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Jubiläum

13.05.2015

Die Putzprofis aus Leipheim

Mit einem Galaabend hat die Leipheimer Firma Kenter ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Auf der Bühne Rainer Kenter (Mitte), der das Geschäft von seinen Eltern Genoveva und Friedrich Kenter übernommen hat.
Bild: Sandra Kraus

Die Firma Kenter gibt es seit 40 Jahren. Am Beginn stand eine Stellenanzeige in unserer Zeitung

Sie ist nach eigenen Angaben das größte deutsche Handelshaus für Reinigungstechnik: die Leipheimer Firma Kenter. Sie hat ein Vertriebsnetzwerk von 200 Mitarbeitern, davon knapp 90 im Service. Jetzt hat sie ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert.

Firmenchef Rainer Kenter nahm die Gäste des Galaabends im Zehnt-stadel mit auf eine Zeitreise. 1973 begann alles mit einer Anzeige in der Augsburger Allgemeinen: Friedrich Kenter fühlte sich von einer Stellenanzeige angesprochen, in der ein Verkäufer für Reinigungsmaschinen gesucht wurde. Kenter erhielt nicht nur den Job, sondern zählte gleich im ersten Jahr zu den Besten. „Doch sein Ziel war immer, Unternehmer zu werden“, sagte Rainer Kenter über seinen Vater.

Das dauerte nicht mehr lang: 1975 startete Friedrich Kenter seine eigene Firma mit einem Lieferwagen und einem Büro im Hobbyraum des Einfamilienhauses in Wasserburg. Dabei wurde er immer von seiner Frau Genoveva unterstützt. Das Jahr 1980 sollte zu einem Meilenstein der Firma werden: Die Zusammenarbeit mit Comac, einem italienischen Hersteller für Reinigungsmaschinen, begann. Bis heute ist die Firma Kenter deutscher Allein-Importeur dieser Produkte. Mit Giancarlo Ruffo und Giampaolo Ruffo sind zwei Generationen der Comac-Inhaber-Familie aus Verona zur Jubiläumsfeier nach Leipheim gekommen.

1984 kam das erste Firmengebäude für Kenter in Leipheim an der Günzburger Straße, 1995 der Umzug in das heutige Gebäude auf die andere Straßenseite. Dann stand die Frage an, ob Sohn Rainer Kenter, der als überregional erfolgreicher Windsurfer einmal das Ziel hatte, Weltmeister im Windsurfen zu werden, ins Unternehmen einsteigen wolle. Er erinnert sich: „Wir vereinbarten nach meiner Rückkehr aus Italien eine 18-monatige Zusammenarbeit im Unternehmen mit festem Stichtag, an dem geklärt wird, ob mein Vater es mir zutraut und ob ich Lust dazu habe.“ Beide sagten schließlich Ja und am nächsten Tag war Friedrich Kenter raus aus dem Geschäft – so lautete der Deal.

Auf Rainer Kenter geht das „Prime Partner Netzwerk“ zurück, um sich den deutschen Markt erschließen und für die dortigen Kunden den gewünschten hohen Service-Standard bieten zu können. Das Ziel ist, auf höchstem Niveau Technik für saubere Böden anzubieten. Rainer Kenter ist optimistisch: „Wir haben momentan zweistellige Wachstumsraten, mit den verbundenen Unternehmen wollen wir 2016 im Umsatz die 20-Millionen-Grenze knacken.“ Behutsam wolle man in den österreichischen und schweizerischen Markt expandieren. Innovationen wie der i-Mopp und eine neue Betriebssoftware, die den Techniker noch schneller und effizienter zum Kunden schickt, sollen dabei helfen. Vielleicht auch Erkenntnisse aus den „Make me better days“, wie die zweitägige Hausmesse zum Jubiläum hieß. Die Kunden konnten dabei nicht nur das Team kennenlernen, sondern sich mit den Ingenieuren und Produktmanagern der Reinigungsmaschinen unterhalten und an Seminaren teilnehmen.

Um die Verständigung der ausländischen Gäste sicherzustellen, startete Rainer Kenter zusammen mit dem Dossenberger Gymnasium Günzburg, seiner ehemaligen Schule, ein völlig neues Projekt: 14 bis 16 Jahre alte Schüler absolvierten in ihrer Freizeit einen Business-Englisch-Kurs und waren an den Messetagen und am Galaabend als Übersetzer für Englisch und Italienisch im Einsatz.

Viel Beifall erntete der österreichische Dirigent und Musikproduzent Christian Gansch für seinen Vortrag über die Frage, ob Unternehmen etwas von Orchestern lernen können. Seine klare Antwort: Ja. „Auch im Symphonieorchester gibt es Abteilungen mit Führungskräften, müssen Musiker motiviert werden.“

Bürgermeister Christian Konrad lobte: „Das moderne, mittelständische Familienunternehmen wurde vom Landkreis mit dem Prädikat familienfreundliches Unternehmen ausgezeichnet und Rainer Kenter gehört mit zu den Gründern der interkommunalen Kids&Company-Kindertagesstätte. Wir sind stolz, dass es Kenter in Leipheim gibt.“ Mit Thomas Conradi sprach ein Kunde der ersten Tage, die Mitarbeiter Martina Ulsperger und Robert Hirschmann sagten Danke und Josef Weishaupt und Anton Haltmayer wurden für ihre 25-jährige Betriebszugehörigkeit geehrt.

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