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Leipheim

06.07.2020

Die Leipheimer Feuerwehr hat jetzt eine eigene Drehleiter

Nicht nur die etwa 800000 Euro teure Drehleiter im Fuhrpark ist neu, sondern auch das erste Fahrzeug dieser Art bei der Freiwilligen Feuerwehr Leipheim. Bisher musste bei Einsätzen mit Drehleiter die Günzburger Wehr alarmiert werden.
Bild: Mario Obeser

Plus Bisher musste die Leipheimer Feuerwehr bei Einsätzen mit Drehleiter immer auf die Nachbarn aus Günzburg zurückgreifen. Was mit dem modernen Gerät alles machbar ist.

In der Fahrzeughalle des Feuerwehrgerätehauses Leipheim steht seit Neuestem ein Fahrzeug, auf das die Feuerwehrleute besonders stolz sind: die Drehleiter DLAK 23/12. 800000 Euro teuer war sie und ist das erste Fahrzeug dieser Art bei der Freiwilligen Feuerwehr Leipheim. Bisher wurde bei Einsätzen, bei denen eine Drehleiter mitgeschickt wurde, immer die Feuerwehr Günzburg mitalarmiert.

Aufgrund des Feuerwehrbedarfsplans aus dem Jahr 2018 und der Nichteinhaltung der Hilfsfrist durch die Feuerwehr Günzburg – bedingt durch die Entfernung und die Verkehrsdichte – wurde die Anschaffung einer Leiter notwendig. Allein die Stadt Leipheim hat über 30 Objekte, bei denen der zweite Rettungsweg über eine Drehleiter sichergestellt werden muss, da dieser baulich nicht vorhanden ist.

Zum Einsatz kommt die neue Drehleiter nun primär in Leipheim selbst und wird auch Gemeinden im Bibertal abdecken. Wird in Günzburg eine zweite Drehleiter benötigt, wird nicht mehr die Leiter aus Ichenhausen hinzugezogen, sondern die Leipheimer.

Neue Drehleiter der Leipheimer Feuerwehr kann bis in 30 Meter Höhe ausgefahren werden

DLAK 23/12 bedeutet Drehleiter Automatik Korb mit 23 Metern Rettungshöhe bei zwölf Metern Abstand zum Objekt. Kann man näher an das Einsatzobjekt ranfahren, erreicht man eine Höhe von maximal 30 Metern. Das Gesamtgewicht beträgt 16 Tonnen. Der Korb kann 500 Kilogramm oder fünf Personen tragen. Am Korb ist ein fernsteuerbarer Löschmonitor verbaut, mit dem 2000 Liter Wasser pro Minute abgegeben werden können, ohne dass sich eine Feuerwehrkraft im Korb befinden muss.

Als Unterstützung beim Rangieren des zehn Meter langen und 2,5 Meter breiten Fahrzeugs stehen dem Fahrer vier Kameras für die Sicht nach allen Seiten zur Verfügung. Darüber hinaus wird der Fahrer auch durch eine virtuelle Sicht von oben unterstützt. Zusätzlich ist im Führerhaus noch ein Gerät namens ALF (Advanced Location Finder) zu finden. Das kleine unscheinbare Handgerät kann mit Laser Entfernungen messen und anhand eingegebener Daten der Feuerwehrkraft anzeigen, ob der vorhandene Platz ausreichend für das Aufstellen der Drehleiter beim aktuellen Einsatzszenario ist.

Im neuen Fahrzeug mit Drehleiter haben Fahrer, Beifahrer und noch eine Person Platz

Eine weitere Besonderheit sind vier blaue Positionslichter, die vor jeder Stütze einen tellergroßen Punkt auf den Boden projizieren. Damit kann schon vor dem Ausfahren der Stützen gesehen werden, wo diese ihre Auflagefläche am Boden haben. So wird vermieden, dass die Stützen auf Kanaldeckeln stehen und umrangiert werden muss, was wertvolle Zeit kosten würde.

Ein verbautes Navigationsgerät wird von der Leitstelle im Alarmfall mit der Adresse des Einsatzortes versorgt. Der Beifahrer hat die Möglichkeit, sich mit einem an der Rücksitzseite verbauten Atemschutzgerät bereits auf der Anfahrt auszurüsten. Dies ist gerade bei einer zeitkritischen Menschenrettung ein wichtiger Faktor. Zwischen Fahrer und Beifahrer befindet sich ein weiterer Sitz, somit haben maximal drei Personen Platz.

Als Ausrüstung ist unter anderem eine Krankentragehalterung am Korb verbaut, mit der die Tragen des Rettungsdienstes fixiert werden können. Ebenso verbaut sind eine Schwerlastkrankentrage, eine Schleifkorbtrage, eine Zusatzhalterung für einen Rollstuhl, eine Schuttmulde, zwei Langzeitpressluftatmer, ein Tierrettungsgeschirr für Großtiere, Autorangierhilfen und eine Motorsäge.

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