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Landkreis Günzburg

12.06.2019

Die Fitnesslandschaft wandelt sich in der Region

Die Fitnessstudios haben sich gewandelt – und dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Der Gesundheitsaspekt spielt in vielen Einrichtungen eine größere Rolle als noch vor einigen Jahren. Manche versuchen über günstige Preise Kunden an sich zu binden. Andere führen ihre Kompetenz und Qualität ins Feld, die allerdings auch etwas kostet. Im Bild ein Einblick ins Leipheimer XLNC Sports Fitnessstudio.
Bild: XLNC Sports

Das Angebot der Sportstudios im Landkreis wird immer größer, doch davon profitiert nicht jeder. Für wen der Wettbewerb schärfer wird und warum das so ist.

Ob Strandfigur oder Rückenbeschwerden: Der Gang ins Fitnessstudio gehört für viele Menschen mittlerweile zum Alltag. Dabei muss das Angebot so individuell wie nie sein. Dementsprechend viele Fitnessstudios sprießen im Landkreis Günzburg aus dem Boden. Um die 20 Studios buhlen um die Gunst der Kunden und trotz der Konkurrenz gibt es im immer noch Neueröffnungen. „Seit unserer Niederlassung 2009 gibt es wesentlich mehr Studios in der Region“, bestätigt Jasmin Mayer, Inhaberin von „Clever fit“ Günzburg. Auch diesen Sommer öffnet wieder ein neuer Fitnessclub in Günzburg.

„Immer mehr Menschen aller Altersklassen wollen etwas für Körper und Gesundheit tun“, erklärt Mayer die erhöhte Nachfrage. Besonders die Zahl ihrer jungen Kunden sei über die letzten Jahre gestiegen. Das liege vermutlich an den geringen Trainingskosten, mit denen das Studio wirbt. „Fitnessstudios müssen mittlerweile die Massen ansprechen, meint auch Gerd Gerstmayer, Vorstand des Fitnessvereins „FiB – Fit in Burgau“. „Extreme Varianten wie das Bodybuilding sind nicht mehr mit dem Lebensstil der heutigen Gesellschaft vereinbar.“

Damit wollen die großen Ketten punkten

Die Massen ansprechen: Das wollen große Fitnessketten wie „Mc Fit“ oder „Mrs. Sporty“. Um Kunden wird mit kostengünstigen Abo-Modellen und spontanen Laufzeiten geworben. Seit einigen Jahren breiten sich die Discounter-Ketten vor allem in den Städten aus, ländliche Regionen sind aber auch davon betroffen. Einer Analyse der Unternehmensberatung Deloitte zufolge gehen die Ketten als klarer Marktführer hervor. Die Mitgliederzahlen der Einzelstudios sinken, während Unternehmen wie „Mc Fit“ die Millionenmarke überschreiten. Auch im Landkreis zeichnet sich dieser Siegeszug ab. Allein in Günzburg sind mit „Clever fit“, „Hellofit“ und „Gym 10“ mehrere der großen Ketten vertreten.

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Diesen Wandel in der Fitnessbranche bekommen vor allem Einzelstudios, zu denen auch das „Fit in Burgau“ gehört, zu spüren. „Kommen noch mehr Fitnessketten in die Gegend, könnten Studios wie unseres mit schwindender Kundschaft zu kämpfen haben“, sagt Gerd Gerstmayer. Der Wettbewerb im Landkreis sei bis jetzt aber noch gesund und fördernd. „Durch die Konkurrenz müssen sich die Studios eben mehr ins Zeug legen.“ Den Methoden der großen Ketten steht er kritisch gegenüber: Zu wenig individuelles Training, versteckte Kosten und unflexible Unternehmensstrukturen.

Mama hält sich fit, das Kind wird betreut

Neben den Billigstudios gibt es auch teurere Angebote: Einzelstudios und Ketten im Premiumsegment werben mit Zusatzleistungen wie einem Wellnessbereich mit Sauna oder einer Kinderbetreuung. Ob modernste Trainingsgeräte, die sich automatisch an den Benutzer und dessen Trainingsplan anpassen, Ernährungsberatung oder medizinische Analysen: Die Ausstattung der Studios hat wenig mit den alten Muckibuden der Neunziger zu tun.

Ob das ganze Drumherum wirklich notwendig sei, bezweifelt Gerstmayer. „Mit Fitness hat das oft nichts mehr zu tun.“ Viele Dinge seien zwar eine „nette Sache“, hauptsächlich aber von kommerziellem Nutzen für das Studio. „Im Endeffekt muss man sich fragen: Bringt mich das wirklich weiter?“

Nicht gerade günstig und dennoch offenbar gefragt

Auch im Landkreis Günzburg gibt es mit dem Leipheimer „XLNC“ bereits das erste Premium-Studio. Preislich gehört es zu den teuersten der Gegend. An Kundschaft fehle es seit der Eröffnung 2016 deswegen aber nicht, sagt Manuel Richter, einer der beiden Geschäftsführer. „Die Fitnesslandschaft wächst stetig und die Qualität wird den Kunden immer wichtiger“, begründet er die gute Entwicklung.

Immer mehr Kunden würden die mangelnde Qualität von Billigstudios erkennen und, sofern es der Geldbeutel erlaubt, wechseln.

Zudem habe man nicht viel Konkurrenz, da wenige Studios im Umkreis ein ähnliches Angebot hätten. Trotzdem werden nicht alle Leistungen im Studio genutzt: „Der Loungebereich und die Kinderbetreuung werden vermutlich umgebaut“, erklärt Richter.

Eine Einschätzung lautet: die Kluft wird noch größer

Für die Zukunft der Studiolandschaft erwartet er, dass die Kluft zwischen Premium-Studios und Fitness-Discountern immer größer wird. „Entweder der Kunde wählt die günstige Variante oder er zahlt bewusst den Aufpreis für die bessere Qualität.“

Eine ähnliche Meinung vertritt auch Jasmin Mayer. Die Inhaberin der Günzburger „Clever fit“-Filiale geht davon aus, dass die Zahl der kleinen privaten Fitnessstudios auch in zukunft weiterhin schrumpfen wird. „Die Fitnessketten werden sich vermutlich noch stärker ausbreiten.“

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