1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Die Tastentage sind wieder da

Leipheim

27.09.2017

Die Tastentage sind wieder da

Sandra Parada und Carolyn Ammann vom Zehntstadel Leipheim (rechts) begutachten mit Bürgermeister Christian Konrad (links) und Sparkassenchef Walter Pache das neue Design, mit dem die Tastentage für sich werben. Moderner und dynamischer soll die Konzertreihe wirken.
Bild: Rebekka Jakob

Nach einem Jahr Pause kommen wieder hochkarätige Musiker in den Zehntstadel. Für Sparkassenchef Walter Pache wird diese zwölfte Auflage eine ganz besondere sein

Ein Jahr lang haben die Tasten geschwiegen – im vergangenen Herbst blieben die Tastentage im Leipheimer Zehntstadel aus. Jetzt ist die Konzertreihe wieder da – und präsentiert auch in ihrer zwölften Auflage wie gewohnt hochkarätige Musiker und eine große Bandbreite von Kunst und Künstlern. Doch die Begleitumstände sind diesmal anders als in den Vorjahren. Das Programm habe weitgehend noch ihre Kollegin und Vorgängerin Cordula Baier zusammengestellt, sagt Sandra Parada, die künstlerische Leiterin. Ihr gebühre der Dank für Konzerte und Ausstellung, welche die Tastentage 2017 bilden. Wie berichtet hatte Baier im Sommer aus familiären Gründen eine berufliche Pause eingelegt.

Auch vor Sparkassen-Chef Walter Pache, der den Tastentagen von Anfang an verbunden war, steht eine Veränderung an: Er geht im kommenden Jahr in den Ruhestand. Somit sind es seine letzten Tastentage im Amt. Ihm sei es nicht nur darum gegangen, als Geldgeber für die Reihe aufzutreten. „Wir waren von Anfang an auf Augenhöhe, Frau Baier hat viele Belange der Reihe mit mir diskutiert.“ Das Ziel sei nach wie vor, die Menschen in der Region auch für anspruchsvollere Konzerte zu begeistern und der Konzertreihe eine Fangemeinde zu verschaffen. Die Qualität der Konzerte habe sich dabei von Jahr zu Jahr gesteigert. Darüber freut sich auch Leipheims Bürgermeister Christian Konrad. „Es ist einfach toll, wenn ich in Hamburg bin und auf der Litfaßsäule ein Plakat eines Künstlers entdecke, der auch schon bei uns im Zehntstadel gespielt hat.“

Das Jahr Pause haben die Macher auch für eine optische Erneuerung genutzt: Grafiker Jürgen Palmer aus Stuttgart hat nicht nur den Plakaten und Flyern mit Kreide-gezeichneten Tasten auf signalrotem Grund ein dynamisches Aussehen gegeben. Er wird auch die diesjährige Ausstellung im Rahmen der Tastentage gestalten. Palmer, der unter anderem für das Leipheimer Stadtlogo und das Logo des Zehntstadels verantwortlich zeichnet, hat sich eine „Bebilderung“ des Hauses vorgenommen – das Ergebnis ist bei einer öffentlichen Vernissage am Freitag, 13. Oktober, (19 Uhr) zu sehen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Für Bernd Glemser ist das anschließende Eröffnungskonzert im Zehntstadel am selben Abend beinahe ein Heimspiel – denn der mehrfach preisgekrönte Klaviervirtuose, seit Jahrzehnten an der Weltspitze seines Fachs, stammt von der Schwäbischen Alb. Dass Glemser in der Fachwelt einen großen Namen besitzt, zeigen auch die Ticketanfragen für das Eröffnungskonzert der Tastentage: „Der Vorverkauf läuft hier schon sehr gut. Und es sind viele Besucher, die von weit her fahren, um ihn bei uns zu hören“, verrät Sandra Parada. Nicht nur Klavier-Kenner, auch die Fans von Superhelden-Filmen dürften übrigens schon von Glemser gehört haben: Für „Spider-Man 3“ spielte er ein Klavierkonzert in Ausschnitten ein. Sein Solo-Recital in Leipheim umfasst Musik von Felix Mendellsohn-Bartholdy, Sergei Rachmaninoff und Frédérick Chopin.

Der Auftritt am Samstag, 14. Oktober, (20 Uhr) ist, wenn man so will eine Familienangelegenheit: Den Kontakt zu dem kubanischen Musiker Jorge Luis Pacheco mit dem Zehntstadel-Team stellte tatsächlich dessen Schwester her: Marialy Pacheco war bereits zweimal mit Joo Kraus in Leipheim zu Gast. Ihr kleiner Bruder feiert mit seinem Trio, zu dem neben dem Piano Bass und Schlagzeug gehören, Deutschlandpremiere im Zehntstadel. Und die verspricht spannend zu werden: Pachecos Contemporary Latin Jazz ist mal schnell, laut und wild – aber auch mal leise. In seinem Musikvideo „Negrita Mia“ gibt er den jungen, frechen Musiker, der einen Aufzug in einem Jazzklub verwandelt. Seine Wurzeln hat er aber in einer klassischen Konservatoriums-Ausbildung.

„Das Familienalbum“ nennt sich die Klaviermatinee, die Tobias Wahren eigens für den Zehntstadel zusammenstellt (Sonntag, 22. Oktober, 10 Uhr). Der in Friesland aufgewachsene und heute in Ulm lebende Pianist, Komponist und Dirigent hat schon „Über das Wetter“ und „Über das Glück“ unkonventionelle Programme zusammengestellt. Diesmal nähert er sich mit den Werken bekannter, aber auch weniger bekannter Komponisten dem Thema der Familie. Und die soll auch in ihrer Gänze etwas von der Matinee haben, erklärt Sandra Parada: „Kinder, die das Konzert nicht oder nicht ganz mitverfolgen möchten, können im Foyer mit Kunstpädagogin Tanja Holzhauser kreativ werden. Sie basteln eine Familienkiste.“ Was in diese hineinkommt, ist noch genauso offen wie die Stückauswahl dieses Sonntags.

Vater und Tochter sind am Donnerstag, 26. Oktober, (20 Uhr) auf der Leipheimer Zehntstadel-Bühne zu hören: Den traditionellen Boogie-Woogie-Part der Tastentage übernehmen diesmal Martin und Sabine Pyrker aus Österreich. Der Piano-Man der Alpenrepublik hat vor 40 Jahren die Renaissance des Boogie eingeleitet, mit seiner ersten Boogie-Woogie-Schallplatte sogar die Hitparade erobert. Mehr als 2000 Auftritte in Europa und den USA hat er schon gespielt. Tochter Sabine ist eine gefragte Drummerin – obwohl sie eigentlich Wirtschaftswissenschaften studiert hat. Die Harmonie zwischen Vater und Tochter macht sich auch in der Kombination Piano und Schlagzeug bemerkbar und dürfte die Fans des Genres begeistern.

William Youn, in Korea geboren, in den USA aufgewachsen und weltweit als Pianist gefeiert, beendet die Tastentage 2017. Er widmet sich Schubert und Mozart – und vor allem zu Letzterem hat er einen ungewöhnlichen Zugang. „Youn steht zu Mozart anders als alle anderen“, erklärt Carolyn Ammann. „Er sucht den Ausdruck in den Stücken.“ Mozart sei schließlich kein braver Mensch gewesen, sondern voller Emotionen. Also dürfe man seine perfekte Musik auch nicht zu clean und brav spielen. Youns Großprojekt, die Gesamteinspielung von Mozarts Klavierwerken, ist noch nicht ganz abgeschlossen, wird aber schon jetzt als Meilenstein der Klassik-Aufnahmen gefeiert.

Tickets für die Konzerte der Tastentage 2017 gibt es bei der Stadtverwaltung Leipheim, Telefon 08221/70737 oder 70710 sowie beim Service-Partner der Günzburger Zeitung, der Buchhandlung Hutter in Günzburg und unter www.zehntstadel-leipheim.de

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%208E1A3105_3(1).tif
Ichenhausen

Freiluftklassenzimmer auf dem Schulhof in Ichenhausen

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden