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Landkreis Günzburg

11.11.2014

Die Gelbe Tonne ist so gut wie im Sack

Bald gibt es die Gelbe Tonne auch im Landkreis Günzburg.
Bild: Peter Endig, dpa (Archiv)

Die Kreisräte sind für die Einführung im Landkreis. Doch wer war als Erster dafür?

Das Wortspiel muss erlaubt sein. Die Einführung der Gelben Tonne im Landkreis Günzburg ist so gut wie im Sack. Denn am Montagnachmittag haben alle Kreisräte im Werkausschuss für die Einführung des Holsystems bei der Entsorgung von sogenannten Leichtverpackungen gestimmt. Es wäre ein Salto rückwärts, sollten der Kreisausschuss und der Günzburger Kreistag jetzt noch anders entscheiden. Für die Bürger in der Region bedeutet das: Sie müssen ab 2016 ihre ausgespülten Joghurtbecher und Milchtüten nicht mehr zu einem Wertstoffhof karren. Die Verpackungen wandern dann in die Gelbe Tonne und werden von Müllautos abgeholt.

Landrat Hubert Hafner (CSU) erinnerte daran, dass die Debatte über die Einführung dieses Holsystems schon seit einigen Jahren laufe. Bürger seien nach ihrer Meinung gefragt worden. Das Ergebnis: „Es war ein Patt“, sagte Hafner. In den Städten des Landkreises habe es eher eine Mehrheit für die Einführung der Gelben Tonne gegeben. In ländlicheren Kommunen habe die Skepsis überwogen. Dies, so Hafner, sei möglicherweise durch die Sorge begründet gewesen, dass kleinere Wertstoffhöfe bei der Einführung der Gelben Tonne geschlossen werden könnten.

Die CSU-Kreistagsfraktion, die im Kreistag die Mehrheit hat, hatte mit ihrem jüngsten Antrag den Weg für die Gelbe Tonne freigemacht (wir berichteten). Kreisrat Christian Konrad sagte gestern, die CSU-Fraktion lege Wert darauf, dass bei der Einführung auch kleinere Wertstoffhöfe erhalten bleiben. Außerdem soll geprüft werden, ob zusätzlich auch ein Gelber Sack angeboten werden kann – für Bürger, denen das Fassungsvermögen der Gelben Tonne nicht ausreicht.

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Werkleiter Karl Schmid entgegnete, dass dem Landkreis mit der Einführung der Gelben Tonne jährlich etwa 300000 Euro an Entgelten von den Dualen Systemen verloren gehen. Es sei aber die politische Vorgabe, dass die Gebühren nicht erhöht werden dürfen. Deshalb werde der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb über die Reduzierung der Stundenzahlen beim Personal und den Öffnungszeiten nachdenken müssen, sagte Schmid. Das Aufkommen an Material auf den Wertstoffhöfen werde mit Einführung der Gelben Tonne um ein Drittel sinken. Für eine Übergangszeit von einem Jahr soll aber kein Recyclinghof geschlossen werden dürfen.

In der Debatte merkte Dr. Josef Langenbach (FW) an, dass die Freien Wähler die Ersten gewesen seien, die eine Gelbe Tonne im Landkreis gefordert haben. Die Anträge von SPD und CSU seien deshalb allenfalls „eine charmante Wiederholung“. Achim Fißl signalisierte „Zuschuss“ von Seiten der SPD-Fraktions und meinte damit natürlich Zustimmung. Zu einem Ja rang sich auch Dr. Angelika Fischer (Grüne) durch. Die Tonne sei gelb, aber „nicht das Gelbe vom Ei“. Denn dieses Holsystem mache es einfacher, Müll loszuwerden. Vermutlich werde so noch mehr Verpackungsmüll produziert. Werkleiter Schmid stellte fest, dass trotz intensiver Bemühungen die Müllmenge im Landkreis in den vergangenen Jahren nicht gesunken ist.

Peter Hirsch (SPD) wollte wissen, ob es eine Abnahmepflicht für die Gelbe Tonne gebe. Landrat Hafner erläuterte, dass die Einführung freiwillig ist. Weil die Gelbe Tonne für die Bürger aber kostenfrei ist, gehe er davon aus, dass sie die meisten auch haben wollen.

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