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03.06.2009

Die Burgauer Wurzeln nie vergessen

Burgau (adl) - Es ist Jahr für Jahr ein Burgauer Großereignis, das die Jüngsten im Kreis für alle Jubilare ausrichten. Das Jahrgangstreffen, organisiert von denjenigen, die 50 werden, bringt Menschen im Alter von 50, 60, 70, 75, 80, 85, 90 und 95 Jahren zusammen, die mindestens eines der drei Kriterien erfüllen: in Burgau geboren, in Burgau zur Schule gegangen, in Burgau leben. An die 240 Jubilare trafen sich in diesem Jahr, zunächst in Klassentreffen, am Pfingstsonntag zu gemeinsamem Gottesdienst und Festabend mit großem Programm.

Unter der Federführung von Rosmarie Schneider hatte das Komitee ein buntes Programm zusammengestellt, das die Jubilare bis spät in die Nacht hinein unterhielt. Natürlich stand auch die Ehrung der ältesten und der am weitest angereisten Jubilare auf dem Programm. Durch die plötzliche Erkrankung von Anna Kreske aus Willich ( Nordrhein-Westfalen) beschränkte sich diese auf Mathilde Kretschmar, einer gebürtigen Burgauerin, die schon von Jung an in die Welt hinaus strebte. Als Mathilde Lipp geboren, mit fünf Geschwistern in einer echten Patchworkfamilie aufgewachsen, hat sie zwar noch immer zahlreiche Verwandte in Burgau, doch ihre nächsten Angehörigen leben in den USA.

Wie die Mutter, die schon vor der Volljährigkeit in die Schweiz ging, später in Augsburg und dann in Esslingen verheiratet war, zog es auch die Töchter schon jung in die Ferne. Sie leben mit ihren Familien in den Vereinigten Staaten. Für die Älteste des Jahrgangstreffens bis heute ein guter Grund, mehrere Monate im Jahr in den USA zu verbringen. Da bleibt nur noch wenig Zeit für die Burgauer Wurzeln. Dennoch hat Mathilde Kretschmar diese nie vergessen und ihre Freude, beim Jahrgangstreffen dabei sein zu können, war groß. Die 95-Jährige, körperlich und geistig topfit, ließ es sich auch nicht nehmen, beim Festabend diesem Gefühl in einer kleinen Dankesrede Ausdruck zu geben.

Beim bunten Abend mit Ansprachen, Musik, Burgavia-Vorführung und Sketch beeindruckte der Vortrag von Anni Rehklau, die als Jubilarin in spontanen Interviews bei Festkollegen die Bedeutung von Heimat erfragt hatte.

Zum Höhepunkt wurde die Festrede der Organisationsleiterin Rosmarie Schneider. Sie hatte sich die Mühe gemacht, in den Archiven der Günzburger Zeitung und der Stadt Burgau ab 1914 im Fünf-Jahresschritt Bemerkenswertes, Nachdenkliches und Skurriles aus Deutschland und aus Burgau zusammenzutragen und so ein ganz individuelles Bild der Lebenswelt der Jubilare darzulegen. Während das Komitee und die Jubilare feierten, wurde einer der Musiker Vater. Von der Festgesellschaft unbemerkt konnte er sich entfernen und sogar bei der Geburt seines Sohnes dabei sein.

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