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30.07.2010

Die Belegschaft muss Opfer bringen

Krumbach Keine betriebsbedingten Kündigungen bis 30. Juni 2013, aber Einschnitte bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld: Das ist das Ergebnis des jüngst abgeschlossenen Ergänzungstarifvertrags bei der Firma Lingl in Krumbach. Bei einer Betriebsversammlung wurden den Beschäftigten die Eckpunkte des Vertrages vorgestellt.

Laut Mitteilung der Firma Lingl lobte dabei Geschäftsführer Frank Appel "Disziplin und Verständnis" der Belegschaft. Sie habe "merkliche Zugeständnisse" gemacht, aber "somit konnten alle Arbeitsplätze gesichert werden". Elmar Heim, 1. IG-Metall-Bevollmächtigter, sprach von "erheblichen Opfern" der Beschäftigten, von deutlichen Abstrichen bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Aber es sei um den Erhalt der Firma gegangen. Immerhin sei jetzt auch die Kurzarbeit für drei Monate ausgesetzt worden.

Die Geschäftsführenden Gesellschafter Frank Appel und Andreas Lingl blicken nach Firmenangaben "mit Zuversicht in die Zukunft des über 70 Jahre alten Familienbetriebes". Bei Lingl war im Januar 2009 Kurzarbeit angesetzt und im Laufe der Monate immer weiter ausgedehnt worden. Die Geschäftsführung sprach seinerzeit von einem "dramatischen Einbruch" bei den Aufträgen infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise.

In den folgenden Monaten hatte sich die Lage weiter zugespitzt, es gab schwierige Gespräche zwischen Geschäftsleitung, Betriebsrat und Gewerkschaft, die aber schließlich in den Abschluss eines Ergänzungstarifvertrages mit einer Beschäftigungsgarantie bis 30. Juni 2013 mündeten. Im Gegenzug verzichteten die Lingl-Mitarbeiter auf verschiedene Entgeltbestandteile.

Nun werde die Lage besser, Märkte "mit starkem Wachstum in der Baubranche" würden erschlossen. Alle Auszubildenden, die in diesem Jahr ihre Ausbildung beenden, würden für zwölf Monate übernommen, so die Firma.

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