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17.05.2019

Die Regeln für Rinder werden strenger

Blauzungenkrankheit wirkt sich weiter aus

Erneut gelten wegen der Blauzungenkrankheit veränderte Verbringungsregelungen, diesmal ab Samstag, 18. Mai. Mit der vierten Änderung der Allgemeinverfügung werden die Bedingungen für das Verbringen von Rindern von betroffenen Gebieten in freie Gebiete erheblich erschwert, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts Günzburg.

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Zum Schutz vor der Verbreitung der Blauzungenkrankheit bestehen demnach um die Betriebe, in denen die Krankheit ausgebrochen ist, Restriktionszonen. Diese führen dazu, dass die Verbringung von Wiederkäuern aus diesen Gebieten beschränkt wird: Ab dem 18. Mai können Kälber aus den Restriktionszonen in freie Gebiete in Deutschland nur noch verbracht werden, wenn sie von geimpften Muttertieren stammen, heißt es aus dem Landratsamt. Hintergrund sei eine aktualisierte Risikobewertung des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI), nach der die bisher geltenden Verbringungsregelungen zwischen den Ländern nicht mehr aufrechterhalten werden können. Das FLI stufe das Risiko der Verschleppung der Blauzungenkrankheit im Zeitraum von Mai bis Oktober aufgrund der Übertragung durch Insekten als hoch ein. Die bislang geltenden Regelungen hätten längstens bis 30. Juni gegolten. Eine neue Risikobewertung machte nun die Änderung notwendig.

Was das bedeutet, erklärt Dr. Schmid vom Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landratsamtes: „Damit ist es für unsere Rinderhalter nahezu unmöglich, Kälber in Gebiete zu verbringen, die nicht von der Blauzungenkrankheit betroffen sind. Die Situation wird dadurch noch verschärft, dass Impfstoffe gegen den Serotyp 8 in den letzten Monaten im Landkreis Günzburg nicht verfügbar waren.“ Damit können Kälber nur noch innerhalb des Restriktionsgebietes verbracht werden, außer, wenn schon vor der Geburt des Kalbes ein gültiger Impfschutz des Muttertiers bestand.

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Die Impfung der Rinderbestände sei auf absehbare Zeit die einzige Möglichkeit, damit Rinder wieder deutschlandweit gehandelt werden können, berichtet das Landratsamt weiter. Für das Verbringen außerhalb des Restriktionsgebietes werden auch für Schafe und Ziegen neue Tierhaltererklärungen eingestellt, auf denen die Herden- beziehungsweise die Einzeltierimpfung eingetragen werden muss. Für Schlachttiere bleiben dagegen die bisherigen Regelungen gültig. Sie können aus gemaßregelten Gebieten in freie Gebiete verbracht werden, wenn die Tiere von einer Tierhaltererklärung begleitet sind und unmittelbar zur Schlachtung kommen.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) informiert auf seiner Internetseite umfassend über Übertragungswege, Erkennungszeichen und Bekämpfungsmethoden der Krankheit sowie die aktuellen Verbringungsregelungen. (zg)

Weiterführende Informationen sind abrufbar unter

www.lgl.bayern.de/tiergesundheit/index.htm

www.lgl.bayern.de/tiergesundheit/tierkrankheiten/virusinfektionen/blauzungenkrankheit/bt_verbringungsregelungen.htm oder

www.fli.de/de/aktuelles/kurznachrichten/neues-einzelansicht/aktuelle-risikobewertung-zur-blauzungenkrankheit

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