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Offingen

06.11.2017

Die Hubertuslegende lebt

Landtagsabgeordneter Alfred Sauter (vorne links) überreichte bei der Hubertusfeier des Jagdschutz- und Jägervereins Günzburg die Ehrenzeichen. Daneben die Geehrten von links: Karl Plaha, Karl Fritz, Josef Göppel, Herbert Winter, Lothar Götz, Karl-Heinz Fink sowie der stellvertretende Vorsitzende Josef Nersinger zusammen mit Manuel Pretzl und dem Vorsitzendem Manfred Borchers.
Bild: Peter Wieser

Beim Grünen Abend wird klar, dass der Jagdschutz- und Jägerverein einen Wandel durchmacht.

Die Hubertusfeier des Jagdschutz- und Jägervereins Günzburg zum Abschluss eines Jagdjahres hat Tradition. Voraus geht dabei stets ein Gottesdienst, die Hubertusmesse. Diese fand, zelebriert von Pfarrer Bernd Reithemann und begleitet vom Jagdhornbläserkorps unter der Leitung von Simone Wörner, in der Offinger Pfarrkirche St. Georg statt. Fortgesetzt wurde die Feier mit einem Grünen Abend in der Mindelhalle.

Nicht immer sei es einfach, die Jagd in die aktuelle Gesellschaftssituation entsprechend einzuordnen. Der Gedenktag des Heiligen Hubertus sei für die Jäger gleichsam wie Erntedank, aber auch eine Gelegenheit innezuhalten. Hubertus fordere auf, das eigene Tun immer wieder zu überdenken und sich gleichermaßen an die Schöpfung zu erinnern. Die Jäger hätten ihren Auftrag verstanden. Manfred Borchers, der Vorsitzende des Jagdschutz- und Jägervereins, nannte Grundwerte wie Ehrlichkeit und Verlässlichkeit sowie Ethik und Moral. Prinzipien, unter denen das Thema Waidgerechtigkeit innerhalb der Gesellschaft transportiert werden müsse. Befindet sich der Jäger tatsächlich an der Schnittstelle als Herr über Leben und Tod? Keinesfalls dürfe dies so verstanden werden. „Ohne zu töten, wären wir keine Jäger“, betonte Pretzl, der Leiter des Deutschen Jagd- und Fischereimuseums in München, der die Hubertusrede hielt. Doch dieses und damit das Lebensmittel Wild zu produzieren, dürfe nicht im Vordergrund stehen. Es gehe darum, wie man sich in der breiten Öffentlichkeit präsentiere: als Naturschützer, als Tierschützer, aber auch im Kulturellen.

Achtung vor dem Tier hat oberste Prämisse

Das, was Waidgerechtigkeit bedeute, habe einen Wandel erfahren. Keiner würde die Vogeljagd in südlichen Ländern als waidgerecht betrachten. Pretzl sprach auch die nicht unumstrittene Methode des Saufangs an: „Ist es waidgerecht, wenn die Tiere sehen, dass sie die nächsten sind?“ Die Jäger dürften sich nicht zum Schädlingsbekämpfer degradieren lassen. Die Achtung vor dem Tier, vor der Kreatur, müsse oberste Prämisse sein. Man habe es mit Geschöpfen zu tun, die Jäger entschieden, ob sie weiterlebten oder nicht. „Wenn wir nach waidmännischen Grundsätzen handeln, müssen wir unser Handeln nicht rechtfertigen“, betonte Pretzl.

Auch bei der diesjährigen Hubertusfeier wurden Vereinsehrenzeichen verliehen: für den Einsatz für Natur und Wild, als Ausbilder und Prüfer, aber auch für das Erhalten jagdlichen Brauchtums, wie innerhalb des Jagdhornbläserkorps. All dies trage nicht nur zu den Zielen des Jagdschutz- und Jägervereins bei, sondern diene vor allem auch dem Ansehen der Jägerschaft innerhalb der Gesellschaft. Das Vereinsehrenzeichen in Bonze erhielten Simone Wörner, Josef Göppel, Karl-Heinz Fink, Ernst Bierlein, Karl Fritz und Lothar Götz. Das in Silber wurde an Karl Plaha und das in Gold an Jürgen Heinrich und an Herbert Winter verliehen.

Auch Preise wurden verlost an die Teilnehmer der diesjährigen Schießveranstaltungen, bei denen der Nachweis, auch mit seinem Handwerkszeug umgehen zu können, erbracht werden muss.

Schon im Vorfeld hatte Manfred Borchers betont: „Die Hubertuslegende lebt.“

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