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Handball-Bayernliga

26.01.2020

Der VfL Günzburg übersieht die Ausfahrt Richtung Sieg

Während der – früher schon für Niederraunau und Günzburg spielende – Friedberger Manuel Scholz seiner Freude über den Derby-Erfolg freien Lauf lässt, trotten die geschlagenen Weinroten (im Vordergrund der derzeit verletzte Nicolai Jensen) traurig vom Spielfeld.
Foto: Michael Hochgemuth

Günzburg verliert das Derby beim TSV Friedberg und damit auch seine Tabellenführung. Das 24:27 nur an den Verletzten festmachen zu wollen, würde zu kurz greifen.

Es war ein kurzes Bad auf der Sonnenseite der Tabelle. Nach einem packenden Derby haben die Bayernliga-Handballer des VfL Günzburg die Punkte beim TSV Friedberg gelassen und mussten ihre Führungsposition nach nur wenigen Tagen wieder abgeben. Gut möglich ist allerdings, dass das nur eine Momentaufnahme ist. Denn die Fachleute im Publikum waren sich einig, dass ein Günzburger Team in Bestbesetzung das Schwaben-Duell vermutlich gewonnen hätte. So stand’s am Ende 24:27 (10:11).

Kaum Alternativen für Trainer Gábor Czakó

Während die Friedberger Trainerin Christina Seidel aus einem vollständigen und schlagkräftigen Kader auswählen durfte, beschränkte sich die Arbeit ihres Günzburger Kollegen Gábor Czakó vor allem darauf, welcher Torhüter anfängt und wer von den beiden übrig gebliebenen Rückraum-Mitte-Spielern auf dem Feld steht. Umso größer war das um den verletzten Regisseur Nico Jensen erweiterte Trainerteam allerdings auf der taktischen Seite eingespannt. Es musste an ein paar Stellschrauben gedreht werden, um sich Chnacen ausrechnen zu dürfen.

Es begann ausgeglichen. Zwei Mal führten die Herzogstädter, zwei Mal die Donaustädter. Danach sollte sich der VfL durch Tore von Frieder Bandlow und Stephan Jahn, die beide überzeugende Leistungen boten, ein klein wenig absetzen.

Angesichts von drei Toren Rückstand unterbrach Seidel beim 6:9 (19.) den Günzburger Lauf mit einer Auszeit. Rückblickend war dies eine der Ausfahrten Richtung Sieg, die Günzburg fahrlässig verpasste. Denn nun spielten die Gastgeber deutlich cleverer und warfen sich sukzessive wieder in Führung, während sich die Weinroten durch teils unnötige Einzelaktionen das Leben schwer machten.

Die Günzburger lassen merklich nach

Gleich nach Wiederanpfiff warf Günzburg den Ausgleich. Dank Patrick Bieber, der in den ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte der herausragende Spieler auf dem Feld war, konnte sich der VfL wieder ein klein wenig absetzen. Unmittelbar auf das 15:13 durch Michael Jahn (39.) folgte die zweite Ausfahrt, die der VfL-Bus auf dem Weg zum Sieg einfach übersah. Statt das Spiel nun im Stile eines Spitzenteams zu entscheiden, ließ der VfL sowohl in der Abwehr als auch im Angriff merklich nach. Ganz anders präsentierte sich der Friedberger Karlo Tomic: Bis zum Schlusspfiff sollte er den Ball den VfL-Schlussleuten insgesamt sieben Mal um die Ohren pfeffern. Viel konnten die Torhüter da nicht machen. Wenn ein Spieler sich derart heiß wirft, muss eben die Abwehr darauf reagieren. Das unterblieb – allerdings hätte Tomic allein seine Farben nicht zum Sieg geworfen.

Friedbergs Torwart in Bestform

Beim Stand von 19:19 (48.) war noch einmal alles offen. Danach nagelte der Friedberger Torhüter Benjamin von Petersdorff seinen Kasten praktisch zu. Jedenfalls hielt er aus Günzburger Perspektive einfach zu viele Würfe. In Verbindung mit dem ungezügelt treffenden Tomic im Angriff besiegelte das die VfL-Niederlage im Derby.

Die Günzburger grämten sich. Aber sie realisierten auch, dass sie hervorragenden Kampfgeist gezeigt und den Start ins neue Jahr mit 4:2 Punkten angesichts der aktuellen Verletztenliste immer noch überraschend positiv gestaltet hatten. (zg)

VfL Günzburg Bieber, Rösch; Bandlow (6/3), Pfetsch (3), M. Jahn (5), S. Jahn (3), Leix, Ruckdäschel (2), Meye, Grabher, Jäger (5)

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