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Leipheim

31.10.2014

Die Flieger ziehen nach Günzburg

Kurz vor dem letzten Flug: Die Leipheimer Sportflieger-Gemeinschaft muss den Fliegerhorst verlassen.
Bild: Dietmar Weiss

Nach 50 Jahren hat der Verein seinen Flugplatz auf dem Leipheimer Fliegerhorst verlassen müssen. In der Nachbarstadt hat er eine neue Bleibe gefunden.

Sonntag, 13.12 Uhr: In Leipheim starten die verbliebenen Motorflugzeuge zum letzten Mal von dem Flugplatz, der 50 Jahre lang der Bundeswehr-Sportflieger-Gemeinschaft (BWSFG) als Heimatbasis gedient hat. Spontan werden sie begleitet von Fliegerkameraden aus Günzburg und Erbach. Und so startet die Formation, bestehend aus sechs Flugzeugen, zu einer letzten großen Runde über das Leipheimer Umland.

Vorangegangen sind knapp drei Monate der Suche nach einer neuen Bleibe für die etwa 50 Mitglieder samt Flugzeugen und Flugplatzinfrastruktur. Denn der Zweckverband Interkommunales Gewerbegebiet hat den Vertrag für den Flugplatz zum 31. Oktobergekündigt, um einem großen Investor den Weg frei zu machen.

Fündig geworden sind die Leipheimer Flieger in Günzburg. Der Flugplatz Günzburg war deshalb auch das Ziel der Sechser-Formation, die um 14 Uhr dort landete und von den Mitgliedern des Günzburger Luftsportvereins schon in der Luft über Funk herzlich begrüßt wurde.

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Natürlich ist so ein Verein nicht über Nacht mit der ganzen Ausrüstung unterzubringen. So müssen die Segelflugzeuge der Leipheimer mitsamt dem Flugplatzzubehör erst einmal in einer Scheune überwintern. Die BWSFG wurde vor gut 50 Jahren gegründet. Seit 1976 ist sie ein ziviler Verein und für jeden zugänglich. Früher hat die BWSFG die große Landebahn des Leipheimer Fliegerhorsts mitbenutzt. Seit dort die Umgehungsstraße gebaut wurde, haben die Flieger den ehemaligen Rollweg genutzt.

Die Planung und Umsetzung des Umzugs war für die Mitglieder ein großer Aufwand. Deshalb blieb kaum Zeit, um wehmütig über die vergangenen schönen Jahre in Leipheim nachzudenken. Als der letzte Flug immer näher rückte, wurde es jedoch offensichtlich, dass besonders die Jugendgruppe und die Mitglieder der ersten Stunde sehr an ihrem Flugplatz hängen, berichtet der Vorsitzende Dietmar Weiss: „Die eine oder andere versteckte Träne floss, während Gründungsmitglieder tief in Gedanken versunken ihren Blick über das Gelände schweifen ließen.“

Auch die Frage, warum der Verein und die drei anderen betroffenen Firmen „unnachgiebig zum 31. Oktober den Platz räumen mussten, obwohl es noch keine unterschriebenen Verträge mit den geheimnisvollen Interessenten gibt“, geht so manchem durch den Kopf, sagt Weiss. Er ist 1990 durch die Bundeswehr nach Leipheim gekommen – und er wollte dorthin, weil es die Sportflieger gab, erzählt er.

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt den Leipheimern jedoch nicht, denn es steht schon die nächste Herausforderung an: die Integration des Segelflugbetriebes in Günzburg. Neben den schon vorhandenen Sparten Motorflug, Ultraleicht und Fallschirmspringen können Interessierte dann ab April auch mal einen Segelflug in Günzburg ausprobieren, verspricht Weiss.

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