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Günzburg

03.11.2017

Der verbrannte Traum eines Karosseriebaumeisters

Ein Bild der Zerstörung bietet die ausgebrannte Halle am Tag nach dem Feuer. Bis die Brandursache ermittelt ist, muss alles so bleiben, wie es ist.
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Ein Bild der Zerstörung bietet die ausgebrannte Halle am Tag nach dem Feuer. Bis die Brandursache ermittelt ist, muss alles so bleiben, wie es ist.
Bild: Bernhard Weizenegger

An Allerheiligen brennt eine Halle im Günzburger Gewerbegebiet Donauried. Der Günzburger Axel Hepp erlebt Trauer, Verzweiflung und große Hilfsbereitschaft.

Selten war im Albert-Benz-Weg in Günzburg so viel los wie am Donnerstagvormittag: Kriminalpolizei, Medienvertreter, Freunde und Bekannte wollen mit Axel Hepp sprechen. Dem Karosseriebaumeister gehört das Grundstück und die Halle, die an Allerheiligen in einer Feuersbrunst total zerstört wurde. In Begleitung eines Freundes beantwortet er tapfer die Fragen der Beamten, lässt geduldig Kamerateams und Fotografen arbeiten und nimmt dankbar die Hilfsangebote von Freunden und Bekannten an.

Verzweiflung hat sich am Tag nach dem großen Feuer in sein Gesicht geschrieben. In den Resten des Löschschaums stehend erzählt er die Geschichte eines „Schrauber-Traums“: wie er vor fünf Jahren auf einem großen Grundstück am Rand des Gewerbegebiets im Donauried mit vielen Freunden eine moderne Halle errichtet hat. Endlich ein eigenes Domizil, um an Fahrzeugen und Motorrädern zu schrauben. In der „Hobbyhalle“ restauriert er mehrere Oldtimer, darunter einen Mercedes-Benz Heckflosse, Baujahr 1963, einen Golf I, zwei seltene Motorräder. Mit glasigen Augen blickt er durch die beiden zerschmolzenen Tore auf herabgestürzte Holzbalken der Zwischendecke, Karrosseriereste, herausgeschleuderte Räder und völlig verbogene Wände. „Da kann ich nichts mehr retten, alles ist hin!“

Große Gefahr für Feuerwehrmänner

Über eineinhalb Stunden versuchen zahlreiche Feuerwehrmänner, das Feuer und die große Hitze in den Griff zu bekommen. Darunter etliche Freunde und viele Bekannte. Sie riskieren ihre Gesundheit, denn immer wieder explodieren Spraydosen, ein Benzinkanister und vermutlich auch die Gasflasche der Schweißanlage. Das Verdeck des Cabriolets vor dem linken Hallentor schmilzt, die Reifen fangen Feuer, es ist nicht mehr zu retten. Die Hitze ist so groß, dass flüssiges Aluminium der Fotovoltaikanlage auf dem Dach zu Boden tropft.

Flammen schlugen meterweit aus dem Gebäude: Am Mittwoch hat es in einer Lagerhalle und privaten Autowerkstatt in Günzburg gebrannt. Laut Polizei wurde ein Mann verletzt.
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Lagerhalle und Werkstatt in Günzburg geht in Flammen auf
Bild: Mario Obeser

Die Kriminalpolizei sucht nach der Brandursache

Sieben Fahrzeuge und zwei Motorräder fallen in der Halle den Flammen zum Opfer. Der Traum ist verbrannt – zunächst. Bis die Kriminalpolizei Neu-Ulm die Brandursache noch nicht ermittelt hat, die Gutachter der Versicherungen noch kein Urteil und die Versicherungen noch nicht in Aussicht gestellt haben, dass der Schaden in Höhe von etwa 250.000 Euro ersetzt wird, ist die Zukunft für Axel Hepp ungewiss. Der Traum, noch ein Eigenheim in die große Wiese zu bauen, ist in weite Ferne gerückt. „Es ist einfach alles verbrannt“, sagt er noch immer fassungslos. Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams waren am Donnerstag sofort zur Stelle. „Die Gespräche tun einfach gut, das sind tolle Leute. Wir telefonieren auch wieder“, sagt Axel Hepp.

Als gegen Mittag ein Pärchen auf die Halle zu schlendert, steigt Wut in ihm auf: „Am liebsten würde ich die Straße ganz absperren, der Katastrophentourismus ist wirklich dreist!“

Hier lesen Sie mehr zu den Ermittlungen: Brand in Werkstatt: Polizei geht von Fahrlässigkeit aus

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