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Günzburg

27.07.2018

Diana Damrau: Glücklich im Kreis der Nachwuchssänger

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Großer Auftritt für die Kinder der Grundschulen Montessori, Auf der Bleiche und Südost: Sie sangen für Opernstar Diana Damrau – im Bild zwischen ihren Eltern Rainer und Sybille. Anlass war die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft im Förderverein Musikschule an die Sängerin.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die Starsopranistin übernimmt die Ehrenmitgliedschaft im Förderverein Musikschule. Kinder bereiten ihr einen herzlichen Empfang.

Schwer zu sagen, wer an diesem Donnerstag mehr gestrahlt hat: Die Sonne, die Kinder der Grundschulen Montessori, Auf der Bleiche und Südost, oder doch Opernstar Diana Damrau? Ein Freudentag war es jedenfalls für alle: Die Schülerinnen und Schüler sangen begeistert und aus vollem Herzen für die prominenteste Absolventin der Günzburger Musikschule. Und diese selbst zeigte sich einfach nur glücklich darüber, dass der Förderverein der Musikschule sie zum Ehrenmitglied ernannte.

Aber es gab noch mehr Titel an diesem Tag für die berühmte Sängerin: Als „Weltmeisterin des Gesangs“ habe Diana Damrau schon sehr viele Preise und Ehrungen erhalten, so Ursula Seitz, die Vorsitzende des Fördervereins später bei der offiziellen Übergabe der Urkunde. Und Oberbürgermeister Gerhard Jauernig bemühte gar den sportlichen Vergleich: „Heute ist Real Madrid zu Gast in Günzburg. Ein Weltstar ist heute zuhause.“

Zuhause – das ist für die Opernsängerin, die mit ihren Eltern Rainer und Sybille Damrau zur Ehrung gekommen war, auch die Musikschule Günzburg. Der ehemalige Leiter Eberhardt Althammer ließ es sich trotz Krankheit nicht nehmen, bei dieser besonderen Auszeichnung dabei zu sein. Carmen Hanganu, Diana Damraus erste Gesangslehrerin und noch heute Beraterin, musste sich allerdings entschuldigen. Dafür war neben den Mitgliedern des Fördervereins und Musikalischen Weggefährten auch Sparkassenchef Walter Pache gekommen.

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Die Grundschulkinder erwiesen sich dann auch als gewissenhafte Interviewpartner – stellten dem Opernstar ohne Scheu tolle Fragen – und Diana Damrau beantwortete sie ehrlich und herzlich. „Komponierst Du selber Musik?“ „Wie lange dauert es, bis man ein Lied auswendig kann?“ „Wie alt bist Du?“ „Was für Kleider hast Du bei Auftritten an?“ und „Wie ist das Leben als Superstar?“ – auf all diese Fragen hatte die Zweifach-Mama lustige und liebevolle Antworten. Das Leben als Superstar sei übrigens „ganz normal“, versicherte Diana Damrau.

„La Traviata“ ist wie eine Everest-Besteigung

„Singst Du uns was vor?“ – diese Bitte musste die Sopranistin leider ablehnen. Den Kindern erklärte sie geduldig, warum: „Ich habe gestern in München „La Traviata“ gesungen, das ist eine sehr anstrengende Rolle. Das ist so, wie wenn jemand den Mount Everest besteigt und man fragt ihn am nächsten Tag: Könnten Sie bitte noch ein Rad schlagen?“ Dafür sangen die Kinder der drei Grundschulen umso kräftiger – und das wollen sie ganz nach dem Vorbild von Diana Damrau jetzt auch öfter machen. Ursula Seitz verriet, dass aus dem für den besonderen Anlass zusammengestellten Gemeinschaftschor eine regelmäßige Einrichtung werden soll. Dafür gab es von der großen Sängerin viel Applaus für die kleinen Sänger.

Jakob Nistler ist da schon einen Schritt weiter. Der Günzburger Nachwuchstenor, ebenfalls ausgebildet in der Günzburger Musikschule durch Danuta Debski, studiert seit einem Jahr in Wien Gesang. Wie sich seine Stimme entwickelt hat, erlebten Diana Damrau und die Ehrengäste im Saal der Musikschule. Dort sang Jakob Nistler „My heart is where my home is“, ein Stück des Burgauers Hermann Skibbe. Jakob Nistler hatte es bereits vor zwei Jahren beim Burgauer Kultursommer und im Vorjahr beim Konzert Guntia XL vorgetragen. Erstmals war es nun in einer Klavierbearbeitung durch den stellvertretenden Leiter der Musikschule, Erich Broy, zu hören. Die Noten dazu erhielt Diana Damrau später überreicht – sehr zu Freude der Sängerin, die sich bedankte: „Musik ist das schönste Geschenk.“ Für Jakob Nistler, der Diana Damrau auf die großen Bühnen der Welt nachfolgen möchte, war das Heimspiel dann schon wieder vorbei: Wenige Stunden später stand er in Salzburg auf der Bühne, als Chorsänger bei den Festspielen in Mozarts Zauberflöte. Ein Stück, das zu den Höhepunkten in der Karriere Diana Damraus zählt. Den Grundschülern hatte sie zuvor erklärt, warum: „Das Kostüm von der Königin der Nacht ist das Allerbeste. Und dann erst die Krone!“

Bei diesem Empfang fühle sie sich tatsächlich ein bisschen wie die Queen, bedankte sich die strahlende Sängerin. Deutlich zu sehen: Diana Damrau ist tatsächlich „glücklich in Günzburg“, wie es auch auf dem Plakat der städtischen Imagekampagne steht, das jetzt ihr Bild ziert. „Weil mit der Musikschule hier mein Glück seinen Lauf nahm“ ist als Begründung darauf zu lesen. Die Starsopranistin ist die einzige Prominente, welche die Stadt für die Plakatkampagne haben wollte, so Oberbürgermeister Jauernig. Nun ist die Sängerin nicht nur das Gesicht ihrer Heimatstadt, sondern auch des Fördervereins ihrer Musikschule. „Ein schöneres Gesicht könnte man sich dafür nicht vorstellen“, so Jauernig.

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