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Stoffenried

13.01.2018

Die Heimat hinterm Gartenzaun

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Der Blick über den Gartenzaun in die Kreisheimatstube in Stoffenried lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Hier werden Traditionen und überliefertes Wissen beispielsweise über Handwerkstechniken, Kochen und Leben in früheren Zeiten nicht nur bewahrt, sondern auch weitergegeben. Dafür sorgt Kreisheimatpflegerin Barbara Mettenleiter-Strobel seit der Eröffnung des Freilichtmuseums im Jahr 1984.
Bild: Bernhard Weizenegger

Der Landkreis leistet sich mit der Kreisheimatstube ein wichtiges Stück Erinnerung an das Leben früherer Tage. Was Barbara Mettenleiter-Strobel an ihrem Arbeitsplatz liebt.

Sie sind für viele der Inbegriff von Heimat: Spätzle, Spatza und Knöpfle, des Schwaben Leibgericht, haben in diesem Winter ihren Platz in der Kreisheimatstube Stoffenried gefunden und werden mit Ausstellungsstücken, Kursen und natürlich Kostproben zelebriert. Auch die Pflege der kulinarischen Heimat gehört zum Job von Barbara Mettenleiter-Strobel, die seit der Gründung der Kreisheimatstube 1984 das Freilichtmuseum mit Leben erfüllt.

Landrat Georg Simnacher hatte damals das richtige Händchen bewiesen, als er die studierte Volkskundlerin fragte, ob sie sich die Arbeit in Stoffenried vorstellen könnte. „Ich interessierte mich schon immer für Tradition, für Dinge wie Trachten und überlieferte Rezepte“, sagt die heutige Kreisheimatpflegerin. Vor allem liegt es ihr, diese Dinge weiterzugeben. Besonders an Kinder und Jugendliche. Dass in der Nachbarschaft das Schullandheim des Landkreises seinen Sitz hat, kommt da wunderbar gelegen. „Viele Schulklassen kommen zu uns und nehmen an Führungen teil“, freut sich Mettenleiter-Strobel. Die Kinder lernen nicht nur etwas übers Spätzlemachen und das Leben in früheren Zeiten. Auch die Natur bezieht die Leiterin der Kreisheimatstube mit ein. „Wir schauen uns auch gemeinsam an, was in der unmittelbaren Umgebung und in unserem Bauergarten wächst, welche Pflanzen uns umgeben.“ Der achtsame Umgang mit der Umwelt, den sie den Kindern damit vermittelt, sieht Mettenleiter-Strobel ebenfalls als wichtigen Teil der Heimatpflege an.

Natürlich wird die Kreisheimatstube mit ihren vielfältigen Veranstaltungen auch von erwachsenen Besuchern frequentiert, wenn die Heimatpflegerin auch bedauert, dass viele diesen Schatz vor der eigenen Haustüre gar nicht kennen. „Wenn ich mit jemandem aus Ichenhausen spreche und derjenige noch nie in der Heimatstube war, finde ich das schade.“ Dabei liegt das Thema Heimat gerade stark im Trend, was sich auch bei den Besuchern bemerkbar mache. „Das Interesse an den alten Dingen ist wieder größer geworden.“ Für viele Menschen seien die Einflüsse der globalisierten Welt offenbar ziemlich beängstigend – sie sehnen sich daher nach einem Stück Geborgenheit. „Sich am richtigen Platz fühlen, das Richtige am richtigen Ort zu erleben, scheint immer wichtiger zu werden.“

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Wenn in der Kreisheimatstube im Januar wieder „Wärmendes zur Winterzeit“ gekocht wird oder nach altem Brauch Bier gebraut, wenn Fasnachtsküchle gebacken oder am Kachelofen Strickmuster ausgetauscht werden, dann stellt es sich ein, dieses wohlige Gefühl von Zuhause. Was bedeutet der Begriff Heimat für die Kreisheimatpflegerin selbst? Barbara Mettenleiter-Strobel muss nicht lange darüber nachdenken: „Heimat ist für mich, dass ich mit Leuten zusammen bin, die ähnliche Dinge mögen wie ich – Musik und Handwerkskunst zum Beispiel. Und dass ich am richtigen Platz bin und das tue, was ich gerne mache.“ Ihr Arbeitsplatz in Stoffenried ist damit längst zur liebevoll gepflegten Heimat geworden.

Eine Galerie mit Leser-Bildern zum Thema Heimat finden Sie hier.

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