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Handball

25.04.2020

Die Freude des Drittliga-Aufsteigers VfL Günzburg

Ein typisches Bild in dieser Bayernliga-Spielzeit: Die Günzburger Handballer feiern zusammen mit ihrem Trainer Gábor Czakó einen von insgesamt 14 Siegen. Durch die Quotientenregel rückten sie nun an die Tabellenspitze und steigen in die 3. Liga auf.
Bild: Ernst Mayer

Ein Verbandsbeschluss macht den VfL Günzburg zum Bayernliga-Meister. Warum das Team eine Etage höher ein Exot sein wird.

Durch eine historisch einmalige Entscheidung des Bayerischen Handballverbands (BHV) zur Wertung der Saison 2019/2020 ist der VfL Günzburg bayerischer Handballmeister und damit zum Aufstieg in die 3. Liga berechtigt. Damit ist der Günzburger Handball innerhalb von sieben Jahren von der sechsten auf die dritte Spielebene aufgestiegen und spielt künftig so hochklassig wie seit dem Bundesliga-Rückzug 1993 nicht mehr.

Herausragende Heimspiele gezeigt

Wirklich mit der Meisterschaft gerechnet hatte vor Rundenbeginn kaum einer. Ein personeller Umbruch sowohl in der Mannschaft als auch auf der Trainerposition erschien die Saison eher schwieriger werden zu lassen als die zuvor absolvierte. Nach einigen Startschwierigkeiten kamen die VfL-Spieler jedoch ab Mitte der Hinrunde richtig in Fahrt. Sie schlossen den Abstand zu den Spitzenteams und avancierten im neuen Jahr mit einigen herausragenden Spielen vor heimischem Publikum endgültig zum Meisterschaftsaspiranten.

Die Corona-Krise traf den Handballsport ebenso unvermittelt wie alle anderen Bereiche der Gesellschaft. Die nun erfolgte Entscheidung des BHV, zur Berechnung möglichst fairer Tabellen die Quotientenregel anzuwenden, war unter vielen schlechten Optionen eine der günstigen für den VfL.

Die Freude des Drittliga-Aufsteigers VfL Günzburg

Die sportlichen Erfolge der Mannschaft schmälert der Verbandsbeschluss nicht. Von „Glück“ oder gar einem „Geschenk“ kann keine Rede sein; Günzburg war drauf und dran, den Bayernliga-Titel auf dem Spielfeld zu holen. Trotzdem bleibt haften, dass der VfL einen ganz besonderen Moment in seiner Geschichte nun nicht komplett sportlich erreichen konnte.

Was wird aus den Bayreuthern?

Bitter ist die Neuberechnung der Tabelle für den direkten Mitkonkurrenten aus Bayreuth, der mit einem Pluspunkt Vorsprung und dem Vorteil eines noch zu absolvierenden Heimspiels gegen die Günzburger ausgestattet ebenfalls noch alle Titel-Chancen besaß. Die VfL-Spieler hoffen in diesen Stunden der überschäumenden Freude, dass sich seitens des Verbands eine Lösung finden lässt, durch die auch die Bayreuther aufsteigen können. VfL-Rückraumspieler Michael Jahn sagt dazu: „Verdient hätten sie es allemal nach so einer tollen Saison.“

Das Abenteuer „Liga drei“ wirft bereits jetzt große Schatten voraus. Befanden sich die Günzburger als Bayernligisten an der Grenze zum Leistungssport, so finden sie sich nun an der Grenze zum Amateurbereich wieder. In der neuen Umgebung ist der VfL mit seinem „Günzburger Weg“, mit dem vor allem auf die eigene Jugend und nicht auf das große Geld gesetzt wurde, ein wahrer Exot. Insbesondere die Spitzenteams haben eine finanzielle Schlagkraft, von der die Schwaben nun seit knapp 30 Jahren weit entfernt sind. Der Kampf um die vorderen Plätze wird hier mit vielen Hochkarätern und einigen Profis ausgefochten. Aber auch in den tieferen Lagen der Tabelle unterscheiden sich die Budgets der Teams deutlich von allem, was die Günzburger anzubieten haben. Allerdings gehört auch zur Wahrheit, dass der VfL bereits in der Bayernliga geldtechnisch zum unteren Mittelfeld gehört hatte.

Kürzere Wege in der 3. Liga?

Durch die Lage Günzburgs im Südwesten Bayerns ergibt sich paradoxerweise, dass der VfL aller Voraussicht nach von anderen bayerischen Teilnehmern getrennt und in die Süd-Staffel der dritten Liga eingeteilt wird. Hierdurch würden die weiten Fahrten ins Fränkische durch Spiele in Baden-Württemberg ersetzt werden, was fast jedes Auswärtsspiel näher an Günzburg heranrücken lässt, als das in der Bayernliga der Fall war. (zg)

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