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Landkreis

15.01.2020

Die Müllgebühren werden im Landkreis Günzburg nicht erhöht

Das Foto zeigt einen Abfallbehälter an einem Sportgelände. Die Müllgebühren im Landkreis Günzburg erhöhen sich nicht.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die Ausgaben der Kreisabfallwirtschaft übersteigen die Einnahmen. Warum das Defizit trotzdem ausgeglichen und sogar mehr Geld investiert werden kann.

Die Bürger wird’s freuen. Die Müllgebühren werden auch in diesem Jahr nicht erhöht. Das gab Anton Fink, der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes, bei der Sitzung von Werk- und Kreisausschuss am Mittwoch bekannt. Zwar wird der Eigenbetrieb des Landkreises heuer vermutlich ein Minus von etwa 1,11 Millionen Euro machen. Dieses Defizit kann aber problemlos durch einen Griff in die Rücklagen ausgeglichen werden.

Was die Müllgebühren anlangt, sind die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises durchaus privilegiert. Seit vielen Jahren wurden die Gebühren nicht mehr erhöht, 2016 waren sie sogar gesenkt worden. Auch in diesem Jahr wird also nicht an der Gebührenschraube gedreht. Anders als in manchen (Nachbar-)Landkreisen, wie Anton Fink betonte. „Dort gab es zum Teil deutliche Erhöhungen.“

Ausgaben von 12,6 Millionen Euro

Fink kalkuliert für den laufenden Betrieb des Abfallwirtschaftsbetriebes in diesem Jahr mit Ausgaben von knapp 12,6 Millionen Euro. Die größten Brocken sind die Kosten für die Abfallverbrennung in Weißenhorn mit 2,15 Millionen, die Restmüllabfuhr mit 1,38 Millionen, die Abfuhr der Bio-Tonnen mit 830000 Euro, die Verwertungskosten für Altstoffe mit gut 600000 Euro und die Entsorgung der Grünabfälle mit 750000 Euro.

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Den Ausgaben stehen erwartete Einnahmen von rund 11,48 Millionen gegenüber – ergibt das erwähnte Minus von etwas mehr als 1,1 Millionen. Das Defizit kommt unter anderem zustande, weil die Erlöse für Wertstoffe zuletzt rückläufig waren. „Einen Einbruch“ habe es vor allem beim Altpapier gegeben, erläuterte Fink. Er hoffe, dass sich die Preise bis zur Mitte des Jahres wieder stabilisieren. Zum Minus trage auch der Windelbonus bei.

An Einnahmen verbucht der Abfallwirtschaftsbetrieb 5,42 Millionen aus den Gebühren für die Abfuhr von Restmüll- und Bio-Tonnen, knapp vier Millionen bringt die Grundgebühr, 824000 Euro werden beim Abfall- und Wertstoffzentrum in Burgau erlöst. Mit diesen drei Posten seien etwa 81 Prozent der Einnahmen abgedeckt, erklärte Fink.

635000 Euro werden in Wertstoffhöfe investiert

Trotz des Defizits aus dem laufenden Betrieb erhöht der Abfallwirtschaftsbetrieb heuer seine Investitionen – um 100000 Euro auf 4,35 Millionen. Für das neue Abfall- und Wertstoffzentrum Burgau (einschließlich Rückbau der Pyrolyseanlage) sind knapp 2,5 Millionen vorgesehen, 1,1 Millionen werden für die weitere Sanierung alter Bauschuttdeponien ausgegeben. In die Wertstoffhöfe werden 635 000 Euro investiert, vor allem in die Erweiterung der Anlage in Krumbach.

Ziel dieser Maßnahmen sei es, „den Service für die Bürger weiter zu verbessern“, erklärte Anton Fink. Er kündigte zudem an, dass die Werbekampagnen für mehr Bio-Tonnen heuer fortgesetzt werden sollen.

Landrat Hubert Hafner erklärte, dass die stabilen Müllgebühren von den Bürgern vermutlich ebenso dankend wie stillschweigend zur Kenntnis genommen würden. In vier bis fünf Jahren könnte das allerdings anders werden. Denkbar sei, dass dann die Gebühren erstmals seit Langem wieder einmal angehoben werden müssen.

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