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10.03.2009

Die Stadtgeschichte zu neuem Leben erweckt

Günzburg Zur bereits recht beachtlichen Reihe heimatkundlicher Schriften kommt mit dem Band "Das Günzburger Heimatmuseum" eine weitere Ausgabe hinzu. Noch ein Museumsführer? Schon. Aber was für einer! Der frühere Innenminister Dr. Bruno Merk drückt es in seinem Vorwort so aus: "Wohl noch kein Schlusspunkt, aber ein Höhepunkt ..."

Als Autoren hat der Historische Verein Günzburg auf zwei bekannte und bewährte Spezialisten heimatbezogener Vergangenheitskunde gesetzt - das Gespann Heribert Schretzenmayr und Josef Weizenegger. Dabei wohlbedacht einkalkulierend: den Spiritus Rektor des Heimatmuseums - im Volksmund liebevoll "Scherbensepp" betitelt - gleich an seinem Quasi-Geburtstagsgeschenk mitarbeiten zu lassen. Steht die Herausgabe dieses Bandes doch in unmittelbarem Zusammenhang mit dem demnächst anstehenden "85." des mit der Ehrenbürgerwürde gekrönten Königs der Stadt- und Kreisheimatpflege.

Ein Museumsführer durch das Günzburger Heimatmuseum also. Doch beileibe keiner, der sich in peniblen Inventarbeschreibungen erschöpft, verteilt auf in weiß Gott wie viele Stockwerke, Räume, Gänge, Vitrinen, Kisten und Kasten. Das auf 180 Seiten Glanzpapier vorgestellte und mit vielen farbigen Fotos dokumentierte Sammelsurium aus Funden, Spenden, Aufkäufen und sonstigen Aktionen wird - einem geordneten Sachgebietssystem folgend - nicht nur fachlich fundiert abgehandelt, sondern ersteht, wie Phönix aus der Asche, zu neuem, prallen Leben. Wird zur unterhaltsamen und spannenden Vernetzung von Geschichte und Geschichten, von Historie und Histörchen.

Ein Museumsführer, der eine faszinierende Reise durch eine 2000-jährige Zeitgeschichte nachvollzieht. Der historische Fakten fundiert beschreibt und dabei gleichzeitig einen intimen Blick hinter die Relikte aus römischen Gräberfunden, städtischer Entwicklung oder barocker Porträtmalerei freigibt. Der die hochwohlgeborene Repräsentanz österreichischer, bayerischer oder napoleonischer Couleur manchmal ganz schön respektlos hinterfragt.

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Die Zahl der Säle, die, mit wertvollen und zum Teil unersetzlichen Beigaben bestückt, Vor- und Stadtgeschichte, Zeit und Raum, Gestalt und Gegenstand repräsentieren, ist groß. Noch größer ist die Liste von Orten und Personen, die in diesem Schaufenster der Vergangenheit zu gewichtigen, individuellen Puzzlesteinen eines pulsierenden Historiengemäldes werden. Zu Brücken zum Verständnis der Vergangenheit und damit auch der Gegenwart. Die Autoren verstehen es auf brillante Weise, stumme Relikte musealen Vitrinendaseins zu beredten Zeugen ihrer Zeit zu machen. Sie aus dem Staub der Geschichte zu befreien und ihre historische Bedeutung in greif- und erlebbare Nähe zu rücken.

Ein hilfreicher Begleiter zur Museumsbesichtigung und ein Muss für jeden, der Heimatgeschichte nicht nur in Daten und Fakten sieht. Die Mitglieder des Historischen Vereins Günzburg wird es freuen, sie nämlich erhalten den Heimatmuseumsband als Jahresgabe kostenlos in die Hand gedrückt. Trost für alle anderen: Das Buch ist käuflich zu erwerben, und zwar zu einem Preis, der aufgrund einer von Dr. Bruno Merk initiierten Spendenaktion wohltuend weit unter dem des tatsächlichen Wertes liegt.

"Das Günzburger Heimatmuseum" Herausgeber: Historischer Verein Günzburg. Autoren: Heribert Schretzenmayr und Josef Weizenegger. Zu beziehen bei der Buchhandlung Hutter Günzburg. Preis: 14 Euro.

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