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Fußball-Landesliga

03.11.2019

Der SC Ichenhausen feiert ein Festspiel im Allgäu

Zwei Spieler, fünf Treffer, eine Freude: Die Ichenhauser Mateusz Staron und Yannick Maurer ließen es in Kaufbeuren kräftig krachen.

Wie die Königsblauen zum 8:0-Erfolg beim Landesliga-Schlusslicht in Kaufbeuren kommen und welche Erkenntnisse aus diesem Erfolg zu ziehen sind.

Krise? Welche Krise? Dank einer beeindruckenden Vorstellung haben die Landesliga-Fußballer des SC Ichenhausen einen 8:0-Erfolg bei der SpVgg Kaufbeuren gefeiert. Es war der höchste Sieg eines SCI-Teams seit dem Landesliga-Aufstieg vor fünfeinhalb Jahren. Und, viel wichtiger als diese statistische Anmerkung: Es war ein Befreiungsschlag für die zuletzt gepeinigte königsblaue Seele.

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Schnell wurde klar, warum die Gastgeber die schwächste Offensiv-Abteilung der Liga stellen. Trotz zuletzt ordentlicher Ergebnisse reichten Kraft und Ideenreichtum vor 85 Zuschauern gerade mal zu fünf Minuten Druckperiode. Liridon Rrecaj im Tor der Ichenhauser war hinterher 85 Minuten lang beschäftigungslos. Immerhin boten ihm seine Vorderleute einiges zum Zuschauen. Eine herausragende Partie in einem starken Team zeigte Yannick Maurer – und das nicht nur, weil er mit einem Hattrick den Kaufbeurern schon in der ersten Halbzeit den K.o. verpasste.

Yannick Maurer schafft einen Hattrick

Wichtig für das angeknackste Selbstvertrauen der Ichenhauser war, dass diesmal gleich der erste Schuss ein Volltreffer wurde. Maurer verwertete ein Super-Zuspiel von Denis Nickel, indem er den Ball aus zehn Metern staubtrocken ins Netz setzte (6.). Ebenfalls Maurer war zur Stelle, nachdem Mateusz Staron auf Zuspiel von Benjamin Sturm den Querbalken anvisiert hatte: Den Abpraller verwertete der 20-Jährige aus zehn Metern kaltschnäuzig (25.). In der ersten Minute der Nachspielzeit dann landete ein Traumpass von Simon Fischäß bei Maurer, der den Ball am herauslaufenden Torwart Frank Schmitt vorbei ins Tor schob.

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Zwischenzeitlich hatten sich die Kaufbeurer selbst geschwächt. Robin Keiß erhielt für ein überflüssiges Foul im Mittelfeld gelb-rot (35.). Kurios: Mit Ausnahme der beiden Verwarnungen für diesen Spieler ließ Schiedsrichter Benedikt Jany die Karten stecken.

Mateusz Staron trifft zweimal

Nach dem Seitenwechsel ließ Ichenhausen Ball und Gegner laufen. Dann aber erzielten die Gäste ihre weiteren Treffer im U-Bahn-Takt. Zunächst fand Andreas Beckmann mit seinem Zuspiel Staron, der Schmitt mit einem Schuss ins kurze Ecke überlistete (61.) Dann nutzte Fischäß eine Unstimmigkeit zwischen Torwart und Abwehrspieler, um den Ball aus zehn Metern ins leere Tor zu schieben (64.). Als wenige Minuten später Maurer die Kugel in den Strafraum brachte, verwertete erneut Staron aus kurzer Distanz (68.). Schließlich hielt Stefan Strohhofer den Fuß in eine halbhoch in den 16er gebrachte Ecke und lenkte den Ball ins Netz (74.). Den Schlusspunkt setzte Nickel, der für den gesperrten Kilian Kustermann ins Team gerutscht war. Er verwandelte einen an Sturm verursachten Foulelfmeter sicher.

Ein Sieg ist noch keine Trendwende

Obwohl der gastgebende Tabellenletzte wirklich schwach war: Acht Tore muss man erst einmal erzielen. Positiv war vor allem, dass sich die Königsblauen trotz ihrer deutlichen Führung nur kurze Phasen der Ruhe gönnten und abgesehen davon immer versuchten, weitere Tore zu erzielen. Das Allgäuer Festspiel lässt alle Beteiligten erst einmal aufatmen. An den Verantwortlichen um Trainer Oliver Unsöld wird es nun liegen, den Fußballern einzubläuen, dass auch ein derart grandioser Erfolg noch keine Trendwende darstellt. Andernfalls könnte dem Glücksgefühl der Katzenjammer folgen.

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