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Limbach

07.01.2021

Die "Sommerresidenz" des Burgauer Pfarrers in Limbach ist saniert

Bei der „Sommerresidenz“ von Burgaus Stadtpfarrer Simon Stegmüller – dem Limbacher Pfarrhof – sind die Sanierungsmaßnahmen größtenteils abgeschlossen. Kirchenpflegerin Mathilde Egenberger hat sie federführend begleitet.
Bild: Peter Wieser

Plus Seit Dezember sind die Außenarbeiten in Limbach beendet. Fast vier Jahre war das gut 400 Jahre alte Gebäude verschlossen. Pfarrer Stegmüller will es mit Leben füllen.

Noch hängt an der Tür ein Schild: „Der Pfarrhof kann aufgrund von Sanierungsarbeiten nicht genutzt werden.“ Was jedoch das Äußere des fast 400 Jahre alten Gebäudes betrifft: Dort sind die Arbeiten abgeschlossen, auch das Gerüst ist seit einigen Wochen verschwunden.

Über einen Zeitraum von knapp vier Jahren war der Limbacher Pfarrhof gesperrt. Unter anderem war er Treffpunkt für die Seniorengemeinschaft und für die Jugendgruppe, auch private Feiern und Vorträge fanden dort statt. Es sei schön, wenn es mitten im Ort die Möglichkeit gebe, Räumlichkeiten im Pfarrhof als Versammlungsstätte anzumieten und zu nutzen, betont Burgaus Stadtpfarrer Simon Stegmüller und fügt scherzend hinzu: Der Pfarrer wohne in Burgau und der Limbacher Pfarrhof sei nur seine Sommerresidenz, wo er sich im Garten ausruhe, wenn er komme.

Doch zurück zu den Sanierungsmaßnahmen: Die Instandsetzung sei für sie wie ein Weihnachtsgeschenk, sagt Kirchenpflegerin Mathilde Egenberger, die im Auftrag der Kirchenstiftung die Arbeiten federführend begleitet hat. Mit seinem markanten Fachwerk bilde der zweigeschossige Satteldachbau aus dem Jahr 1630 mit der Kirche St. Stephan, dem Pfarrstadel und dem Pfarrgarten ein prägnantes und historisches Ensemble im Ortsbild von Limbach.

Das Gebäude in Limbach war schon einmal saniert worden

In den Jahren von Ende 1980 bis Anfang 1990 habe es schon einmal eine Sanierung gegeben, 2012 habe man die Fichtenholzfenster durch solche aus Eichenholz ersetzt, in regelmäßigen Abständen seien kleinere Reparaturarbeiten durchgeführt worden, fährt Mathilde Egenberger fort. Anfang 2017 habe man dann an Holzbauteilen der Dach- und Deckenkonstruktion Fäulnisschäden festgestellt und aus Sicherheitsgründen den Pfarrhof gesperrt.

Im März 2017 wurde mit der Vorplanung für eine Standsicherheitsuntersuchung begonnen, im Oktober wurde sie durchgeführt. 2018 wurde eine Kostenschätzung in Höhe von rund 320.000 Euro und anschließend ein Finanzierungsplan erstellt. „Wir brauchten ja auch jemanden der das Ganze bezahlt“, sagt Mathilde Egenberger und berichtet von den Zuschüssen der Bischöflichen Finanzkammer der Diözese Augsburg, der Bayerischen Landesstiftung, des Landesamts für Denkmalpflege, vom Bezirk Schwaben sowie vom Landkreis Günzburg und der Stadt Burgau. Auch die Kirchenstiftung selbst habe aus angesparten Rücklagen zur Finanzierung beigetragen. Letztlich sei man sogar unter der genannten Kostenschätzung geblieben.

Es war allerhöchste Zeit

Zunächst wurden die stark beschädigten Deckenbalken und Sparrenfußpunkte instandgesetzt sowie die schadhaften Fachwerkhölzer erneuert. Eine Farbuntersuchung stellte sicher, dass am Fachwerk auch der richtige Rotton, das sogenannte alemannische Rot, verwendet wurde.

Bei den Arbeiten an den Stuckdecken wurde zudem deutlich: Es sei allerhöchste Zeit gewesen, erklärt die Kirchenpflegerin. Inzwischen sind die Fassade, die Fenster und Fensterläden sowie die Türen gestrichen, das Gebäude hat eine neue Heizung und im Inneren wurden aus Sicherheitsgründen die Treppengeländer erhöht. Was noch fehlt, ist ein neuer Anstrich im Innenbereich. „Es waren nicht in erster Linie Schönheitsmaßnamen, sondern dringend notwendige Reparaturen zur Sicherheit und zum Weiterbestand des Gebäudes“, betont Pfarrer Stegmüller. Wegen Corona müsse man sehen, wie und ob irgendwann eine offizielle Einweihung mit einem Fest stattfinden könne, auch wie sich alles Weitere hinsichtlich der Nutzung entwickle. Er sagt: „Der Pfarrhof gehört genauso wie die Kirche zum Dorf, er muss gepflegt und er muss belebt werden.“

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