Newsticker

Bei hohen Zahlen: Söder fordert eine bundesweite Maskenpflicht
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Die Lösung fürs Gartenhallenbad

Leipheim

25.02.2015

Die Lösung fürs Gartenhallenbad

Das Gartenhallenbad in Leipheim bekommt eine Zukunft – zumindest für die nächsten zehn Jahre.
Bild: Manuela Antosch (Archiv)

Die Einrichtung soll nach dem Willen der CSU-Kreistagsfraktion die nächsten zehn Jahre weiterbetrieben werden. Kommunen im nördlichen Landkreis sollen mitzahlen.

Ein dreiviertel Jahr lang ist heftig diskutiert worden. Bürger haben mehr als 14000 Unterschriften gesammelt. Und jetzt ist die Lösung in Sicht: Das Leipheimer Gartenhallenbad soll nach dem Willen der CSU-Kreistagsfraktion die nächsten zehn Jahre an seinem bestehenden Standort fortgeführt werden. Das hat Fraktionschef Dr. Hans Reichhart gestern unserer Zeitung mitgeteilt. Damit ist die Diskussion um den Bau eines neuen Schulschwimmbades in Günzburg oder Leipheim vom Tisch. Denn die Christsozialen haben im Günzburger Kreistag eine denkbar knappe absolute Mehrheit. Reichhart versichert: „Wir sind in dieser Frage geschlossen – auch im Landkreis-Süden.“

Die CSU-Kreistagsfraktion hat einen Zeithorizont von zehn Jahren im Visier, erläutert der Jettinger. Dabei soll nur in den Erhalt des Bades, das dem Landkreis gehört, investiert werden. Zudem fordern die Christsozialen Landrat Hubert Hafner (ebenfalls CSU) auf, mit Leip-heim und Günzburg sowie weiteren Kommunen im nördlichen Landkreis über die Gründung eines Zweckverbands zu verhandeln.

Reichhart rechnet perspektivisch mit einem Jahresdefizit von etwa 600.000 Euro, das nicht mehr allein der Landkreis tragen soll. Mehr als die Hälfte davon sollen die Städte und Kommunen im nördlichen Landkreis zahlen. Die Begeisterung darüber hält sich freilich mancherorts in Grenzen. Der Leipheimer Bürgermeister Christian Konrad sagt aber: „Mehrere Bürgermeister haben schon signalisiert, dass sie sich beteiligen würden.“ Schließlich seien mittlerweile viele Politiker – auch nach der Unterschriftensammlung – der Meinung, dass ein Bad im nördlichen Landkreis sinnvoll sei. Auf die Stadt Leipheim wird unter den Gemeinden der größte Beitrag zukommen. Im Gespräch sind etwa 120.000 Euro pro Jahr.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Einer der Skeptiker ist der Günzburger Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. Grundsätzlich sei ein Schwimmbad im nördlichen Landkreis wichtig, „gerne auch in Leipheim“. Allerdings betreiben die Günzburger Stadtwerke mit dem Waldbad ein eigenes Bad, das jedes Jahr zwischen 400.000 und 700.000 Euro Defizit macht. Und dort gebe es ebenfalls einen „massiven Sanierungsbedarf im Millionenbereich“, sagt Jauernig. Und er betont: Auch ins Waldbad kommen Menschen aus Nachbarorten. Deshalb schlägt der OB im Gespräch mit unserer Zeitung vor, in einen möglichen Zweckverband die beiden Bäder aufzunehmen und gemeinsam Unterhalt, Betrieb und Sanierung zu stemmen. Und er sagt: „Eine einseitige Beteiligung der Stadt Günzburg an einem Bad in Leipheim kann ich mir nicht vorstellen – weder wirtschaftlich noch politisch.“

CSU-Fraktionschef Reichhart ist sich aber sicher: „Wir werden es hinkriegen, dass sich mehrere Kommunen beteiligen.“Den Meinungswandel innerhalb seiner Partei kommentiert er mit den Worten: „Das Gartenhallenbad ist in keinem so schlechten Zustand, dass es abgerissen werden müsste.“ Es sei gut gewesen, dass sich so viele Bürger an der Diskussion beteiligt haben. Und da sei das Bewusstsein gewachsen, „dass wir ein Gartenhallenbad haben, das erhaltenswert ist“, meint Reichhart.

Jetzt soll sich der Kreistag erst einmal auf zehn Jahre festlegen. Bis dahin sei dann vielleicht auch klar, was Legoland und Langenau planen, sagt Konrad. Es soll also erst einmal keine Generalsanierung geben – die würde nach Schätzungen mehr als 13 Millionen Euro kosten. Stattdessen sollen Reparaturen dann vorgenommen werden, wenn sie nötig sind. „Sauberkeit und Technik sollen auf einem aktuellen Stand bleiben“, sagt Konrad.

Der Leipheimer Bürgermeister hat sich gestern hörbar erleichtert gezeigt: „Es waren monatelange heiße Diskussionen“, sagt er. Bei jedem Vorschlag habe sich jemand benachteiligt gefühlt. Das jetzige Konzept sei „eine vernünftige Lösung, die Sinn macht“. Nun muss natürlich erst einmal der Kreistag zustimmen. Er kommt das nächste Mal am 23. März zusammen. Gestern hat Reichhart mit den Fraktionsvorsitzenden der anderen Parteien im Kreistag telefoniert, um sie über seinen Vorstoß zu unterrichten. SPD-Fraktionschef Gerd Olbrich hatte vorgeschlagen, das Gartenhallenbad ganz Leipheim zu übergeben. Der Landkreis sollte sich dann aber weiter an Investitionen und am Betriebsdefizit beteiligen, schlug der Sozialdemokrat vor.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren