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Landkreis Günzburg

29.01.2020

Der neue Bischof Bertram ist mit dem Landkreis eng verbunden

Am 17. Mai 2000 musizierte das Schwäbische Jugendblasorchester anlässlich der großen Papst-Audienz zum 80. Geburtstag von Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz in Rom. Kniend (von links) der damalige Leiter der deutschen Abteilung des Staatssekretärs, Bertram Meier, und ASM-Präsident Karl Kling.
Foto: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Plus Warum die Freude im heimischen Dekanat nach der Ernennung groß ist. Und da sind auch gute Erinnerungen an eine besondere Begegnung mit dem Papst.

Mittwochmittag um 12 Uhr ist es offiziell: Bertram Meier wird neuer Bischof von Augsburg. Der 59-jährige Domdekan Prälat Bertram Meier leitete als Diözesanadministrator das Bistum in der „bischofslosen Zeit“.

Pfarrer Klaus Bucher, Dekan des Dekanats Günzburg und Pfarrer in Breitenthal, erklärt zur Berufung von Prälat Bertram Meier zum neuen Bischof von Augsburg, dass „wir einen der erfahrensten Priester unseres Bistums zum Bischof“ bekämen. Er sei Pfarrer und Dekan gewesen, sei in der Weltkirche vernetzt und in der Ökumene respektiert. Er sei ein wortgewandter Prediger mit geistlichem Tiefgang. Als neuer Bischof müsse er sich nicht einarbeiten und sei im Klerus anerkannt. Somit bekomme die Diözese einen sehr präsenten Bischof, zudem einen flexiblen, der konkreten Anforderungen unkonventionell begegne.

Fast ein Regierungsprogramm schon im Juli

Sein Wort als Diözesanadministrator vom vergangenen Juli lese er, Klaus Bucher, heute fast als Regierungsprogramm. Prälat Meier fasste sein Grundanliegen im griechischen „SYN“ zusammen. SYN heißt Miteinander. Er schrieb: „Wir müssen einander Beistand leisten im Leben, im Austausch und im Gebet. Die Erfahrung, dass niemand im Stich gelassen wird, ist die Klammer, die unser Bistum zusammenhalten wird.“ Dann erinnerte er an ein Wort des heiligen Augustinus: „Im Notwendigen herrsche Einheit, in Zweifelhaftem Freiheit, in allem aber die Liebe.“

Er kann zusammenhalten, führen und abgrenzen

Er habe Prälat Meier bisher als einen erlebt, der zusammenhalten könne, der führen, aber auch abgrenzen könne. Das seien ja auch die Hauptaufgaben eines Bischofs. Im Lateinischen heiße er Episcopus, der „von oben Schauende“. Er müsse den Überblick und die Zielperspektive haben. Er müsse das Glaubensgut schützen. Gleichzeitig dürfe er nicht „von oben herab“ regieren. Dafür bringe Bertram Meier sicher viele Fähigkeiten mit. Er sei ein guter Theologe, ein schlauer Kopf und gleichzeitig einer, der den Kontakt zu den Menschen suche. Pfarrer Bucher erklärt, er habe ihn auch immer wieder als „Pontifex“ erlebt, als einen echten Brückenbauer.

Pfarrer Klaus Bucher ist Dekan des Dekanats Günzburg und Pfarrer in Breitenthal.
Foto: Sammlung Bucher

Dazu kämen ein großer Fleiß und eine hohe Einsatzbereitschaft. Da Prälat Meier schon enger Mitarbeiter von Bischof Zdarsa gewesen sei, sei Kontinuität gegeben. Man dürfe davon ausgehen, dass er den bewährten Weg einer Strukturreform des Bistums mit Augenmaß und auf Augenhöhe mit den Pfarreiengemeinschaften weitergehen werde. Als bisherigem Leiter des Seelsorgeamtes sei ihm die Weitergabe des Glaubens ein Herzensanliegen, sodass auch in Zukunft die Neuevangelisierung im Zentrum stehen werde. Aber auch die Kirche Deutschlands als Teil der Weltkirche und das gemeinsame Zeugnis der verschiedenen Konfessionen in einer immer säkulareren Gesellschaft würden sein Wirken bestimmen.

Er kennt die Dekanate Neu-Ulm und Günzburg

Da Bertram Meier früher Regionaldekan der jetzigen Dekanate Neu-Ulm und Günzburg gewesen sei, kenne er natürlich auch unser Dekanat von innen und als Domkapitular und Bischofsvikar sei er oft in unseren Pfarreien zu verschiedenen Anlässen gewesen. Bucher glaubt, man dürfe sich auf einen Bischof freuen, der aus „unserem Stall“ sei und gleichzeitig „Stalltüren öffnen“ und neue „Weideflächen“ entdecken könne.

Augsburg hat einen neuen Bischof, der Nachfolger von Konrad Zdarsa steht fest: Bertram Meier. Der 59-Jährige leitete schon das Bistum in der "bischofslosen Zeit".
15 Bilder
Bertram Meier ist zum neuen Bischof von Augsburg ernannt
Foto: Silvio Wyszengrad

Die Überraschung und gleichzeitige Freude über diese Personalie ist offenbar im gesamten Dekanat Günzburg groß. „Bertram Meier ist einer von hier. Er kennt den Schlag der Menschen in unserer Region. Er kennt die Mitarbeiter im Ordinariat und er kennt die Stärken und Schwächen der Diözese. Aufgrund seiner jahrelangen Tätigkeit im Bistum hat er Einblick in die inneren Strukturen und ist letztlich einer von uns“, sagt Christoph Wasserrab, Prodekan und Stadtpfarrer von Günzburg. Wasserrab kennt den neuen Bischof bereits aus seiner Zeit im Priesterseminar in Augsburg. Meier hielt dort öfters Gottesdienste als Domkapitular.

Der jetzige Bischof hat auch Gottesdienste in Günzburg gefeiert

Er war bis jetzt stellvertretender Generalvikar, mit unterschiedlichsten Aufgaben in der Ökumene und Leiter des bischöflichen Seelsorgeamts. Bertram Meier hat auch bereits mehrere Gottesdienste in Günzburg gefeiert. So besuchte er am 3. Oktober 2017 den ökumenischen Kirchentag in der Kreisstadt. „Er hat den Tag mit uns im Glauben verbracht, das war etwas ganz Besonderes“, erinnert sich Wasserrab. Zuletzt weilte der neue Bischof hier bei der Einführung des Krankenhausseelsorgers Pfarrer Max Ziegler. „Ich bin voller Hoffnung, dass Bischof Meier offen für die Menschen ist und sieht, wie es um die Situation der Kirche in unseren Pfarreien steht. Er hat ein gewaltiges Amt und große Herausforderungen zu meistern“, sagt Wasserrab.

Seit August 2015 ist Christoph Wasserrab Stadtpfarrer der Kirchengemeinde St. Martin in Günzburg.
Foto: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Er wüsche sich einen Bischof, der gute Berater um sich versammelt, die auch unterschiedlich denken sollen. Bedachte und überlegte Entscheidungen, die er auch erklären kann, wären eine gute Voraussetzung, dass Bischof Meier viele Gläubige und Pfarrer dabei mitnehmen kann. Stadtpfarrer Wasserrab weiter: „Jedem Bischof muss man zugestehen, dass er nicht alles kann und weiß. Die kirchliche Landschaft ist vielschichtig und kompliziert, vieles ist unklar. Da hilft es, wenn ich weiß, dass der Bischof die Fragen versteht und selbst um die Antworten der Suchenden ringt und sucht – und dann Wege aufzeigt.“

Bertram Meier ist der "Kandidat der Herzen"

Deutliche Worte formuliert die Diözesanratsvorsitzende Hildegard Schütz aus Edenhausen. Prälat Bertram Meier sei für sie der „Kandidat der Herzen“. Einen solchen Bischof hätten sich die Gläubigen in der Diözese gewünscht. Prälat Meier gehe ganz offen auf die Menschen zu und habe immer ein Ohr für ihre Sorgen und Nöte. Besonders wichtig sei ihr, dass der neue Bischof den ehrenamtlich Mitwirkenden in der Kirche große Wertschätzung entgegenbringe.

Professor Karl Kling (Krumbach), ehemaliger Präsident des Allgäu-Schwäbischen-Musikbundes, war im Jahr 2000 mit einer Delegation schwäbischer Blasmusiker zusammen mit Prälat Bertram Meier bei Papst Johannes Paul II. in Rom. Kling sagt, er sei hocherfreut über die Berufung des neuen Bischofs von Augsburg. Er nennt Bertram Meier einen Mann des Volkes, dem man alles anvertrauen könne, mit dem man über alles sprechen könne, was einen schmerze. Der Prälat habe regen Anteil genommen am musikalischen Geschehen und oft hätten die ASM-Musiker die Lieblingsmusik von Prälat Meier gespielt, insbesondere die Schubert-Vertonung von Carl Lappe „O, wie schön ist deine Welt, Vater, wenn sie golden strahlet!“

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