ist er Ehrenbürger von Gundremmingen. Erst dreimal hat die Gemeinde bisher die Ehrenbürgerwürde verliehen. Und vor allem: Bis zuletzt hatte Pfarrer Harlacher nicht geahnt, dass ihm am Sonntag diese Ehre zuteilwerden sollte. Die, die es wussten, hatten dichtgehalten.

„Ein Festtag für die ganze Gemeinde“, so hatte Pfarrer Harlacher den Festgottesdienst, der anlässlich seines 80. Geburtstags gefeiert wurde, in der voll gefüllten Pfarrkirche St. Martin beschrieben. 80 kleine Kerzen standen vor dem Altar. Bereits vorher war ein Fahnenzug mit den Vereinen, angeführt von der Blaskapelle Gundremmingen, zum Pfarrhaus gezogen. Mit dem Frauensingkreis, dem Chor Cantabile und dem Männergesangsverein waren es gleich drei Chöre, die den Gottesdienst umrahmten.

Berufung – auch heute könne sie entstehen. Hatte er sich doch selbst berufen gefühlt, damals, als er im Mai 1960 zu Priester geweiht wurde, erinnerte sich Harlacher. Er betrachte es als ein Geschenk, und er könne nicht genug danken, auch in so hohem Alter den Dienst noch verrichten zu können. Als etwas brenzlig sehe er es zwar schon an, wenn er daran denke, dass der Papst doch um zwei Jahre jünger sei als er. Doch dieser habe ja auch eine etwas größere Pfarrei. Vor allem aber wolle er denjenigen danken, die ihm während der langen Jahre geholfen hätten, die Botschaft des Evangeliums zu vermitteln, und auch allen, die ihn, wie er schmunzelnd hinzufügte „so lange ertragen“ hätten. Immerhin: Pfarrer Harlacher ist seit über 46 Jahren als Seelsorger für die Gemeinde Gundremmingen und die Filialkirche St. Ursula in Schnuttenbach zuständig.

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„Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden“, sagte Landrat Hubert Hafner nach einem Zitat von Franz Kafka, dass das Alter nur relativ sei. Harlacher sei der älteste aktive Pfarrer im Landkreis – „in fortgeschrittener Jugend“, wie Hafner anmerkte. Habe doch Adam ein Alter von 930, Noah ein Alter von 950 und Methusalem ein Alter von gar 969 Jahren erreicht. Es sei also noch viel Luft nach oben. „Tu deinem Körper etwas Gutes, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen“ – mit diesen Worten erläuterte Diakon Carlo Hackel dazu, wie Pfarrer Harlacher sich die Gabe bewahrt habe, die schönen Dinge des Lebens zu sehen. Auch Pfarrgemeinderatsvorsitzender Josef Wagner wünschte alles Gute und Gottes Segen.

Am 1. Dezember 1968 ist Pfarrer Harlacher nach Gundremmingen gekommen, sagte Bürgermeister Tobias Bühler. Unabhängig von seiner Verantwortung als Seelsorger habe er zahlreiche Projekte, darunter die zweimalige Renovierung der Pfarrkirche St. Martin oder den Bau der neuen St.-Ursula-Kapelle unter Einbeziehung der ehemaligen Kirche in Schnuttenbach, verwirklicht. Sein Wirken habe Spuren hinterlassen. Als höchste Auszeichnung der Gemeinde Gundremmingen verlieh Bühler an Harlacher für die Dienste, die er geleistet hat, die Ehrenbürgerwürde. Mit dem Lied „Wie schön, dass du geboren bist“ gratulierten anschließend Gundremminger Schulkinder beim Empfang im Kulturzentrum. Die Schlange Glück wünschender Bürger aus Gundremmingen und Schnuttenbach wollte dort kein Ende nehmen.

Harlacher, sichtlich überrascht, aber auch erfreut über die ihm zuteilgewordene Ehre, sagte, er hoffe noch auf eine Weile gemeinschaftlichen Zusammenwirkens. Und er stellte mit einem Lächeln fest: „Was ma im Alter no alles wird.“

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