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Bauausschuss

13.06.2018

„Die Gemeinde war nicht untätig“

Seit Jahren gibt es Pläne für einen Erlebnisbauernhof am westlichen Ortseingang von Freihalden. Die Antragsteller werfen Gemeinde und Bürgermeister vor, ihnen nur Steine in den Weg gelegt zu haben.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archivfoto)

 Jettingen-Scheppachs Bürgermeister weist Kritik eines Ehepaars zurück, dass er sie nicht unterstützt habe.

Diese Kritik wollte Rita Botzenhart nicht unkommentiert lassen. In der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses griff die CSU-Rätin die Beschwerde eines Ehepaars auf, das seit ein paar Jahren an einem Großprojekt in Freihalden arbeitet und der Kommune und insbesondere Bürgermeister Hans Reichhart jetzt vorhält, ihm nur Steine in den Weg zu legen. „Diese Vorwürfe an die Gemeinde kann man so nicht stehen und sich gefallen lassen“, urteilte sie. Reichhart betonte, dass er auf Gegenkritik verzichten wolle, die Gemeinde aber „nicht untätig“ gewesen sei und alles getan habe, um den geplanten Erlebnisbauernhof „wenn auch mit Bauchschmerzen, auf den Weg zu bringen“.

Das Ehepaar Melanie und Helmut Heiligmann hatte mit einem Leserbrief auf einen Artikel in unserer Zeitung reagiert. Bürgermeister Hans Reichhart hatte Auskunft darüber gegeben, was aus den Plänen für einen Land- oder Erlebnisbauernhof am Ortseingang von Freihalden geworden sei. Das Konzept für Ferienhäuser, Reitstall und Zeltplatz östlich der Kreisstraße liegt seit ein paar Jahren in der Schublade im Rathaus in Jettingen-Scheppach. Von einem Baubeginn im Frühjahr 2017 war mal die Rede gewesen. Auf Nachfrage unserer Zeitung, ob und wann mit dem Projekt losgelegt wird, wusste Reichhart keine Antwort. Stattdessen äußerte er die Befürchtung, dass der Bauherr „das Ganze wohl überschätzt“ habe.

Der Bürgermeister schieße nur gegen sie

Das hatte das Ehepaar aus Oberwaldbach veranlasst, in einem Leserbrief ihre Sicht der Dinge darzustellen. „Statt Interesse bekommen wir nur Steine in den Weg gelegt“, schrieben die Heiligmanns. Der Bürgermeister schieße nur gegen sie, und wenn man ihn nicht auf seiner Seite habe, könne so ein Projekt nicht durchgebracht werden. Die Rede war von einem „netten kleinen Hofcafé mit Tieren, Spielmöglichkeiten für Kinder und ein paar Übernachtungsmöglichkeiten für Feriengäste“.

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An ein derartiges Konzept konnte sich Rita Botzenhart allerdings nicht erinnern. Ihr war nur zu gut eine „Mordsanlage mit Ferienhäusern“ im Kopf geblieben, jetzt werde auf einmal alles heruntergespielt. Bürgermeister Reichhart stellte klar, dass es hier nicht um ein Einfamilienhaus gehe, sondern um ein Millionenprojekt im Außenbereich Freihaldens. Dass er sich an dieser Stelle noch einmal dazu äußere, liege auch daran, dass viele Bürger das Vorhaben mit großer Aufmerksamkeit verfolgten. In den Plänen vorgesehen war auf einer Sonderbaufläche von 1,3 Hektar ein Gästehaus mit vier bis sechs kleineren Ferienwohnungen. In einem nächsten Schritt sollten drei Ferienhäuser gebaut werden, später eine Betriebsleiterwohnung, eine Reithalle (15 mal 20 Meter) und außerdem Stellplätze für Wohnwagen und ein Zeltplatz folgen.

Im Rathaus wartet man auf eine schriftliche Rückmeldung

Viele Gespräche habe es mit dem Antragsteller gegeben, die Gemeinde habe die Fläche im neuen Flächennutzungsplan aufgenommen und einen Beschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan gefasst. Christoph Böhm (Freie Wähler) fügte hinzu, dass der Bauausschuss dem Planer zudem mit auf den Weg gegeben habe, ein Entwässerungskonzept vorzulegen. Die Verwaltung habe zuletzt einen städtebaulichen Vertrag gefordert, „von unserer Seite war er im Juli 2016 unterschriftsreif“, erklärte Reichhart. Bis heute warte man im Rathaus allerdings auf eine schriftliche Rückmeldung. 2017 sei ein geänderter Plan eingegangen, der aber nichts nutze. Ein Vertrag sei wichtig, auch der Nachbarn wegen.

„Ich lasse nicht auf den Räten, der Verwaltung und mir sitzen, dass wir nicht alles getan hätten“, konterte Reichhart die Vorwürfe. Er wolle nichts schlechtreden, kein böses Wort an dieser Stelle verlieren und auch kein Tischtuch zerreißen. „Ich würde mich freuen, wenn das Projekt kommt, es wäre eine Bereicherung.“ Aber eine Grundvoraussetzung dafür sei, dass alles sauber abgearbeitet werde. Dazu müssten sich alle Parteien an einen Tisch setzen. Er sei offen für alles. „Jeder kann zu mir kommen, ich nehme mir die Zeit“, stellte der Rathauschef klar. Dass er nicht für die Bürger da sei und helfe, wie es ihm die Heiligmanns vorwarfen, lasse er sich nicht anhängen.

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